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Maarten Schmidt vor 90 Jahren geborenDer Mann für die Quasare

Die Quasare gaben den Wissenschaftler lange Zeit Rätsel auf, denn deren Linien zeigten nicht die üblichen Linien bekannter chemischer Elemente wie Wasserstoff. Bestehen Sie aus einem völlig neuen Element? Der Astronom Maarten Schmidt löste das Rätsel schließlich.

Von Dirk Lorenzen | 28.12.2019

Maarten Schmidt, einer der führenden Astronomen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, enträtselte die Quasare
Maarten Schmidt, einer der führenden Astronomen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, enträtselte die Quasare ( Caltech)
Vor 90 Jahren kam in Groningen Maarten Schmidt zur Welt. Er studierte Astronomie an der Universität Leiden – zu seinen Lehrern gehörte der große Jan Oort. 1959 wanderte Schmidt mit knapp 30 Jahren in die USA aus. Er bekam eine Stelle am renommierten Caltech-Institut in Pasadena und beobachtete mit dem Fünf-Meter-Spiegel auf dem Palomar Mountain vor allem Galaxien.
Der 3C 273 im Sternbild Jungfrau
Ein großes Rätsel war damals das Objekt mit der Katalogbezeichnung 3C 273 im Sternbild Jungfrau. Es sieht wie ein recht schwacher Stern aus, strahlt aber im Radiobereich sehr intensiv.
Fachleute sprechen von einem Quasar, einer quasistellaren Radioquelle. Im Spektrum des Objekts zeigten sich nicht die üblichen Linien bekannter chemischer Elemente wie Wasserstoff. Die sehr auffallenden Spektrallinien im Quasar schienen etwas völlig Neues zu sein.
Künstlerische Darstellung eines Quasars
Künstlerische Darstellung eines Quasars ( ESO / Kornmesser)
Maarten Schmidt hatte 1963 den Geistesblitz, der das Rätsel löste. Er bemerkte, dass die Linien im Spektrum die der bekannten Elemente waren – nur extrem verschoben.
Mehr als zwei Milliarden Lichtjahre entfernt
Damit musste das Objekt mehr als zwei Milliarden Lichtjahre entfernt sein. Durch die Ausdehnung des Kosmos wird sein Licht gedehnt und die eigentlich im Bereich des blauen Lichts liegenden Spektrallinien rutschen ins Rote.
Plötzlich war klar, dass der Kosmos viel größer ist als bis dahin gedacht und sich tatsächlich infolge des Urknalls ausdehnt – zudem muss es im All wahre Energiemonster geben. Dies war die Sternstunde des heute 90-jährigen Maarten Schmidt.