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StartseiteSport am Wochenende"Ich spüre keinen Antisemitismus"04.08.2019

Maccabi-Games in Budapest"Ich spüre keinen Antisemitismus"

Die Maccabi-Spieler finden dieses Jahr in Ungarn statt. Das Land ist in den letzten Jahren immer wieder durch Rechtspopulismus aufgefallen. Makkabi-Deutschland-Präsident Aron Meyer sagt im Dlf, er spüre kein Antisemitismus: "Wir fühlen uns als Delegation sehr sicher und gut aufgehoben."

Alon Meyer im Gespräch mit Matthias Friebe

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In Budapest finden die Maccabi Games statt - die Initiatoren hoffen auf faire Wettkämpfe und viele Zuschauer. (dpa / picture alliance / blickwinkel / K. Thomas)
In Budapest finden die Maccabi Games statt (dpa / picture alliance / blickwinkel / K. Thomas)
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Deutschland stelle mit 300 Teilnehmern bei den Europameisterschaften der jüdischen Sportler die größte Delegation. Man fühle sich sehr sicher, dafür sorge auch die große Polizei-Präsenz in der Stadt. Bei den Spielen in Ungarn wurde erstmals das Emblem der Makkabi-Flagge in Schwarz-Rot-Gold geändert. "Das war nicht wirklich gebrandet. Das war der neuen Generation aber ganz wichtig. Wir sind stolze deutsche Juden und wollen auch als solche außerhalb Deutschlands angesehen, anerkannt und respektiert werden", sagte Meyer im Deutschlandfunk.   

Der Präsident von Makkabi Deutschland hatte im Vorfeld geäußert nicht nach Budapest fahren zu wollen - mit Recht unterstrich er: "Wenn sie ein Europa haben, dass sich geradewegs spaltet, immer wieder radikalisiert und vor allem teilweise Aktionen gefahren werden, die nicht wirklich hilfreich sind - denn Menschen in Not muss geholfen werden. Das finden wir Deutsche, aber allen voran auch ganz viele zum Glück gute Europäer. Und da gibt es vereinzelt einige wenige, die die Menschen in Not im Stich lassen und dazu gehört auch meines Erachtens Ungarn."

Große Zustimmung und Unterstützung

Alon Meyer kritisierte weiter, dass die Spiele "regelrecht gekauft werden". Die jüdischen Gemeinden würden sich in den letzten Jahren über einer großen Zustimmung und Unterstützung seitens der Regierung Orban erfreuen. Institutionen, Einrichtungen, Synagogen, die jahrelang vernachlässigt wurden, seien jetzt renoviert, saniert und neu gebaut worden. "Jetzt wird sehr viel in jüdisches Leben investiert, das ist für uns kaum nachvollziehbar, aber doch wirklich Realität." Orban wolle zeigen, nicht nur die Nähe zum Staat Israel ist gegeben, sondern auch die Nähe zur jüdischen Gemeinschaft, auch von der in Budapest.

"Wir sind hier her gekommen, um den Sport zu zeigen, wie er nämlich sein kann: Brücken zu bauen, Vorurteile abzubauen, das machen wir hier und das klappt wirklich sehr gut. Und ich muss auch ehrlich sagen, das macht Spaß. Insofern: Werbung für den die jüdischen Spiele in Budapest ja, Werbung für den Staat Ungarn nicht zwingend."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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