
Starmer, Macron, sowie der ukrainische Präsident Selenskyj unterzeichneten in Paris eine entsprechende Absichtserklärung. Bundeskanzler Merz erklärte, auch Deutschland sei bereit, sich militärisch an der Absicherung einer Waffenruhe zu beteiligen. Dies könne etwa auf benachbartem NATO-Gebiet geschehen. Über Art und Umfang eines deutschen Beitrags würden Bundesregierung und Bundestag entscheiden, sobald die nötigen Bedingungen erfüllt seien, sagte Merz. Dazu zähle insbesondere "eine starke rechtlich bindende Sicherheitsgarantie der USA".
Multinationale Truppe aus "willigen Nationen"
In der Abschlusserklärung des Gipfeltreffens heißt es, dass die Unterstützer der Ukraine sich an einem von den USA geleiteten Mechanismus zur Überwachung und Überprüfung des Waffenstillstands beteiligen. Eine multinationale Truppe, die sich aus Beiträgen "williger Nationen zusammensetzt", soll den Aufbau der ukrainischen Streitkräfte und damit die Abschreckung unterstützen. Wie es in der gemeinsamen Erklärung weiter heißt, soll diese Truppe unter europäischer Führung stehen und eine Kommandozentrale in Paris erhalten.
Demnach sind die Verbündeten der Ukraine bereit, sich "zu einem System politisch und rechtlich verbindlicher Garantien zu verpflichten". Dieses System soll nach Inkrafttreten eines Waffenstillstands aktiviert werden. Die Verpflichtungen können den Einsatz militärischer Fähigkeiten, nachrichtendienstliche und logistische Unterstützung, diplomatische Initiativen und die Verhängung zusätzlicher Sanktionen umfassen. Geplant ist auch eine Vertiefung der langfristigen Verteidigungszusammenarbeit mit der Ukraine.
Die Teilnehmer bekräftigten ihr Engagement für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine im Einklang mit den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen. Zugleich begrüßten sie die erzielten Fortschritte in den Gesprächen zwischen Vertretern der USA, der Ukrainern und den europäischen Partnern.
Großbritannien und Frankreich planen Stützpunkte in der Ukraine
Der britische Premierminister Starmer kündigte an, dass Frankreich und Großbritannien nach einem Waffenstillstand in der Ukraine den Aufbau von Stützpunkten in dem Land planen. Allerdings müsse dafür Russland erst einmal seine Bereitschaft zum Frieden zeigen, was bisher nicht der Fall sei, sagt Starmer in Paris. Der französische Präsident Macron sagte dem Sender France 2, Frankreich könne mehrere tausend Soldaten für eine Friedenssicherung in Richtung Ukraine entsenden.
Der US-Sonderbeauftragte für die Ukraine, Witkoff, sagte, die Ukraine benötige künftig sehr starke Sicherheitsgarantien - "so stark wie noch nie". Er bekräftigte, auch US-Präsident Trump wolle ein baldiges Kriegsende. Die USA seien bereit, umfassende Sicherheitsgarantien zu geben.
Selenskyj: Entscheidende Punkte fehlen noch
Der ukrainische Präsident Selenskyj bezeichnete das Ergebnis des Treffen als sehr gut. Man habe nun 90 Prozent für eine Friedenslösung erreicht. Allerdings fehlten noch entscheidende Punkte. Die wichtigste Absicherung gegen Angriffe Russlands in der Zukunft sei eine starke ukrainische Armee an der Grenze. Es sei aber gut, dass eine zweite Verteidigungslinie etwa mit französischen und britischen Soldaten gezogen werden solle.
Von russischer Seite gab es am Vorabend des orthodoxen Weihnachtsfestes zunächst keine Stellungnahme.
Russland hatte die Ukraine auch mit der Begründung überfallen, eine Ausweitung der NATO nach Osten verhindern zu wollen. Deshalb ist fraglich, ob Moskau nun die Anwesenheit etwa britischer und französischer Soldaten in der Ukraine akzeptieren würde.
Russland hatte die Ukraine auch mit der Begründung überfallen, eine Ausweitung der NATO nach Osten verhindern zu wollen. Deshalb ist fraglich, ob Moskau nun die Anwesenheit etwa britischer und französischer Soldaten in der Ukraine akzeptieren würde.
Diese Nachricht wurde am 06.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



