
Hitze und Dürre fordern Agrarunternehmen einen Preis ab. Sie werden – im Durchschnitt betrachtet - 2026 und 2027 wohl keine gute Ernte einfahren. Für den einzelnen Landwirt sind miserable Hektarerträge eine unternehmerische Katastrophe. Die Versorgung ist hierzulande jedoch mitnichten gefährdet.
Deutschland ist weltweit viertgrößter Exporteur von Agrar- und Lebensmittelprodukten und drittgrößter Importeur. Bei Getreide produzieren deutsche Landwirte meist über dem inländischen Bedarf. Bei Kartoffeln und Zucker kam Deutschland im zurückliegenden Jahr sogar auf einen Selbstversorgungsgrad von 140 Prozent. Die Folge: Die Preise waren im Keller, Kartoffeln wurden vernichtet.
Die Forderung nach Klimaschutz ist richtig
Auf und ab zwischen guten und schlechten Jahren gehört zu Berufen, die abhängig von Wetter, Klima und Natur produzieren. Deshalb ist es auch richtig, die Landwirtschaft zu subventionieren. Wer jetzt "K" wie Kompensation ruft und Entschädigung verlangt, muss sich jedoch gefallen lassen, dass ihm dafür "K" wie Klimaschutz abgefordert wird. Ansätze gibt es genug. Keiner braucht Veganer werden, aber die Bestände in der Intensivtierzucht müssen sinken.
Weniger rülpsende Rinder und weniger Schweine- und Geflügel-Gülle in der Natur sorgen für weniger Methan und Lachgas, wichtige Treiber der Klimaerwärmung. Dass weniger oft mehr sein kann, gilt auch für den Einsatz von Mineraldünger. Der ist sowieso durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran teurer geworden. Weniger düngen – das Grundwasser wird es danken.
Klimafreundliche Landwirte werden im Stich gelassen
Wiedervernässte Moore kosten Ackerfläche, aber sie halten das Wasser in der Landschaft. Die Umsetzung der EU-Verordnung gegen Entwaldung kann kostbare Waldflächen hierzulande und weltweit schützen – trotzdem würden Bauern- und Waldbesitzerverband samt Holzindustrie sie am liebsten zur Unwirksamkeit abschwächen. Aber: Öffentliche Gelder einfordern, alle gesetzlichen Vorgaben für Klimaschutz ablehnen, sich zu nichts verpflichten – das geht nicht.
Wer "K" wie Kompensation verweigert – was die Bundesregierung derzeit tut – muss sich allerdings auch fragen lassen, warum er die Agrarwirtschaft nicht auf einen klimafreundlicheren Weg führt. Seit seinem Amtsantritt schwächt Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) eine klimaschutzfördernde Gesetzgebung nach der anderen ab – unter Applaus seiner CSU-CDU-Amtskollegen und -kolleginnen aus den Bundesländern. Landwirte, die ihren Stall entsprechend umbauen wollten, wurden hängengelassen. Agrarwirtschaft klimafest für die Zukunft zu machen – das geht. Aber man muss es auch wollen.










