Kulturfragen 

Säkularer Liberalismus"Ich glaube nicht an Machtsysteme"

Transparente Black Lives Matter und Black Trans Lives Matter, Black-Lives-Matter Demonstration, gegen Rassismus und Polizeigewalt am 6. Juni 2020 in Hannover  (dpa / picture alliance / imageBROKER / Werner Musterer)

Politischer Aktivismus hat für die Autorin Helen Pluckrose religiöse Züge angenommen. Soziale Zusammenhänge würden jenseits von empirischen Fakten „fast wie eine Verschwörungstheorie“ interpretiert, sagte sie im Dlf. Einen Ausweg aus dieser Sackgasse biete ein säkularer Liberalismus.

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Politikwissenschaftler kritisiert Flüchtlingspolitik"Hier werden Flüchtlinge als Geiseln gehalten"

Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos: Ein Vater beobachtet seine Kinder, die auf der Straße schlafen. (imago images / ANE Edition)

Seit dem Brand im Auffanglager Moria wird in Europa diskutiert, wie Flüchtlingen zu helfen ist. Die Politik der griechischen Regierung kritisierte der Politikwissenschaftler J. Olaf Kleist im Dlf als "hoch problematisch". Deren zynische Haltung treffe "alle in den Grundfesten Europas".

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Proteste gegen Corona-Politik"Verwahrlosung der Demokratie"

Der Philosoph und Politikwissenschaftler Rainer Forst, fotografiert in seinem Büro in der Goethe-Universität in Frankfurt am Main (dpa / Frank Rumpenhorst)

Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen wertet der Politikwissenschaftler Rainer Forst als Krise in der Demokratie. Die Frage der Gerechtigkeit gerate aus dem Blick, Verschwörungstheorien hätten immer mehr Zulauf, sagte er im Dlf. Die Politik müsse ihr Vorgehen nun nachvollziehbar rechtfertigen.

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Kunstkritiker Ndikung "Debatte um Achille Mbembe ist rassistisch“

Bonaventure Ndikung spricht am 20. November 2019 auf der 12. African Photography Biennale in Bamako, Mali (picture alliance/Nicolas Remene)

Dem Kameruner Philosophen Achille Mbembe wird die Verharmlosung des Antisemitismus vorgeworfen, weil er die israelische Besetzungspolitik im Westjordanland mit dem südafrikanischen Apartheidsystem verglich. Der ebenfalls aus Kamerun stammende Bonaventure Ndikung findet die Diskussion erbärmlich.

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Historikerin Bauche über Kolonialismus"Es war systematisches Unrecht"

Herero- und Nama-Gefangene um 1904 im heutigen Namibia. (afp / National Archives of Namibia)

Bei den Aktivistinnen und Aktivisten für ein postkoloniales Erinnern ist die Freude groß über die Umbenennung der Mohrenstraße in Berlin. "Es geht nicht darum, koloniale Spuren zu tilgen", sagt die Historikerin Manuela Bauche. Kolonialismus müsse als Querschnittsthema betrachtet und verankert werden.

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Salzburger Festspiele 2020"Es entsteht wieder eine Zusammenkunft, und die ist kostbar"

Porträt von Markus Hinterhäuser (2020) - Pianist und Intendant der Salzburger Festspiele (imago images / Manfred Siebinger)

Die Salzburger Festspiele sind das einzige Musikfestival in Europa, das in diesem Sommer stattfindet. In einer Hinsicht war Corona ein Glück, sagte Intendant Markus Hinterhäuser im Dlf: "All die wunderbaren Sänger waren frei und einfach nur glücklich, dass sie das machen können".

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Aufarbeitung des Kolonialismus "Wir müssen tiefer graben"

Die Schrifstellerin Leila Slimani. (JOEL SAGET / AFP)

Die französisch-marokkanische Schriftstellerin Leïla Slimani ist dagegen, Denkmäler zu stürzen und damit die Spuren der Kolonialgeschichte zu tilgen. Es sei wichtig, dass es Orte der Erinnerung gebe, damit man begreife, warum etwas furchtbar war. „Es ist unsere Vergangenheit“, so Slimani.

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Aufarbeitung des Kolonialismus"Kein philosophisches Denken ist heilig"

Statue von Immanuel Kant in Kaliningrad. (imago images/imagebroker/Gabriele Thielmann)

Der Kolonialismus hat bis heute Spuren in unserem Denken hinterlassen. Um sie zu beseitigen, müsse die Geschichte der Philosophie neu gedacht werden, sagte die Philosophin Nadia Yala Kisukidi im Dlf: "Es gibt eine Sammlung von Idiotien in der Philosophie und die muss man zerpflücken."

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"Dekolonisiert euch!"Postkoloniale Denker im Gespräch

Teilnehmerin einer Demonstration gegen Rassismus Ende Juni 2020 in München (imago / Sachelle Babbar)

Rassismus und koloniales Denken sitzen tief in westlichen Gesellschaften. Um diese lange eingeübten Denkmuster aufzubrechen, braucht es auch nicht-weiße Stimmen. In unserer Sommerreihe kommen sie zu Wort.

Hohenzollern-Streit"Weichgezeichnetes Kaiserreich"

Der Historiker Eckart Conze am 11.10.2018 auf der Frankfurter Buchmesse. (imago stock&people)

Hat die Familie Hohenzollern dem Nationalsozialismus "erheblichen Vorschub" geleistet? Wenn ja, haben sie keinen Anspruch auf Entschädigung für die Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Historiker Eckart Conze sagte im Dlf, das symbolische Gewicht des Engagements des Kronprinzen sei von entscheidender Bedeutung.

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Nanette Snoep über Dekolonisierung der Museen"Ein Prozess, den die Museen als offene Häuser begleiten können"

Nanette Snoep, Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums (Foto: Vera Marusic)

An vielleicht keinem anderen Ort ist die Kolonialzeit noch so präsent wie in den ethnologischen Museen. Ihre Sammlungen entstanden mit klaren politischen Zielen, sagt Nanette Snoep, Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums in Köln. Inzwischen werde nach neuen Konzepten gesucht.

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Abschied von den Münchner KammerspielenIntendant Lilienthal: "Für mich ist Theater immer politisch"

Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele, sitzt hinter der Bühne seines Hauses auf einem Requisiten-Sofa. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)

Matthias Lilienthal wurde als Intendant der Münchner Kammerspiele zuerst angefeindet und dann ausgezeichnet und gefeiert. Das Ende seiner fünfjährigen Intendanz fällt mitten in die Coronakrise, die er gefährlich findet: "Die Kulturellen Institutionen sind ins Herz getroffen", sagte er im Dlf.

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Philosoph zu Risiko-Ethik in der Pandemie"Bei der Mundschutzpflicht ist einiges schief gegangen"

Mund-Nase-Masken zum Schutz vor dem Coronavirus in einem Schaufenster in Erfurt (Thüringen). Die bunt gemusterten Masken sind an einer Wäscheleine aufgehängt. (dpa/Martin Schutt)

Für jede Art angewandter Ethik sind Risikoabwägungen wichtig. Bei der Lungenerkrankung COVID-19 entscheiden sie über Leben und Tod. Die Pandemie stelle deshalb eine "philosophische Aufgabe, die wir in Echtzeit erledigen müssen", so der Philosoph Nikil Mukerji.

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Rassismus in den USA"White Supremacy dominiert die amerikanische Gesellschaft"

Demonstrierende am Washington Square in New York  (imago)

Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten hat eine Protestwelle in den USA und vielen anderen Ländern ausgelöst, wie es sie seit den 60er-Jahren nicht mehr gab. In gewisser Weise setze sich hier die Lynchjustiz fort, sagte die Historikerin Christine Knauer im Dlf.

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Soziologe zu Corona-Protesten"Verschwörungs-Theoretiker setzen sich auf den Protest drauf"

Ein Mann hält auf einer Hygienedemo in München ein Plakat mit der Aufschrift "COVID-1984" hoch (picture alliance/ ZUMA Wire/ Sachelle Babbar)

In modernen Gesellschaften könne niemand durchregieren, sagte der Soziologe Armin Nassehi im Dlf. Dagegen wollten viele auf den Corona-Protesten demonstrieren. Dabei seien aber die Verschwörungstheoretiker die lauteren. Sie bedienten sich aus einem altbekanntem "Arsenal" an Argumenten.

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Öffnung von Theatern und Opernhäusern„Es gab keine Kommunikation zwischen Theater und Politik“

Blick auf das Stadttheater Aachen mit Leuchtüberschrift über dem Haupteingang. (picture-alliance/ dpa/dpaweb / Horst Ossinger)

Die Bühnen in NRW dürften wieder öffnen, bleiben in vielen Städten aber trotzdem zu, etwa in Aachen. Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck und rund 30 Mitarbeitende hatten sich im März mit dem Coronavirus infiziert. Die Öffnung der Häuser beurteilt er skeptisch - auch aus praktischen Gründen.

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Susan Neiman über Antisemitismusvorwurf"Man muss die Politik Israels kritisieren"

Susan Neiman, amerikanische Philosophin und Direktorin des Potsdamer Einstein-Forums (Imago | Jürgen Heinrich )

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wirft dem Historiker Achille Mbembe vor, die Grenze zum Antisemitismus überschritten zu haben, weil er das südafrikanische Apartheids-Regime mit der israelischen Regierung vergleicht. Die Philosophin Susan Neiman verteidigt Mbembe im Dlf.

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Historiker zur Coronakrise"Wir haben keine Vertrauenskrise gegenüber dem Staat"

Neuzeithistoriker Jörn Leonhard am 10. Januar 2020 in Saarbrücken (imago / Becker&Bredel)

Anders als vor hundert Jahren sei der Parlamentarismus gegenwärtig nicht in Gefahr, sagte der Neuzeithistoriker Jörn Leonhard im Dlf. Erkennbar seien im Gegenteil die Errungenschaften der stabilen Demokratie. Gefahr bestehe eher für Gesellschaften, die schon zuvor "auf einer autoritären Bahn" waren.

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Demokratie in Coronazeiten"Europa ist nicht mehr Chefsache"

Die deutsche Politikwissenschaftlerin Ulrike Guerot  (picture-alliance/APA/Herbert Pfarrhofer )

Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot kritisiert die EU und streitet für ein republikanisches Europa. Die Krise müsse einen "Denkraum für ein anderes Europa" eröffnen, forderte Guérot im Dlf. Und Wolfgang Schäubles Worte über Freiheit und Sicherheit seien richtig gewesen.

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Coronakrise und KulturbetriebIm Ausnahmezustand "eine solidarische Gesellschaft bleiben"

Dr. Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele (Magdalena Lepka)

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben massive Folgen für die Kulturlandschaft. Künstler dürften "nicht durchs Rost fallen", sagte der Intendant der Berliner Festspiele, Thomas Oberender, im Dlf. In der Kultur müsse man überlegen, wie man den derzeitigen Wandel mitgestalte.

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Corona und die Folgen"Seuche ist etwas, das man tut": Jeder trägt Verantwortung

Holzschnitt von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1498 mit der Darstellung der apokalyptischen Reiter. (picture alliance / dpa)

Das Coronavirus werde unsere Gesellschaft verändern, sagte die Historikerin Katharina Wolff im Dlf: Infektionskrankheiten seien Katalysatoren für Gesellschaften. Für uns sei diese Situation neu, im Lauf der Geschichte habe es sie aber immer wieder gegeben - beispielsweise während der Pest.

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Hamburgs KultursenatorCarsten Brosda: "Kunst darf weh tun"

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda spricht bei einer Veranstaltung auf Kampnagel in Hamburg (imago stock&people)

Die Kunst kann die Gesellschaft weder kitten noch heilen, meint Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD). "Aber Kunst kann uns mit aller Brutalität darauf hinweisen, dass etwas nicht in Ordnung ist", sagte er im Dlf. Aufgabe von Kulturpolitik heute sei es, der Kunst ihre Freiheit zu erhalten.

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Philosoph Christoph Türcke"Permanente Erreichbarkeit kann so etwas wie Psychoterror sein"

Ein Paar sitzt auf dem Sofa, beide sind mit ihrem Smartphone beschäftigt. Dazwischen sitzt ein kleines Mädchen. (imago images / Panthermedia / Andrey Popov)

Alle benutzen es, immer, in der U-Bahn, im Café, am Küchentisch: das Smartphone. Ein "Spiel mit dem Feuer", sagte der Philosoph Christoph Türcke im Dlf zu den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Deren ungeheure Dynamik müsse gezähmt werden - bei Kindern durch radikale Dosierung.

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Siemens-MusikpreisträgerinTabea Zimmermann: "Eine Musikausbildung sollten wir allen gönnen"

Ein Porträt der Bratschistin Tabea Zimmermann, Berlin 2019: Die Musikerin steht hinter herunterhängenden Ästen und horcht mit einer Hand am Ohr. (Foto: Rui Camilo, © EvS Musikstiftung)

Im Alter von drei Jahren hat Tabea Zimmermann mit dem Bratschespiel begonnen. Ihrem ersten Lehrer ist sie bis heute dankbar: Er habe ihr die Grundeinstellung zur Musik vermittelt. Die heute weltbekannte Bratschistin ist dafür, Musik wie Mathe oder Sport als wichtigen Teil einer Ausbildung anzusehen.

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Regisseur Achim Freyer"Im Westen habe ich mich unfrei gefühlt"

Der Regisseur Achim Freyer gibt in der Akademie der Künste eine Pressekonferenz zu einer Ausstellung. (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)

In der DDR gab es mehr Natur, Solidarität unter Kollegen und eine große innere Freiheit, gute Kunst zu machen, sagte der Regisseur Achim Freyer im Dlf. Dennoch floh er 1972 in den Westen. Der Kulturschock war immens: "Die westliche Freiheit hat mich gefesselt", so Freyer.

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Geben und NehmenKulturaustausch auf der Seidenstraße

Eine Kamelkarawane rastet in Antiochien im antiken Syrien an der Seidenstraßenroute. Kolorierter Stich aus dem 19. Jahrhundert (imago images / Danita Delimont)

Die legendäre Seidenstraße war ein 7000 Kilometer langer Handelsweg zwischen dem Mittelmeer und China. Mit dem Warenverkehr fand auch Kulturaustausch statt. Die Rolle vieler namenloser zentralasiatischer Völker dabei wird erst heute richtig gewürdigt.

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Milo Rau über Kolonialismus heute"Illegale Flüchtlinge aus Afrika sind die modernen Sklaven"

Milo Raus "Die Revolte der Würde" (Kampagne) und "Das Neue Evangelium" (Performance und Film): Milo Rau (stehend im schwarzen T-Shirt) probt mit Jesus (Yavn Sagnet, Mitte mit Flasche) und seinen Aposteln die Filmszene "das letzte Abendmahl" (Fotograf / Copyright: Armin Smailovic)

"Die ganze europäische Landwirtschaft in Südeuropa funktioniert eigentlich nur noch dank der schlecht bezahlten Handarbeit von Flüchtlingen," sagte der Regisseur, Intendant und Filmemacher Milo Rau im Dlf. Mit seinem Jesus-Film zettelte er eine "Revolte der Würde" dagegen an.

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Schauspieler Ulrich Matthes"Das Publikum ist leidenschaftsloser geworden"

Ulrich Matthes während einer Produktion für Deutschlandfunk Kultur im Jahr 2016 (Deutschlandradio / Sandro Most)

Intensiver, temperamentvoller und wütender sei das Theaterpublikum früher gewesen, sagte der Schauspieler Ulrich Matthes im Dlf. Das hänge damit zusammen, dass alles, was noch wirklich verstören könne, schon "durch" sei. Das Publikum unterschätze seinen Beitrag zum Gelingen einer Vorstellung.

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Über Verteilung und VerantwortungPhilosophin Lisa Herzog: Ungleichkeit gefährdet die Demokratie

Die Illustration zeigt viele Menschen, die einen Würfel hochhalten, auf dem "Yes" und "No" steht. (imago images / Ikon Images / Klaus Meinhardt)

Welche gesellschaftliche Verantwortung haben Reiche, Führungskräfte und Arbeitgeber? Wie kann gerechter verteilt werden? Die Philosophin Lisa Herzog von der Universität Groningen sagte im Dlf, es gebe eine "gefährliche Entwicklung für die Demokratie", wenn die Verteilungsschere weiter auseinandergehe.

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Narrative des KlimawandelsSoziologe Sighard Neckel: "Aufschwung des utopischen Denkens"

Der Soziologe Prof. Dr. Sighard Neckel (© Sebastian Engels Fotografie)

Vor drei Wochen rief das EU-Parlament den Klima Notstand aus. Die gesellschaftlichen Szenarien schwanken zwischen Apokalypse und Modernisierung durch Technik. Für nachhaltige Veränderungen bräuchten wir „positive Vorstellungen“ von der Zukunft, sagte der Soziologe Sighard Neckel im Dlf.

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Michi Strausfeld über Südamerika Zu viele Strukturen stammen noch aus Diktaturen

Die Literaturwissenschaftlerin Michi Strausfeld (Deutschlandradio / Torben Waleczek)

Junge Lateinamerikaner träumen von "Chancengleichheit, Demokratie, von Rechtsstaat, von Gewaltenteilung, die funktioniert", so Michi Strausfeld im Dlf. Die Literaturwissenschaftlerin, die auch Kulturvermittlung betreibt, hält soziale Ungleichheit für das größte Problem des Kontinents.

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Klaus Ernst, Die Linke"Wir sind überhaupt nicht national"

Klaus Ernst (Die Linke) spricht am 22.05.2015 im Plenarsaal des Bundestages in Berlin zu den Abgeordneten. (Rainer Jensen/dpa)

Der Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke Klaus Ernst glaubt, dass die Politik sich wieder verstärkt um die Sorgen und Nöte der Menschen kümmern müsse. In die Nähe von politischen Konzepten der AfD möchte er sich dennoch nicht gerückt sehen. Die Linke sei nicht populistisch, sagte er im Dlf.

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Alexander Yendell über Rechtspopulismus"AfD-Wähler sind zum Teil schon radikal"

Dr. phil. Alexander Yendell, steht vor einer weißen Wand und lächelt in die Kamera, er hat einen Anzug an und einen Stift in der Hand. (Universität Leipzig / Swen Reichhold)

Vor allem autoritär eingestellte Menschen hätten in Brandenburg, Sachsen und Thüringen bei den Landtagswahlen die AfD gewählt, sagte der Soziologe Alexander Yendell im Dlf. Die Wähler dieser Parteien seien zudem anfällig für Verschwörungstheorien.

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Intendant der Berliner Festspiele„Zum Ostdeutschen ist man gemacht worden durch 30 Jahre“

Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, eröffnet die Pressekonferenz zum Theatertreffen 2018. Das 55. Theatertreffen zeigte vom 4. bis zum 21. Mai bemerkenswerte Inszenierungen der Saison aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. (picture alliance / Annette Riedl)

Die Geschichte nach dem Fall der Mauer müsse neu geschrieben werden, so die Forderung von Thomas Oberender, dem Intendanten der Berliner Festspiele. In den letzten 30 Jahren habe man den Bürgern der ehemaligen DDR ihre Geschichte genommen, sagte er im Dlf. Davon profitiere auch die AfD.

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Lukas Bärfuss zum Büchner-Preis 2019"Meine Poetik war mir nie Selbstzweck"

Ein Porträt des Schweizer Schriftstellers Lukas Bärfuss, 2017 (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

In seiner Dankesrede verwies der Schweizer Dramatiker und Autor Lukas Bärfuss auf die Verantwortung seiner Generation, an die Verbrechen der Vergangenheit zu erinnern: "Wer den letzten Krieg vergisst, bereitet schon den nächsten vor."

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Völkerrechtsverstoß in Nordsyrien„Das Weltgewissen muss sich erheben“

Völkerrechtler Claus Kreß als "amicus curiae" vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (International Criminal Court)

Die Militäroffensive in Nordsyrien ist nach Ansicht des Völkerrechtlers Claus Kreß ein Verstoß gegen das Gewaltverbot. Das Selbstverteidigungsrecht der Türkei sei nicht ausreichend begründet, sagte er im Dlf. Den Bündnispartnern warf er zudem Versäumnisse vor.

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Philosoph zu "Extinction Rebellion"Robin Celikates: Klimaprotest ist "nicht antidemokratisch"

Robin Celikates (privat)

Dürfen Klimaschützer Gesetze brechen? Ja, findet der Philosoph Robin Celikates - wenn der Protest darauf abzielt, die Demokratie zu stärken. Die jüngere Geschichte zeige, dass ziviler Ungehorsam eine "demokratiefördernde Funktion" habe, so Celikates im Dlf.

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Ostdeutsche Identitäten"Kultur ist immer politisch"

Ulrike Lorenz, neue Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar (picture alliance/Michael Reichel/dpa)

Kultur agiere im politischen Raum, sagte Ulrike Lorenz im Dlf. Die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar fordert einen vielstimmigen, gesellschaftlichen Dialog über Identitäten. Man dürfe Begriffe wie Heimat und Kultur nicht Gruppen mit "absurden Reinheitsvorstellungen" überlassen, so Lorenz.

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Ostdeutsche Identitäten"Chemnitz hat genug gelitten"

Kunsthistorikerin Ingrid Mössinger (picture alliance / ZB)

Die Kunsthistorikerin Ingrid Mössinger war langjährige Leiterin der Kunstsammlungen Chemnitz. Die Stadt werde unterschätzt, sagte sie im Dlf. Das Stigma des Rechtsradikalismus trage sie zu unrecht - und kulturell habe sie einiges zu bieten. Der Titel "Europäische Kulturhauptstadt" sei erreichbar.

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Ostdeutsche Identitäten"Da ist viel altes DDR-Gefühl mit drin"

Psychoanalytikerin Annette Simon in ihrem Büro sitzend vor dem Schreibtisch (Foto: Vaughan Melzer)

Offener Protest in der DDR war gefährlich. Gesetze wurden deshalb "mit klammheimlicher Freude hintenrum" hintergangen, sagte Annette Simon im Dlf. Die Stimmen für die AfD sieht sie als "nachgeholten Ungehorsam": 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution suchten die Ostdeutschen die Konfrontation.

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Staatsrechtler zu Künast-Urteil"Anstand ist das Lebenselixier der Demokratie"

Udo di Fabio, Autor des Buchs "Die Weimarer Verfassung – Aufbruch und Scheitern" und ehemaliger Richter des Bundesverfassungsgerichts (imago images / Reiner Zensen)

Die Beleidigungen und Beschimpfungen der Politikerin Renate Künast sind nach Meinung von Udo di Fabio nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. "Die Passagen, die ich gesehen habe, waren klassische Beispiele einer Schmähkritik", sagte der Verfassungsrechtler im Dlf.

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Britisches ParlamentDas große Brexit-Theater

Debatte im britischen Unterhaus in London (dpa / picture-alliance)

"Order"-Rufe und skurrile Traditionen: Die Brexit-Debatten im britischen Unterhaus werden mit exzentrischer Leidenschaft geführt. Der Journalist Quentin Peel sagte im Dlf, er vermisse bei den Briten die Fähigkeit zum Kompromiss - und führte das auch auf die Debattenkultur zurück.

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Soziologe Armin Nassehi Wenn Diversität sich gegen den Menschen kehrt

Armin Nassehi ist Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Hier ein Portät vor der TV Talkshow "Hart aber Fair". (picture alliance / Sven Simon)

Wenn Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe keine Rolle spielen, ist das Gleichberechtigung. Wer aber zu sehr auf diese Kennzeichen poche, erreiche das Gegenteil, sagte der Soziologe Armin Nassehi im Dlf. Nicht der Mensch steht im Vordergrund, sondern seine Merkmale. Was befreiend begonnen hat, wirkt beengend.

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Verlust von Diversität"Geregelte Vielfalt ist keine mehr"

Thomas Bauer im Porträt. (picture alliance / dpa / Julia Cawley)

Wir sind umgeben von Überfluss. Das betrifft nicht nur Waren, sondern auch unsere Identität, sexuelle Orientierungen zum Beispiel. Und dennoch gebe es einen Verlust von Diversität und Mehrdeutigkeit, sagte der Islamwissenschaftler Thomas Bauer im Dlf. Er plädiert für mehr Mut zur Vagheit.

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Diversität im Berliner Kulturbetrieb"Wir können der Anfang von etwas Neuem sein"

Publikum sitzt vor einer Bühne.  (dpa/picture alliance/Markus Scholz)

Ein Blick ins Theater oder ins Museum macht klar: Weder Publikum noch Personal sind so vielfältig wie die Berliner Stadtgesellschaft. "In Kultureinrichtungen sieht es sehr anders aus als in der U 1 oder der U 7", sagte Sandrine Micossé-Aikins im Dlf. Die Agentur "Diversity-Arts-Culture" soll das ändern.

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Diversität in der Wirtschaft"Vielfalt ist wichtig für den unternehmerischen Erfolg"

Gernot Sendowski, Leiter des globalen Diversity & Inclusion-Teams der Deutschen Bank sowie stellv. Vorstandsvorsitzender des Charta der Vielfalt e. V. (Gernot Sendowski)

Seit fast 20 Jahren betreibt die Deutsche Bank "Diversity Management". Ein vielfältig zusammengesetztes Team zahle sich auch ökonomisch aus, sagte Gernot Sendowski, Diversity-Verantwortlicher des Konzerns und Vorstand der Initiative "Charta der Vielfalt", im Dlf.

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