Syrien
Kurden-Miliz erklärt Verhandlungen mit Zentralregierung für gescheitert - IS-Terroristen aus Gefängnissen ausgebrochen

Als Folge der Gefechte im Nordosten Syriens sind dort zahlreiche Mitglieder der IS-Terrormiliz aus Gefängnissen geflohen. Die Verhandlungen über ein Ende des Konflikts zwischen Regierungstruppen und der kurdischen Miliz SDF wurden am Dienstag abgebrochen.

    Ein Luftbild mit Blick auf das syrische Al-Aqtan-Gefängnis in Aleppo.
    Das syrische Al-Aqtan-Gefängnis in Aleppo (picture alliance / SIPA / Qusay Abd Albari)
    Ein Vertreter der autonomen kurdischen Verwaltung erklärte, die Gespräche in Damaskus seien gescheitert, da die Regierung eine bedingungslose Kapitulation der Kurden gefordert habe. In den vergangenen Tagen hatten syrische Regierungstruppen bei einer Offensive in der Großstadt Aleppo und im Nordosten des Landes Kämpfer der kurdisch geführten SDF-Miliz aus mehreren bisher von ihnen beherrschten Gebieten vertrieben.
    Am Sonntag verkündete der syrische Übergangspräsident al-Scharaa dann einen Waffenstillstand und gab ein Abkommen mit den Kurden bekannt. Ungeachtet dessen meldeten beide Seiten neue Gefechte.

    IS-Mitglieder entkommen aus Gefängnissen

    Als Folge der Kämpfe sollen in der Stadt Asch-Schaddadi zahlreiche Mitglieder der IS-Terrormiliz aus einem Gefängnis ausgebrochen sein. Nach Angaben des syrischen Innenministeriums handelt es sich um rund 120 IS-Terroristen, die SDF-Miliz sprach von bis zu 1.500 Ausgebrochenen.

    Machtverlust für die Kurden

    In der Region haben die Kurden seit 2016 zahlreiche Gefängnisse und Internierungslager eingerichtet, in denen sich nach Schätzungen unter anderem rund 11.000 ehemalige IS-Kämpfer mit ihren Familien befinden sollen.
    Damaskus drängt auf eine Eingliederung der autonom geführten kurdischen Verwaltungen im Nordosten in die staatliche Ordnung.
    Diese Nachricht wurde am 20.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.