Mutmaßliche "Infiltration" durch Bewaffnete verhindert
Was wir über den tödlichen Schusswechsel vor Kubas Küste wissen - und was nicht

Die kubanische Küstenwache hat bei einem Schusswechsel mit der Besatzung eines Schnellbootes aus den USA vier Insassen erschossen. Die kubanische Regierung teilte mit, die bewaffnete Gruppe habe versucht, das Land zu terroristischen Zwecken zu infiltrieren. Ein Überblick.

    Ein Schiff der kubanischen Küstenwache legt im Hafen von Havanna an.
    Schiffe der Küstenwache vor Kuba (Archivfoto) (AFP/ADALBERTO ROQUE)

    Was ist über den Vorfall bekannt?

    Die Insassen des Bootes haben laut kubanischem Innenministerium das Feuer auf die Einheiten der Küstenwache eröffnet, woraufhin diese zurückgefeuert haben. Sie hätten versucht, die Insel zu infiltrieren und Terror zu verbreiten. Bei dem Schusswechsel seien vier der zehn Insassen des in Florida registrierten Boots getötet worden, die anderen seien verletzt. Auch der Kommandant des kubanischen Patrouillenboots sei bei dem Schusswechsel vor der Nordküste des Karibikstaats verwundet worden. An Bord des Bootes seien Sturmgewehre, Handfeuerwaffen, Molotow-Cocktails, kugelsichere Westen, Zielfernrohre und Tarnuniformen entdeckt worden, hieß es von den Behörden. Der Zwischenfall ereignete sich 1,6 Kilometer nordöstlich von Cayo Falcones vor der Nordküste Kubas.

    Wer steckt dahinter?

    Dass es in kubanischen Gewässern zu Zwischenfällen mit Schnellbooten aus den USA kommt, ist nicht ungewöhnlich. Schusswechsel mit Toten sind es jedoch definitiv. Oft versuchen Boote aus den USA, Waren nach Kuba und Menschen wieder heraus zu schmuggeln.
    Die kubanische Regierung erklärte zum aktuellen Vorfall, die Mehrheit der zehn Personen an Bord habe "eine bekannte Vorgeschichte krimineller und gewalttätiger Aktivitäten". Zwei von ihnen würden von den kubanischen Behörden gesucht - im Zusammenhang mit der Planung, Unterstützung und Durchführung von terroristischen Akten. Man habe zudem einen Mann festgenommen, der aus den USA entsandt worden sei, "um den Empfang der bewaffneten Infiltration sicherzustellen". Dieser habe seine Taten bereits gestanden.

    Wie äußern sich die USA?

    US-Außenminister Rubio kündigte an, eigene Informationen zu sammeln, um festzustellen, ob es sich bei den Todesopfern um US-Staatsbürger oder Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsstatus gehandelt habe. Er schloss aus, dass US-Soldaten an dem Schusswechsel beteiligt gewesen seien.
    Wie ARD-Korrespondent Samuel Jackisch berichtet,kündigte auch der US-Staatsanwalt aus der Region, aus der beteiligte Motorboot stammen soll, eine behördliche Untersuchung an. Floridas Justizminister Uthmeier unterstellte der kubanischen Regierung Manipulation. Ihr sei nicht zu trauen. "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Kommunisten zur Rechenschaft zu ziehen", versprach der Republikaner.

    Wie wirkt sich der Vorfall auf die bereits bestehenden Spannungen aus?

    Der Vorfall droht die Spannungen zwischen den USA und Kuba weiter zu verschärfen. Die USA hatten in den vergangenen Monaten immer wieder Boote mit mutmaßlichen Drogenschmugglern in der Karibik angegriffen und dabei deren Insassen getötet. Anfang Januar nahmen US-Soldaten zudem den venezolanischen Machthaber Maduro in seinem eigenen Land fest und brachten ihn in die USA.
    Auch gegenüber Maduros Verbündetem Kuba erhöhte US-Präsident Trump den Druck und drohte mit Sanktionen gegen Länder, die Kuba mit Öl beliefern. Vor Maduros Festnahme war dieses Öl vor allem aus Venezuela gekommen. Die Ölblockade verschärfte die schwere Energie- und Wirtschaftskrise in dem Karibikstaat - und führte dort zu einem akuten Versorgungsengpass.
    Diese Nachricht wurde am 26.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.