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Startseite@mediasresFilterblase08.05.2017

Medien-ABCFilterblase

Häufig beschriebener Effekt. Gerade in sozialen Netzwerken suchen sich Leute demnach genau die Quellen und Unterhaltungspartner, die ihre eigene Meinung bestätigen, während sie sich mit der Gegenseite nie konfrontieren müssen.

Von Marina Weisband, aus ihrer Kolumne "Öffentlichkeit und Meinung" vom 04.05.2017

Die Internetseite von facebook ist auf einem Laptop zu sehen. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Auch auf Facebook sehen sich Menschen durchaus die gleichen Untersuchungen, Statistiken und Fakten an. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
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Demnach hätten beispielsweise Anhänger von Pegida einfach nie Kriminalitätsstatistiken von Geflohenen gesehen und könnten die Faktenlage darum nicht in ihre Meinung integrieren.

Allerdings sind soziale Medien wie Facebook auch nach Studien von 2016 noch lange nicht die Hauptinformationsquelle. Fast drei Viertel schauen regelmäßig Nachrichten im klassischen Fernsehen, weniger als ein Drittel nutzt dafür soziale Netzwerke. Die Süddeutsche Zeitung hat außerdem eine Datenrecherche veröffentlicht, die zeigt, dass auch auf Facebook-Anhänger unterschiedlicher politischer Parteien durchaus Verbindungen zu einander haben und der Effekt von Filterblasen eher eingeschränkt ist.

Menschen sehen also durchaus die gleichen Untersuchungen, Statistiken und Fakten. Sie kommen aber dennoch oft zu überraschend unterschiedlichen Eindrücken über die Welt. Normalerweise würde man davon ausgehen, dass ein Mensch, konfrontiert mit einer Information, die seinem Weltbild widerspricht, sein Weltbild anpasst. Doch dem ist nicht so. Im Gegenteil sogar: Konfrontation mit widersprechenden Informationen kann Menschen in ihrer Haltung bestärken.

Bei diesem Teil unseres Medien-ABC handelt es sich um eine Passage aus der Kolumne von Marina Weisband "Öffentlichkeit und Meinung" vom 04.05.2017.

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