Samstag, 17.04.2021
 
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Nächste Sendung: 21.04.2021 20:30 Uhr

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Uljana Wolf liest aus und spricht über ihre neuesten, noch unveröffentlichten Gedichte

Jeder kennt die Idee einer einzelnen Muttersprache, in der wir vermeintlich beheimatet sind. Doch was passiert, wenn wir diese Vorstellung als das erkennen, was sie ist? Eine europäische Erfindung aus der Zeit um 1800. Nicht nur die aktuelle Sprachtheorie stellt die Idee einer einzigen Muttersprache infrage. Auch die Gegenwartslyrik arbeitet fein, aber gewitzt am Sturz des Muttersprachenmythos mit. Mit atemberaubender poetischer Wendigkeit wechselt die Dichterin und Übersetzerin Uljana Wolf in ihrer translingualen Poesie zwischen verschiedenen Sprachen. Oder vielmehr: Wolfs Gedichte reichern das Deutsche mehrsprachig an, sodass in ihren Versen unvermutete Sprachverwandtschaften ebenso zutage treten wie falsche Wortfreundschaften. Bis Wolf - mit einem Schwung - auch die Gewohnheit der vermeintlich eigenen Sprache zu Fall bringt und aus Muttern ein subversives Stottern (engl. mutter) wird. Uljana Wolf trägt aus ihren jüngsten, noch unveröffentlichten Gedichten vor.

Uljana Wolf, geboren 1979 in Berlin, lebt als Lyrikerin, Übersetzerin und Essayistin in Berlin und New York. Ihre Gedichtbände „kochanie ich habe brot gekauft“ (2005), „falsche freunde“ (2009) und „meine schönste lengevitch“ (2013) erschienen bei kookbooks (Berlin). Dort kommt in diesem Frühjahr auch ihr Band „Etymologischer Gossip“ heraus, der ihre Essays und Reden versammelt. Uljana Wolf ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Für ihre Lyrik und Übersetzungen wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis (2006), dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und zweifach als Übersetzerin mit dem Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie (2019 & 2021).
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