
Wo es vorher mehr finanzielle Unterstützung für Projekte vor Ort gab, entstanden nach dem Ende der Hilfen mehr Konflikte. Das ist das Ergebnis der Untersuchung von Bevölkerungsökonomen, über die im Fachmagazin Science berichtet wird.
Einer der Leitautoren, der Münchener Ökonom Uwe Sunde, führt das unter anderem auf stärkere Verteilungskämpfe zurück, die zu Unruhen und Protesten führen können. Sunde sagte dem Deutschlandfunk, in Regionen mit stabileren Institutionen sei der Anstieg an Konflikten niedriger ausgefallen. In weniger stabilen Regionen dagegen habe die Entwicklungshilfe zuvor die Konflikte möglicherweise eingedämmt.
Nur abruptes Finanzierungsende untersucht
Sunde betonte, dass man aus der Untersuchung nicht auf die Wirkung von Entwicklungshilfe insgesamt schließen könne, da hier nur der sehr spezielle Fall eines abrupten Finanzierungsendes untersucht wurde. Ein langsameres Ende von Entwicklungshilfe muss demnach also nicht zwingend negative Folgen haben.
US-Präsident Trump hat seit Beginn seiner zweiten Amtszeit rund 90 Prozent der Gelder für Entwicklungshilfe gestrichen und USAID aufgelöst. Das ist die US-Behörde, die weltweit Entwicklungshilfe geleistet hat.
Eine weitere Analyse kommt von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Ihr zufolge hat das Ende der Hilfen autokratischen Machthabern in die Hände gespielt, zum Beispiel weil Mittel fehlen für Schulen in Flüchtlingscamps, für die Hilfe für Vergewaltigungsopfer und für die Ausbildung von Journalisten, die unabhängig berichten.
Diese Nachricht wurde am 15.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




