Samstag, 25. Juni 2022

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Leichtathletik
"Der Sport wird überfordert"

Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Clemens Prokop, zeigte sich im Deutschlandfunk schockiert über die neuesten Doping-Enthüllungen durch den Film "Geheimsache Doping". Auch über die umstrittene Vergabe der Olympischen Winterspiele nach Peking äußerte er sich.

Clemens Prokop im Gespräch mit Matthias Friebe. | 01.08.2015

Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.
Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. (picture alliance / dpa - Fredrik Von Erichsen)
"Der Sport kann viel bewirken, aber er kann gesellschaftliche Systeme nicht per se verändern", sagte Clemens Prokop. Man dürfe die Wirkungen des Sports nicht überschätzen.
Angesprochen auf die neuen Doping-Enthüllungen des Films "Geheimsache Doping - Im Schattenreich der Leichtathletik", zeigte sich der DLV-Präsident Clemens Prokop fassungslos. "Man bleibt nach Anblick der Bilder ratlos zurück, die Sportler der fair seine Wettkämpfe bestritten hat, wird hier mehr als frustriert sein."
"Sportler sind die betrogenen"
Man müsse in Deutschland für einen ethisch verantwortbaren Sport stehen. "Wichtiger als der Sieg, ist der ethisch verantwortbare Sport", sagte der Sportfunktionär. Eine Folge des Films müsse sein alle Vorwürfe aufzuklären. "Es wäre sinnvoll eine externe Kommission einzurichten."
Eine Zielsetzung für die Zukunft sei eine effektive Dopingbekämpfung in allen Ländern. "Wir müssen darauf achten, dass wir weltweit einheitliche Standards in der Dopingbekämpfung haben." Sonst seien die Sportler aus Ländern, in denen hohe Standards gelten, am Ende die betrogenen.