Dienstag, 03.08.2021
 
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Lütfiye Güzel liest aus ihren neuesten Gedichten

Lütfiye Güzels Lyrik ist gerade heraus, einfach, klar, präzise, hart: „diese stadt ist so tot wie meine mutter/aber sie röchelt noch“, so setzt das Titelgedicht ihres Debüts „herz-terroristin“ ein. Als neue Einfachheit könnte man diese Lyrik bezeichnen, mit ihrem bestechenden Blick auf das Alltägliche, auf die sogenannten kleinen Dinge: „Immer die Ansammlung von kleinen Dingen. Diese kleinen, miesen Kränkungen. Das Bohren in der Wunde.“ Die Grundstimmung von Güzels Lyrik ist nicht gerade heiter. Aber ihre Verse sind so gewitzt, so schnell und elegant, dass mitten in der Tristesse Licht wird. Lütfiye Güzel trägt aus ihren jüngsten, noch unveröffentlichten Gedichten vor. Lektüre „für die Mutigen“.
Lütfiye Güzel, geboren 1972 in Duisburg, lebt dort als Lyrikerin. Ihr Debüt „herz-terroristin“ (2012) sowie ihre beiden darauf folgenden Bände erschienen in der „Dialog Edition“. Danach publizierte Güzel ihre Bände ausschließlich im eigenen Label „Go-Güzel-Publishing“. Bis zu ihrem achten Band „faible?“ (2017), einer Rückschau auf ihr bisheriges Schreiben. Seither erweiterte sie ihre Publikationsformen: „elle-rebelle“ (2017) etwa besteht aus einer losen Blattsammlung in einer Papiertüte. Lyrik zum Verteilen. „selfklebend“ (2018) umfasste 19 Gedichte in Form von 19 Aufklebern. Güzels Lyrik will nicht nur ins Bücherregal eingeordnet werden, sie will an jede freie Fläche. Lütfiye Güzel ist ein poetischer Solitär. Aber ihre Poesie hat sich längst einen zentralen Platz in der Gegenwartslyrik gesichert.
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