Dienstag, 04. Oktober 2022

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Medizin-Nobelpreis
Kämpfer gegen Parasiten

Zwei Männer und eine Frau erhalten in diesem Jahr den Medizin-Nobelpreis. Eine Hälfte geht an die Chinesin Youyou Tu für die Entdeckung eines Wirkstoffes gegen Malaria. Die zweite Hälfte teilen sich William Campbell und Satoshi Omura für ihre Forschung an einem Mittel gegen krankmachende Fadenwürmer. Wissenschaftsjournalist Martin Winkelheide erläutert im Gespräch die Hintergründe.

Martin Winkelheide im Gespräch mit Carsten Schroeder | 06.10.2015

    Urban Lendahl (r) verkündet bei der Pressekonferenz am 5. Okotober 2015 die Gewinner des Medizin-Nobelpreises: William Campbell, Satoshi Omura und Youyou Tu (Porträts von links nach rechts).
    Urban Lendahl (r) verkündet bei der Pressekonferenz am 5. Okotober 2015 die Gewinner des Medizin-Nobelpreises: William Campbell, Satoshi Omura und Youyou Tu (AFP / JONATHAN NACKSTRAND )
    Mit Youyou Tu erhält den Preis in diesem Jahr eine Vertreterin der traditionellen chinesischen Medizin. Ihr war es bereits in den 70er-Jahren gelungen, aus der Pflanze Einjähriger Beifuß den Wirkstoff Artemisinin zu gewinnen und für die Malaria-Behandlung einzusetzen.
    William C. Campbell und Satoshi Omura haben mit ihrer Forschung bereits vor Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen, dass das sogenannte Abamectin aus einer Bakterienart (Streptomyces) gewonnen werden konnte. Auf diesem Wirkstoff basiert heute das Medikament Ivermectin, welches Fadenwürmer abtötet. In zahlreichen Ländern der Erde infizieren Fadenwürmer Menschen unter anderem mit der Flussblindheit, die zum Verlust des Augenlichtes führen kann.
    Das gesamte Gespräch können Sie sechs Monate in unserem Audio-Portal nachhören.