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Startseite@mediasres"Wir erwarten viel von Eltern"25.10.2017

Medienpädagogik"Wir erwarten viel von Eltern"

Das Smartphone gehört zum Alltag der meisten Jugendlichen dazu. Gerade Soziale Medien könnten Identitätsarbeit leisten, sagte der Medienforscher Uwe Hasebrink im Dlf. Allerdings bestehe beim großen Medienangebot, die Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Das stelle gerade Eltern vor Herausforderungen.

Uwe Hasebrink im Gespräch mit Bettina Köster

Ein fünfjähriger Junge spielt in seinem unaufgeräumten Kinderzimmer auf einem iPhone ein Computerspiel.  (picture alliance / dpa / Jens Kalene)
Ein Junge spielt in seinem unaufgeräumten Kinderzimmer auf einem Smartphone. (picture alliance / dpa / Jens Kalene)
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Auf dem Tablet die neue Folge "Sendung mit der Maus" schauen, Fotos mit dem Smartphone machen und mit Freunden über "Whatsapp" schreiben - Kinder wachsen heute in einer weitgehend digitalisierten Welt auf. Die Hälfte der 8-Jährigen nutzt mittlerweile zumindest gelegentlich das Internet, bei den über Zwölf-Jährigen sind es fast alle - das hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) 2016 untersucht

Der Alltag lasse sich nicht mehr in "online" und "offline" aufteilen, schreibt der Medienforscher Uwe Hasebrink im Auftrag des DJI: Damit sich Kinder und Jugendliche in beiden Sphären sicher bewegen könnten, bräuchten sie Unterstützung - von Eltern und Lehrern aber auch von Gleichaltrigen. Die vielfältigen Chancen der Medien seien auch mit einer Reihe Risiken verbunden. 

Eltern vor großen Herausforderungen

Die neuen Medien und ihre Möglichkeiten würden die Eltern vor große Herausforderungen stellen: "Wir erwarten viel von Eltern", sagte Uwe Hasebrink im Deutschlandfunk: "Allein sich den Überblick zu verschaffen, ist schon sehr anstrengend". Darüber hinaus gebe es viele Angebote, mit denen Eltern gar nicht umgehen würden und bei denen ihnen die Kompetenz fehle.

Porträtfoto von Uwe Hasebrink aus dem Jahr 2015 (Hans-Bredow-Institut / David Ausserhofer)Uwe Hasebrink ist Direktor des Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und Professor für Empirische Kommunikationsforschung der Universität Hamburg. (Hans-Bredow-Institut / David Ausserhofer)

Snapchat beispielsweise gehöre zu jenen Medien, die von viel Kindern und Jugendlichen genutzt werden, nicht aber von den Eltern. Jugendlichen würden Sie vor allem nutzen, um unter ihresgleichen zu kommunizieren. 

"Ohne Verwirrung keine Identitätsbildung"

Eine der Vorteile, die solche Medien zu bieten haben, sei, dass sie Jugendlichen helfen würden, Unabhängigkeit und Eigenständigkeit zu gewinnen. Das hält Hasebrink für einen positiven Schritt.

Daneben könnten gerade soziale Medien gut dazu genutzt werden, Identitätsarbeit zu leisten: "Identitätsfindung hat sehr viel zu tun mit Verwirrung: ohne Verwirrung keine Identitätsbildung". Allerdings bestehe bei dem großen Angebot, das auf Kinder und Jugendliche einströme, die Gefahr, dass die Verwirrung überhand nehme. Es mangele an orientierungsstiftenden Angeboten, die die Kinder an die Hand nehmen. Es müsse, so Hasebrink, ein guter Ausgleich zwischen dem Neuen, dem Irritierenden und einer Sicherheit und Geborgenheit zu geschaffen werden.

Das werde besonders bei den Familien zum Problem, bei denen die Eltern im Alltag ohnehin schon überfordert seien. In belasteten Familien fehle für die Medienerziehung die Kapazität, die Orientierungshilfen zu geben.

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