
Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Beamte berichtet, lässt Trump zurzeit prüfen, wie gefährlich eine Bergung des Urans für die dafür nötigen Bodentruppen wäre. Eine Entscheidung habe der Präsident noch nicht getroffen, heißt es. Trump stehe der Idee aber grundsätzlich offen gegenüber, da ein solcher Militäreinsatz dazu beitragen könnte, sein zentrales Ziel zu erreichen – nämlich den Iran daran zu hindern, jemals eine Atomwaffe herzustellen.
Bevor Israel und die USA bereits im Juni vergangenen Jahres Luftangriffe auf den Iran geflogen und dabei auch drei Atomanlagen bombardiert hatten, verfügte das Land nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Für den Bau von Atomwaffen sind mehr als 90 Prozent nötig. Nach Einschätzung von IAEA-Chef Grossi dürfte sich das Uran hauptsächlich in unterirdischen Tunneln und Lagerstätten in den Atomanlagen Isfahan und Natans befinden, die beide von den USA und Israel vergangenes Juni bombardiert worden waren.
Auch Insel Charg im Fokus der Bodenoffensive-Pläne
Die "Washington Post" hatte zuvor ebenfalls über Pläne für eine Bodenoffensive berichtet. Die Pläne seien bereits weit fortgeschritten und umfassten Bodeneinsätze von Spezialeinheiten und konventionellen Bodentruppen auf der für die iranischen Ölexporte wichtigen Insel Charg sowie in Küstenstandorten nahe der Straße von Hormus, meldet die Zeitung. Trump selbst blieb gegenüber der "Financial Times" vage: "Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen." Über Charg wickelt der Iran etwa 90 Prozent seiner Erdölausfuhren ab. "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen", sagte der US-Präsident.
Das Pentagon hatte die Entsendung von rund 10.000 Soldaten angeordnet, die für Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind. Ein Angriff auf Charg wäre nach Einschätzung von Experten riskant. US-Soldaten könnten nach Einnahme und Besetzung der Insel ein leichtes Ziel für iranische Angriffe werden.
Iran warnt die USA vor Bodenoffensive
Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf warnte die USA vor einer Eskalation. Washington signalisiere Verhandlungsbereitschaft, plane aber heimlich einen Bodenangriff. Er sprach von einem Täuschungsmanöver. Der Iran sei vorbereitet und werde keine Demütigung akzeptieren. Der Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte dem Staatssender Irib, eine Bodenoffensive oder Besetzung eines Teils des iranischen Territoriums sei ein "Wunschtraum" – und man warte nur auf solch eine Aktion.
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Diese Nachricht wurde am 30.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






