Mittwoch, 24.04.2019
 
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Matthias Nawrat liest aus seinem neuen Roman ,Der traurige Gast' (2/2)

Es ist der Winter des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Ein Mann ohne Namen beobachtet seine prekäre Nachbarschaft mit wachsender Beunruhigung. Über Gespräche und Begegnungen, den Blick in die eigene Biografie wie auf vergangene Lebensgeschichten, sucht er Antworten auf die Frage nach dem Wesen des Menschen, dem Leben, dem Tod. Das ist die Ausgangssituation des neuen Romans von Matthias Nawrat. Der Mann sitzt im Souterrain, bei Dariusz, der einmal Chirurg war und einen Sohn hatte, der in Südamerika ertrank. Oder mit Karsten, dem früheren Studienkollegen, in einer Bar nahe der Charité, wo der als Molekularbiologe beschäftigt ist. Oder bei der alten polnischen Architektin Dorota, deren intellektuelle Energie auf ihn genauso verwirrend wie ansteckend wirkt. Umso tiefer trifft es den namenlosen Gast, dass er bei seinem letzten Besuch in ihrer leergeräumten Wohnung steht. Frau Dorota, sagt der Vermieter, hat sich in ihrem Schlafzimmer erhängt.

Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Für seinen Debütroman ,Wir zwei allein’ (2012) erhielt er u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, sein Roman ,Unternehmer’ (2014), für den Deutschen Buchpreis nominiert, wurde u.a. mit dem Kelag-Preis und dem Bayern 2-Wortspiele-Preis ausgezeichnet ,Die vielen Tode unseres Opas Jurek’ (2015), sein dritter Roman, brachte ihm u.a. die Alfred Döblin-Medaille ein. Matthias Nawrat lebt in Berlin. Der Autor liest nun selbst aus seinem neuen Roman ,Der traurige Gast’ einen zweiten und letzten Teil vor.
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