Kulturfragen 

Coronakrise und KulturbetriebIm Ausnahmezustand "eine solidarische Gesellschaft bleiben"

Dr. Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele (Magdalena Lepka)

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben massive Folgen für die Kulturlandschaft. Künstler dürften "nicht durchs Rost fallen", sagte der Intendant der Berliner Festspiele, Thomas Oberender, im Dlf. In der Kultur müsse man überlegen, wie man den derzeitigen Wandel mitgestalte.

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Corona und die Folgen"Seuche ist etwas, das man tut": Jeder trägt Verantwortung

Holzschnitt von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1498 mit der Darstellung der apokalyptischen Reiter. (picture alliance / dpa)

Das Coronavirus werde unsere Gesellschaft verändern, sagte die Historikerin Katharina Wolff im Dlf: Infektionskrankheiten seien Katalysatoren für Gesellschaften. Für uns sei diese Situation neu, im Lauf der Geschichte habe es sie aber immer wieder gegeben - beispielsweise während der Pest.

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Hamburgs KultursenatorCarsten Brosda: "Kunst darf weh tun"

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda spricht bei einer Veranstaltung auf Kampnagel in Hamburg (imago stock&people)

Die Kunst kann die Gesellschaft weder kitten noch heilen, meint Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD). "Aber Kunst kann uns mit aller Brutalität darauf hinweisen, dass etwas nicht in Ordnung ist", sagte er im Dlf. Aufgabe von Kulturpolitik heute sei es, der Kunst ihre Freiheit zu erhalten.

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Philosoph Christoph Türcke"Permanente Erreichbarkeit kann so etwas wie Psychoterror sein"

Ein Paar sitzt auf dem Sofa, beide sind mit ihrem Smartphone beschäftigt. Dazwischen sitzt ein kleines Mädchen. (imago images / Panthermedia / Andrey Popov)

Alle benutzen es, immer, in der U-Bahn, im Café, am Küchentisch: das Smartphone. Ein "Spiel mit dem Feuer", sagte der Philosoph Christoph Türcke im Dlf zu den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Deren ungeheure Dynamik müsse gezähmt werden - bei Kindern durch radikale Dosierung.

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Siemens-MusikpreisträgerinTabea Zimmermann: "Eine Musikausbildung sollten wir allen gönnen"

Ein Porträt der Bratschistin Tabea Zimmermann, Berlin 2019: Die Musikerin steht hinter herunterhängenden Ästen und horcht mit einer Hand am Ohr. (Foto: Rui Camilo, © EvS Musikstiftung)

Im Alter von drei Jahren hat Tabea Zimmermann mit dem Bratschespiel begonnen. Ihrem ersten Lehrer ist sie bis heute dankbar: Er habe ihr die Grundeinstellung zur Musik vermittelt. Die heute weltbekannte Bratschistin ist dafür, Musik wie Mathe oder Sport als wichtigen Teil einer Ausbildung anzusehen.

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Regisseur Achim Freyer"Im Westen habe ich mich unfrei gefühlt"

Der Regisseur Achim Freyer gibt in der Akademie der Künste eine Pressekonferenz zu einer Ausstellung. (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)

In der DDR gab es mehr Natur, Solidarität unter Kollegen und eine große innere Freiheit, gute Kunst zu machen, sagte der Regisseur Achim Freyer im Dlf. Dennoch floh er 1972 in den Westen. Der Kulturschock war immens: "Die westliche Freiheit hat mich gefesselt", so Freyer.

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Geben und NehmenKulturaustausch auf der Seidenstraße

Eine Kamelkarawane rastet in Antiochien im antiken Syrien an der Seidenstraßenroute. Kolorierter Stich aus dem 19. Jahrhundert (imago images / Danita Delimont)

Die legendäre Seidenstraße war ein 7000 Kilometer langer Handelsweg zwischen dem Mittelmeer und China. Mit dem Warenverkehr fand auch Kulturaustausch statt. Die Rolle vieler namenloser zentralasiatischer Völker dabei wird erst heute richtig gewürdigt.

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Milo Rau über Kolonialismus heute"Illegale Flüchtlinge aus Afrika sind die modernen Sklaven"

Milo Raus "Die Revolte der Würde" (Kampagne) und "Das Neue Evangelium" (Performance und Film): Milo Rau (stehend im schwarzen T-Shirt) probt mit Jesus (Yavn Sagnet, Mitte mit Flasche) und seinen Aposteln die Filmszene "das letzte Abendmahl" (Fotograf / Copyright: Armin Smailovic)

"Die ganze europäische Landwirtschaft in Südeuropa funktioniert eigentlich nur noch dank der schlecht bezahlten Handarbeit von Flüchtlingen," sagte der Regisseur, Intendant und Filmemacher Milo Rau im Dlf. Mit seinem Jesus-Film zettelte er eine "Revolte der Würde" dagegen an.

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Schauspieler Ulrich Matthes"Das Publikum ist leidenschaftsloser geworden"

Ulrich Matthes während einer Produktion für Deutschlandfunk Kultur im Jahr 2016 (Deutschlandradio / Sandro Most)

Intensiver, temperamentvoller und wütender sei das Theaterpublikum früher gewesen, sagte der Schauspieler Ulrich Matthes im Dlf. Das hänge damit zusammen, dass alles, was noch wirklich verstören könne, schon "durch" sei. Das Publikum unterschätze seinen Beitrag zum Gelingen einer Vorstellung.

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Über Verteilung und VerantwortungPhilosophin Lisa Herzog: Ungleichkeit gefährdet die Demokratie

Die Illustration zeigt viele Menschen, die einen Würfel hochhalten, auf dem "Yes" und "No" steht. (imago images / Ikon Images / Klaus Meinhardt)

Welche gesellschaftliche Verantwortung haben Reiche, Führungskräfte und Arbeitgeber? Wie kann gerechter verteilt werden? Die Philosophin Lisa Herzog von der Universität Groningen sagte im Dlf, es gebe eine "gefährliche Entwicklung für die Demokratie", wenn die Verteilungsschere weiter auseinandergehe.

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Narrative des KlimawandelsSoziologe Sighard Neckel: "Aufschwung des utopischen Denkens"

Der Soziologe Prof. Dr. Sighard Neckel (© Sebastian Engels Fotografie)

Vor drei Wochen rief das EU-Parlament den Klima Notstand aus. Die gesellschaftlichen Szenarien schwanken zwischen Apokalypse und Modernisierung durch Technik. Für nachhaltige Veränderungen bräuchten wir „positive Vorstellungen“ von der Zukunft, sagte der Soziologe Sighard Neckel im Dlf.

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Michi Strausfeld über Südamerika Zu viele Strukturen stammen noch aus Diktaturen

Die Literaturwissenschaftlerin Michi Strausfeld (Deutschlandradio / Torben Waleczek)

Junge Lateinamerikaner träumen von "Chancengleichheit, Demokratie, von Rechtsstaat, von Gewaltenteilung, die funktioniert", so Michi Strausfeld im Dlf. Die Literaturwissenschaftlerin, die auch Kulturvermittlung betreibt, hält soziale Ungleichheit für das größte Problem des Kontinents.

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Klaus Ernst, Die Linke"Wir sind überhaupt nicht national"

Klaus Ernst (Die Linke) spricht am 22.05.2015 im Plenarsaal des Bundestages in Berlin zu den Abgeordneten. (Rainer Jensen/dpa)

Der Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke Klaus Ernst glaubt, dass die Politik sich wieder verstärkt um die Sorgen und Nöte der Menschen kümmern müsse. In die Nähe von politischen Konzepten der AfD möchte er sich dennoch nicht gerückt sehen. Die Linke sei nicht populistisch, sagte er im Dlf.

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Alexander Yendell über Rechtspopulismus"AfD-Wähler sind zum Teil schon radikal"

Dr. phil. Alexander Yendell, steht vor einer weißen Wand und lächelt in die Kamera, er hat einen Anzug an und einen Stift in der Hand. (Universität Leipzig / Swen Reichhold)

Vor allem autoritär eingestellte Menschen hätten in Brandenburg, Sachsen und Thüringen bei den Landtagswahlen die AfD gewählt, sagte der Soziologe Alexander Yendell im Dlf. Die Wähler dieser Parteien seien zudem anfällig für Verschwörungstheorien.

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Intendant der Berliner Festspiele„Zum Ostdeutschen ist man gemacht worden durch 30 Jahre“

Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, eröffnet die Pressekonferenz zum Theatertreffen 2018. Das 55. Theatertreffen zeigte vom 4. bis zum 21. Mai bemerkenswerte Inszenierungen der Saison aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. (picture alliance / Annette Riedl)

Die Geschichte nach dem Fall der Mauer müsse neu geschrieben werden, so die Forderung von Thomas Oberender, dem Intendanten der Berliner Festspiele. In den letzten 30 Jahren habe man den Bürgern der ehemaligen DDR ihre Geschichte genommen, sagte er im Dlf. Davon profitiere auch die AfD.

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Lukas Bärfuss zum Büchner-Preis 2019"Meine Poetik war mir nie Selbstzweck"

Ein Porträt des Schweizer Schriftstellers Lukas Bärfuss, 2017 (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

In seiner Dankesrede verwies der Schweizer Dramatiker und Autor Lukas Bärfuss auf die Verantwortung seiner Generation, an die Verbrechen der Vergangenheit zu erinnern: "Wer den letzten Krieg vergisst, bereitet schon den nächsten vor."

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Völkerrechtsverstoß in Nordsyrien„Das Weltgewissen muss sich erheben“

Völkerrechtler Claus Kreß als "amicus curiae" vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (International Criminal Court)

Die Militäroffensive in Nordsyrien ist nach Ansicht des Völkerrechtlers Claus Kreß ein Verstoß gegen das Gewaltverbot. Das Selbstverteidigungsrecht der Türkei sei nicht ausreichend begründet, sagte er im Dlf. Den Bündnispartnern warf er zudem Versäumnisse vor.

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Philosoph zu "Extinction Rebellion"Robin Celikates: Klimaprotest ist "nicht antidemokratisch"

Robin Celikates (privat)

Dürfen Klimaschützer Gesetze brechen? Ja, findet der Philosoph Robin Celikates - wenn der Protest darauf abzielt, die Demokratie zu stärken. Die jüngere Geschichte zeige, dass ziviler Ungehorsam eine "demokratiefördernde Funktion" habe, so Celikates im Dlf.

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Ostdeutsche Identitäten"Kultur ist immer politisch"

Ulrike Lorenz, neue Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar (picture alliance/Michael Reichel/dpa)

Kultur agiere im politischen Raum, sagte Ulrike Lorenz im Dlf. Die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar fordert einen vielstimmigen, gesellschaftlichen Dialog über Identitäten. Man dürfe Begriffe wie Heimat und Kultur nicht Gruppen mit "absurden Reinheitsvorstellungen" überlassen, so Lorenz.

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Ostdeutsche Identitäten"Chemnitz hat genug gelitten"

Kunsthistorikerin Ingrid Mössinger (picture alliance / ZB)

Die Kunsthistorikerin Ingrid Mössinger war langjährige Leiterin der Kunstsammlungen Chemnitz. Die Stadt werde unterschätzt, sagte sie im Dlf. Das Stigma des Rechtsradikalismus trage sie zu unrecht - und kulturell habe sie einiges zu bieten. Der Titel "Europäische Kulturhauptstadt" sei erreichbar.

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Ostdeutsche Identitäten"Da ist viel altes DDR-Gefühl mit drin"

Psychoanalytikerin Annette Simon in ihrem Büro sitzend vor dem Schreibtisch (Foto: Vaughan Melzer)

Offener Protest in der DDR war gefährlich. Gesetze wurden deshalb "mit klammheimlicher Freude hintenrum" hintergangen, sagte Annette Simon im Dlf. Die Stimmen für die AfD sieht sie als "nachgeholten Ungehorsam": 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution suchten die Ostdeutschen die Konfrontation.

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Staatsrechtler zu Künast-Urteil"Anstand ist das Lebenselixier der Demokratie"

Udo di Fabio, Autor des Buchs "Die Weimarer Verfassung – Aufbruch und Scheitern" und ehemaliger Richter des Bundesverfassungsgerichts (imago images / Reiner Zensen)

Die Beleidigungen und Beschimpfungen der Politikerin Renate Künast sind nach Meinung von Udo di Fabio nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. "Die Passagen, die ich gesehen habe, waren klassische Beispiele einer Schmähkritik", sagte der Verfassungsrechtler im Dlf.

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Britisches ParlamentDas große Brexit-Theater

Debatte im britischen Unterhaus in London (dpa / picture-alliance)

"Order"-Rufe und skurrile Traditionen: Die Brexit-Debatten im britischen Unterhaus werden mit exzentrischer Leidenschaft geführt. Der Journalist Quentin Peel sagte im Dlf, er vermisse bei den Briten die Fähigkeit zum Kompromiss - und führte das auch auf die Debattenkultur zurück.

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Soziologe Armin Nassehi Wenn Diversität sich gegen den Menschen kehrt

Armin Nassehi ist Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Hier ein Portät vor der TV Talkshow "Hart aber Fair". (picture alliance / Sven Simon)

Wenn Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe keine Rolle spielen, ist das Gleichberechtigung. Wer aber zu sehr auf diese Kennzeichen poche, erreiche das Gegenteil, sagte der Soziologe Armin Nassehi im Dlf. Nicht der Mensch steht im Vordergrund, sondern seine Merkmale. Was befreiend begonnen hat, wirkt beengend.

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Verlust von Diversität"Geregelte Vielfalt ist keine mehr"

Thomas Bauer im Porträt. (picture alliance / dpa / Julia Cawley)

Wir sind umgeben von Überfluss. Das betrifft nicht nur Waren, sondern auch unsere Identität, sexuelle Orientierungen zum Beispiel. Und dennoch gebe es einen Verlust von Diversität und Mehrdeutigkeit, sagte der Islamwissenschaftler Thomas Bauer im Dlf. Er plädiert für mehr Mut zur Vagheit.

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Diversität im Berliner Kulturbetrieb"Wir können der Anfang von etwas Neuem sein"

Publikum sitzt vor einer Bühne.  (dpa/picture alliance/Markus Scholz)

Ein Blick ins Theater oder ins Museum macht klar: Weder Publikum noch Personal sind so vielfältig wie die Berliner Stadtgesellschaft. "In Kultureinrichtungen sieht es sehr anders aus als in der U 1 oder der U 7", sagte Sandrine Micossé-Aikins im Dlf. Die Agentur "Diversity-Arts-Culture" soll das ändern.

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Diversität in der Wirtschaft"Vielfalt ist wichtig für den unternehmerischen Erfolg"

Gernot Sendowski, Leiter des globalen Diversity & Inclusion-Teams der Deutschen Bank sowie stellv. Vorstandsvorsitzender des Charta der Vielfalt e. V. (Gernot Sendowski)

Seit fast 20 Jahren betreibt die Deutsche Bank "Diversity Management". Ein vielfältig zusammengesetztes Team zahle sich auch ökonomisch aus, sagte Gernot Sendowski, Diversity-Verantwortlicher des Konzerns und Vorstand der Initiative "Charta der Vielfalt", im Dlf.

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Biennale-Preisträger über Diversität im TheaterJens Hillje: "Berlin ist wie ein Brennglas"

Intendant und Dramaturg Jens Hillje (Esra Rotthoff)

Als er 2013 am Gorki Theater anfing, "fanden nur Menschen, sehr weiß, mit sehr deutschem Nachnamen auf der Bühne statt", sagte Jens Hillje, Co-Intendant des Maxim Gorki Theaters in Berlin, im Dlf. In diesem Jahr erhält er den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig für sein Lebenswerk.

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Diversität in der Wissenschaft"Niemand will eine Quotenfrau sein"

Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger (Wissenschaftskolleg zu Berlin)

An den Universitäten in Deutschland sind gerade mal 23 Prozent aller Professuren mit Frauen besetzt. Das sei ein klassisches Muster: Je höher in der Hierarchie, desto weniger Frauen, sagte die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger im Dlf. Das läge auch an der Familienfeindlichkeit der Hochschulen.

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Diversität und Migration"Wenn wir Identität leben, verändern wir sie"

Eine Illustration zeigt stilisierte Porträts unterschiedlicher Menschen. (imago images / Panthermedia / scusi)

Diversität heiße, viele Zugehörigkeiten zu haben und sie ständig zu wechseln. Das sei das Gegenteil vom starren Konzept der Identitären, sagte der Historiker Jan Plamper im Dlf. Historisch betrachtet sei Deutschland ein Land der Dazugekommenen.

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Diversität im KulturbetriebDas Publikum von morgen

 Szene aus einer Aufführung des "Good Chance Theatre" (Kathrin Hondl / Deutschlandradio)

Die Diversität der Gesellschaft findet sich nicht im Kulturbetrieb wieder. Kultureinrichtungen müssten mehr Mut haben und anders kommunizieren, um auch für kommende Generationen relevant zu bleiben, sagte Inez Boogaarts von der Zukunftsakademie im Dlf. "Das sind die Steuerzahler von morgen."

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Gibt es kontaminierte Kunst?"Verbannen ist das Gegenteil eines Dialogs"

Porträt des Philosophen Konrad Paul Liessmann (Zsolnay Verlag / Heribert Corn, www.corn.at)

Wie frei die Kunst zurzeit? Für Museen oder das Kanzleramt stellt sich die Frage, wie man mit Bildern des bekennenden Nationalsozialsten Emil Nolde umgeht. Oder mit denen von Axel Krause, der der AfD nahe steht. „Die Kunst weiß mehr als der Schöpfer“, sagte der Philosoph Konrad Paul Liessmann dazu im Dlf.

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Zum zehnten Todestag von Pina Bausch"Sie ist tatsächlich wahnsinnig lebendig"

Porträt der Tänzerin Pina Bausch. (imago images / Leemage)

Zehn Jahre nach dem Tod der Choreografin Pina Bausch ist das von ihr gegründete Tanztheater Wuppertal noch immer eins der berühmtesten Ensembles der Welt. Weil die Stücke ewig seien, sagt die neue Direktorin Bettina Wagner-Bergelt im Dlf - und kündigt trotzdem neue Projekte an.

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Verfassungsrechtlerin über Rechtsterrorismus"Für jede Gesellschaft eine große Gefahr"

Ece Göztepe (Thomas Müller)

Wenn politische Auseinandersetzung in Gewalt ende, verstöre das die Gesellschaft nachwirkend, sagte die deutsch-türkische Verfassungsrechtlerin Ece Göztepe im Dlf. Im Vergleich zu vielen europäischen Staaten sehe man in Deutschland aber eine stabile, weltoffene und tolerante Gesellschaft.

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Deutsch-italienische Beziehungen„Salvini verhöhnt die Kultur“

Die Direktorin der Casa di Goethe, Maria Gazzetti, vor einer Kopie des Gemäldes "Goethe in der Campagna" von Johann Heinrich Tischbein; das Original des Gemäldes hängt im Frankfurter Städel. (imago/epd)

"Ich habe leider das Gefühl, Italien hat sich innerlich schon lange von Europa entfernt. Italien driftet ab", sagte Maria Gazzetti im Dlf. Die Leiterin der Casa di Goethe in Rom beklagt das Lamentieren ihrer Landsleute: Es seien immer die anderen schuld.

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Rechtspopulismus"Wir sind aus der politischen Lethargie erwacht"

Die Soziologin Cornelia Koppetsch sitzt auf einer Terrasse (Fotograf: Jan-Christoph Hartung)

Die gesellschaftliche Spaltung sei auch Ergebnis eines kulturellen Zerwürfnisses, sagte die Soziologin Cornelia Koppetsch im Dlf. "Wir sind mitten in einer Zeitenwende." Weltläufig orientierten Parteien stünden rechtspopulistische gegenüber.

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Jugendproteste in DeutschlandMit Greta Thunberg das Möglichkeitsfenster nutzen

Sie ist der Star der jungen Klimabewegung: die schwedische Aktivistin Greta Thunberg, hier in Hamburg (Deutschlandradio/Axel Schröder)

Der Klimabewegung "Fridays for future" sei es gelungen, die Spannung zu halten, sagte der Protestforscher Simon Teune im Dlf. Vor allem die positiven Rückmeldungen aus Wirtschaft und Politik hätten dazu geführt, dass die Bewegung nicht nach wenigen Wochen eingebrochen sei.

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Komponistin Rebecca Saunders"Nicht jeder muss meine Musik hören wollen"

Rebecca Saunders sitzt in einem Arbeitszimmer an einem Schreibtisch (EvS Musikstiftung)

Niemand könne jedem gefallen, sagte die Komponistin Rebecca Saunders im Dlf. Viel wichtiger ist es ihr, mit ihrer Musik zur Vielfalt beizutragen: "Ohne Kunst, ohne Kultur kann sich eine Gesellschaft nicht mit der Gegenwart auseinandersetzen." Kulturförderung sei daher absolut notwendig.

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Museen und RestitutionDebatte über historisches Erbe aus der Kolonialzeit

Ein Neues Testament und eine Peitsche aus dem Besitz von Hendrik Witbooi liegen in einer Vitrine (picture alliance / Marijan Murat / dpa)

Viele Museen stehen unter Druck, Kulturgüter aus der Kolonialzeit zurückzugeben. Im Dlf plädiert die Direktorin des Linden-Museums, Castro, für eine radikale Veränderung ethnologischer Museen. Der Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Hilgert, sieht die Gesellschaft vor einer komplexen Debatte.

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Schriftsteller Robert Menasse über Österreich"Zerstörung der politischen Kultur"

Der Schriftsteller Robert Menasse bei der Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille (dpa / Andreas Arnold)

Die Staatskrise in Österreich wirft neu die Frage auf: Wie gefährlich ist der Rechtspopulismus? Robert Menasse hält dagegen Sebastian Kurz für den Schuldigen: "Was der Kanzler an Zerstörung politischer Kultur produziert hat, gehört von Grund an aufgearbeitet", sagte der österreichische Schriftsteller im Dlf.

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Verfassungsrichter a.D. Dieter Grimm"Das Grundgesetz ist auf der Höhe der Zeit"

Der Verfassungsrechtler Dieter Grimm steht in einer Bibliothek und hält sein Buch "Europa ja - aber welches?" (Deutschlandradio / Michael Köhler)

Auch nach 70 Jahren komme man mit dem Grundgesetz "gut hin", sagte Verfassungsrechtler Dieter Grimm im Dlf. Es sei "auf der Höhe der Zeit". Das Wahlrecht und die Regeln zur Verfassungsänderung sehe er aber gern geändert.

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Dramatikerin Enis MaciDie Schuld der Mitwisser

Die Autorin, Essayistin und Dramatikerin Enis Maci (Fotograf: Max Zerrahn)

Welche Schuld laden Mitwisser eines Verbrechens auf sich? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Stückes "Mitwisser" von Enis Maci, das auf den Mülheimer Theatertagen aufgeführt wird. Dabei gehe es ihr nicht um eine klare Antwort auf diese Frage, sagt Maci im Dlf, sondern um die Konfrontation mit der Wirklichkeit.

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She She PopDie Bühne als Ort utopischer Kommunikation

Mitglieder der Performance-Gruppe She She Pop in einer Szene aus dem Stück "Oratorium", eingeblendet der Text: Moment! Diese Geschichte kennen wir! Gleich wird die Wohnung verkauft und sie muss raus. Korrekt? (Fotograf: Benjamin Krieg)

Sie arbeiten seit 25 Jahren im Kollektiv: die Frauen von She She Pop, einer erfolgreichen Performance-Gruppe. Mit "Oratorium" sind sie zum Berliner Theatertreffen eingeladen. "Was wir machen ist, eine Frage stellen, die man alleine nicht beantworten kann", sagte Lisa Lucassen im Dlf.

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Zukunft der Arbeit"Wir müssen vergleichbare Arbeitszeiten schaffen"

Jutta Allmendinger spricht als Präsidentin des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung in Berlin auf einer Pressekonferenz des Statistischen Bundesamtes am 03.05.2016 (dpa/Soeren Stache)

Wie wird die Arbeit in Zeiten der Digitalisierung verteilt? Wie kann Arbeit flexibler organisiert und gerechter bezahlt werden? "Es gibt keine Verbesserung der Lage der Frauen in einer Gesellschaft, in der Vollzeit die Männer und Teilzeit die Frauen arbeiten", sagte Jutta Allmendinger im Dlf.

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Rechtsphilosoph Uwe Volkmann"Kultur des wechselseitigen Respekts durchsetzen"

Ein Plakat mit der Aufschrift "Merkel muss weg" und eine mit zwei Händen geformte Raute (dpa / Stefan Sauer)

Offene Wut gegen Volksvertreter, wüste Beschimpfungen von Mitbürgern, Hass-Postings im Netz - fällt das unter Meinungsfreiheit oder braucht es da juristische Nachjustierungen? Das Recht sollte mehr erzieherische Impulse aussenden, um die Achtung von Personen zu stärken, sagte der Staatsrechtler Uwe Volkmann im Dlf.

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Architekturerbe in Tel AvivDas Bauhaus als Brückenbauer

Die weißen geschwungene Mauern sind typisch für die Bauhaus-Architektur in Tel Aviv  (dpa / Uta Poss)

Neues Bauen für ein neues Land: Die Bauhaus-Architektur in Tel Aviv sollte Juden aus aller Welt einst eine neue Heimat bieten. Heute könne dieses architektonische Erbe zu einem besseren Verständnis zwischen den Kulturen Israels führen, sagte Denkmalpflegerin Sharon Golan-Yaron im Dlf.

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30 Jahre World Wide Web"Das Internet ist gut und böse gleichzeitig"

Wolfgang Hagen, der ehemalige Leiter der Kultur- und Musikabteilungen im Deutschlandradio-Kultur, aufgenommen am 08.05.2007 (dpa / Steffen Kugler )

Datenskandale, Fake News, Hasspostings: Im 30. Jahr seines Bestehens hat das Word Wide Web einen schlechten Ruf. "Jeder kann ins Internet, und damit auch die bösen Buben", sagte der Medienwissenschaftler Wolfgang Hagen im Dlf. Es gebe aber Möglichkeiten, gegen die Internetschattenseiten vorzugehen.

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Meisterwerke, Raubkunst, KulturpolitkMoralische Pflicht zur Rückgabe

Ein Porträt von Eike Schmidt, amtierender Direktor der Uffizien in Florenz und künftiger Leiter des Wiener KHM (imago / IPP / Paolo lo Debole Firenze )

Die Uffizien gehören zu den ältesten und bekanntesten Museen der Welt. Direktor Eike Schmidt machte im Januar auf ein von der Wehrmacht gestohlenes Gemälde aufmerksam, das in die Uffizien zurückkehren soll. Die deutsche Rechtslage erschwere dies jedoch, sagte Schmidt im Dlf.

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Tournee von Bernard-Henri Lévy"Überall habe ich echte Begeisterung für Europa erlebt"

Der französische Philosoph Bernard-Henri Levy (C) bei der Beerdigung von Claude Lanzmann auf dem Friedhof in Paris, Montparnasse am 12. Juli 2018. (imago / Patrice Pierrot)

Europa habe zwei Feinde, sagte der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy im Dlf: die Rechts- und Links-Populisten innerhalb Europas sowie Trump und Putin außerhalb. Mit seinem neuen Theaterstück "Looking for Europe" reise er durch Europa, um den auflösenden Kräften ein "Nein" entgegen zu setzen.

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Politikberaterin Ringler über die EU„Europa hat seine Zukunft noch vor sich"

Die Flaggen der Mitgliedsstaaten der EU sind zusammen mit der EU-Flagge auf einem Tisch im Europäischen Informationszentrum aufgestellt, fotografiert am 08.02.2017 in Erfurt (Thüringen). (picture-alliance / dpa / Jens Kalaene)

Die österreichische Politologin Verena Ringler kann das Gerede von einer Krise der EU nicht mehr hören. Die Fakten würden eine andere Sprache sprechen. Die besten Tage der EU stünden noch bevor, "wenn Politiker, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kühne Allianzen für Reformen bilden", sagte sie im Dlf.

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