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StartseiteLebenszeitWer bestimmt, worüber berichtet wird?29.08.2014

Medien Wer bestimmt, worüber berichtet wird?

Früher war alles ganz einfach: der Redakteur ging erst zur Kaffeemaschine und danach direkt in den Agenturraum. Anschließend musste der Haufen Ticker-Meldungen gesichtet und entschieden werden, was davon das Zeug für die nächste Ausgabe oder die nächste Sendung haben könnte.

Von Henning Hübert und Bettina Schmieding (Moderation)

Mikrofone stehen auf einem Tisch.  (picture alliance / dpa / Marc Müller)
Wer bestimmt, wie lang ein Thema in den Schlagzeilen bleibt? (picture alliance / dpa / Marc Müller)

Und heute? Neuigkeiten strömen über hunderte Kanäle auf uns ein. Wer behält da die Übersicht, wer trennt wirklich Wichtiges von Unwichtigem? Wer wählt aus und wie wird heute entschieden, worüber Medien berichten? Nach welchen Kriterien werden Themen gesetzt oder gleich wieder aussortiert? Wer bestimmt, wie lang ein Thema in den Schlagzeilen bleibt und warum verschwinden manche urplötzlich wieder? Werden die traditionellen Medien dabei nicht längst von den sozialen Medien vor sich her getrieben?

Die nämlich können in Echtzeit verfolgen, worüber sich die Netzgemeinde gerade austauscht. Dementsprechend wird bedient. Was bei Facebook und Twitter ein Thema ist, darüber spricht schnell die ganze Welt. Und Relevanz ist dabei nicht unbedingt ein Kriterium, wie das kollektiv-karitative Eiswasserübergießen namens "Ice Bucket Challenge" zeigt. Dieses Stichwort erzielte bei Google in der vergangenen Woche genauso viele Treffer wie das Thema Rassenunruhen in Ferguson.

Sind die klassischen Medien abgemeldet? Ist eine Nachricht das, was der Rezipient, der "User" wissen will oder vertrauen wir nach wie vor auf die kompetente Auswahl der Profis? Wer sitzt an welchen Schaltern und bestimmt, was uns mit der Morgenzeitung auf den Tisch kommt und in der Nachrichtensendung auf den Bildschirm? Herrscht Themenmangel oder Themenreichtum in unserer Medienwelt? Fallen bestimmte Themen dem Mainstream zum Opfer? Wird über Nichtigkeiten zu viel berichtet?

Diskutieren Sie mit, rufen Sie kostenfrei an oder schreiben Sie uns: Tel: 00 800 4464 4464,  E-Mail: lebenszeit@deutschlandfunk.de

Unsere Studiogäste:

  • Lutz Büge, Blogger und Leserbriefredakteur der Frankfurter Rundschau

  • Prof. Dr. Markus Rhomberg, Kommunikationswissenschaftler Zeppelin Universität Friedrichshafen

  • Philipp Walulis, Fernsehsatiriker

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