Lebensmittel
Panikmache mit leeren Supermarktregalen

In sozialen Medien kursiert die Falschbehauptung, dass der Iran-Krieg zu Versorgungsengpässen bei Grundnahrungsmitteln führen soll. Das Landwirtschaftsministerium widerspricht. Das kommt wirklich auf die Kunden zu.

    In der Gemüseabteilung eines Supermarkts sind verschiedene Gemüsesorten ausgelegt. Darunter sind Lauchzwiebeln, Fenchel und Radicchio.
    Teurer, aber wahrscheinlich nicht knapp: In Deutschland kommen viele Grundnahrungsmittel von einheimischen Erzeugern oder werden aus anderen EU-Ländern eingeführt (Imago / Sven Simon / Frank Hoermann)
    Wir überprüfen regelmäßig Behauptungen, die im Internet viel diskutiert werden. Was stimmt, was nicht – und welche Aspekte fehlen in der Diskussion? 

    Inhalt

    Was stimmt

    Der Iran hat im Krieg mit den USA und Israel die Straße von Hormus größtenteils blockiert. Dieser Seeweg ist jedoch wichtig für den globalen Handelsverkehr. Nun können viele Waren die Straße von Hormus nicht mehr passieren. Besonders betroffen sind Erdöl und Erdgas.  
    Die Blockade wird sich wahrscheinlich auch auf die Preise im Supermarkt auswirken. Denn Essen muss transportiert und gekühlt werden, was viel Energie benötigt. Zudem kommt ein großer Teil der weltweit verschifften Düngemittel aus der Golfregion.

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    Was wird behauptet?

    Auf Social Media machen Videos die Runde, die beängstigende Szenen zeigen: Regale im Supermarkt sind leer, Kunden stehen Schlange und versuchen, in den Laden zu gelangen.  
    Dazu sagt eine Stimme aus dem Off: „In den kommenden Wochen werden die Preise ... förmlich explodieren.“ Und weiter: „Die Bundesregierung stellt klar, dass erste Grundnahrungsmittel sogar komplett aus den Regalen verschwinden könnten.“ 

    Was nicht stimmt

    Aufgrund der Inflation könnten die Preise vieler Produkte im Supermarkt steigen, aber leere Regale sind sehr unwahrscheinlich.  
    Auf Dlf-Anfrage heißt es vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: „Die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit Grundnahrungsmitteln ist durch den aktuellen Krieg in der Golfregion nicht gefährdet.“  
    Nicht nur das Bundeslandwirtschaftsministerium sieht keine Gefahr bei der Versorgung. Auch Wirtschaftsexperten stellen klar, dass aktuell kein Engpass bei Grundnahrungsmitteln zu erwarten ist.

    Quellen: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Dlf-Wirtschaftsredaktion, Tagesschau, WDR