
Zahlreiche Einwohner harren auf der Straße, in Autos, Parks oder am Strand aus. Der geschäftsführende Ministerpräsident Mikati forderte eine diplomatische Lösung. In geplanten Gesprächen mit dem französischen Außenminister Barrot in Beirut werde es vor allem um humanitäre Hilfe Frankreichs gehen, hieß es.
In den vergangenen Tagen sind rund 100.000 Menschen vor den israelischen Luftangriffen im Libanon nach Syrien geflohen. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk in Genf teilte mit, mehr als die Hälfte von ihnen seien Syrer, die zuvor im Libanon Zuflucht vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat gesucht hatten. Viele der Menschen hatten mehrere Tage an den Grenzübergängen ausgeharrt, weil Syrien bei der Einreise verlangt, umgerechnet 100 Dollar in die Landeswährung umzutauschen. Das konnten viele nicht aufbringen. Inzwischen wurde die Vorschrift für eine Woche ausgesetzt.
UNO-Welternährungsprogramm bereitet sich auf Versorgung von einer Millionen Menschen im Libanon vor
Das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) hatte am Sonntag eine Soforthilfeaktion zur Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln gestartet. WFP-Teams vor Ort verteilten warme Mahlzeiten, Lebensmittelrationen sowie Brot an Menschen in Notunterkünften, heißt es in einer Mitteilung der Organisation.
Bisher habe man 66.000 Menschen mit der Hilfe erreichen können. Das WFP bereite sich nun darauf vor, bis zu eine Million Menschen mit Nahrungsmitteln zu unterstützen. Dafür seien auch Küchen im Norden und Zentrum des Libanons eingerichtet worden, um dort leichte Mahlzeiten für Bewohner von Notunterkünften zuzubereiten.
"Der Libanon ist an einem Wendepunkt angelangt und kann keinen weiteren Krieg mehr ertragen", sagte Corinne Fleischer, WFP-Regionaldirektorin für den Nahen Osten. Um die Maßnahmen im Libanon fortsetzen zu können, benötige das WFP bis Ende des Jahres 105 Millionen US-Dollar (94 Millionen Euro).
Die israelische Armee führte unterdessen weitere Angriffe gegen die pro-iranische Hisbollah aus. Mehr dazu lesen Sie hier.
Diese Nachricht wurde am 30.09.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.