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10.07.2013

Gynäkologie Schwangerschaftsabbrüche haben keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit

Zumindest, wenn der Abbruch mithilfe moderner medizinischer Methoden vorgenommen wurde. Das ist das Fazit einer Studie britischer Forscher, die sie im Fachmagazin "PLOS Medicine" vorstellen. Die Wissenschaftler hatten die Daten von mehr als 750.000 Geburten erstgeborener Kinder in Schottland aus den Jahren 1980 bis 2008 analysiert. Dabei sahen sie, dass bis 1983 das Risiko einer Frühgeburt bei Frauen mit einem früheren Schwangerschaftsabbruch noch um 30 Prozent höher lag als bei anderen werdenden Müttern. Dieser Risikofaktor sank im Laufe der folgenden Jahre. Ab dem Jahr 2000 konnten die Forscher kein erhöhtes Risiko mehr feststellen. [Mst]

Quelle: PLOS Medicine

Gletscherforschung In der Antarktis gibt es einen neuen riesigen Eisberg

Am Pine-Island-Gletscher, dem längsten und am schnellsten fließenden Gletscher der Antarktis, hat sich vorgestern eine riesige Fläche Schelfeis gelöst. Wie Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven mitteilten, treibt die Eismasse mit einer Größe von 720 Quadratkilometern in der Amundsen-See. Den ersten Riss im Gletscher hatten die Wissenschaftler bereits im Oktober vergangenen Jahres ausgemacht. [Mst]

Quelle: Alfred-Wegener-Institut

Astronomie Astronomen haben die Entstehung eines riesigen Monster-Protosterns in der Milchstraße entdeckt

Der Himmelskörper sei schon jetzt 500 Mal so schwer wie die Sonne und wachse noch weiter. Das teilte heute die Europäische Südsternwarte (ESO) in Garching bei München mit. Damit sei dies der größte Protostern, der jemals in der Milchstraße beobachtet wurde. Die Entdeckung gelang den Forschern mit dem im März in Betrieb genommenen Super-Teleskop ALMA in der chilenischen Atacamawüste. Der bislang noch namenlose Himmelskörper befindet sich in der Dunkelwolke Spitzer Dark Cloud, rund 11.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. [Mst]

Quelle: ESO

Ozeanografie Gezeiten können weniger Strom liefern als erhofft

Einer der stärksten Gezeitenströme der Erde befindet sich in der Meerenge Pentland Firth, gelegen zwischen dem schottischen Festland und den Orkney-Inseln. Während die schottische Regierung bislang davon ausging, dass sich bis zu 14 Gigawatt Strom dort mit einem Gezeitenkraftwerk gewinnen ließe, schätzten neutrale Experten den Gewinn deutlich geringer ein. Um dies zu klären und Vorschläge für den Bau einer Stromproduktionsanlage machen zu können, hat ein internationales Forscherteam nun erstmals die lokalen Gegebenheiten im Detail vermessen und hochgerechnet, wie groß das Potenzial der Wasserkraft dort tatsächlich ist. Wie die Forscher in den "Proceedings A" der britischen Royal Society schrieben, kommen sie bei ihren Modellrechnungen auf lediglich rund 1,9 Gigawatt möglicher Stromgewinnung. [Mst]

Quelle: Proc R Soc A

Gesundheit Das Risiko, sich mit Toxoplasmose zu infizieren, ist höher als bislang angenommen.

Das ist das Fazit einer Studie, die US-amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin "Trends in Parasitology" vorstellen. Schätzungen zufolge hinterlassen allein in den USA freilaufende Hauskatzen 1,2 Millionen Tonnen Kot in Parks, Gärten und Sandkästen von Kinderspielplätzen. Kontakt mit diesem Kot kann den Erreger der Toxoplasmose übertragen, einer Krankheit, die für Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwerwiegende Folgen haben kann. Analysen von Bodenproben ergaben, dass auf einer Fläche von 30 mal 30 Zentimetern bis zu 434 Toxoplasma-Oocysten zu finden sind. Bereits eine einzige dieser langlebigen Sporen reiche aus, um eine Infektion auszulösen, wenn sie in Lunge oder Darm gelangen. [Mst]

Quelle: Trends in Parasitology

Genetik Genetiker betreiben Hundeahnenforschung

Der Frage, ob das Erbgut der heute in Amerika verbreiteten Hunderassen durch aus Europa eingewanderte Rassen geprägt ist oder nicht, sind Genetiker aus Porto nachgegangen. In den "Proceedings B der britischen Royal Society" schreiben sie, dass sich ein Großteil der amerikanischen Rassen sein altes genetisches Erbe bewahrt hat. Bislang galt die Lehrmeinung, dass das Eindringen europäischer Hunde nach der Kolonisierung Amerikas das Ende der ursprünglichen Hunderassen bedeutet hat. Das Fazit der Studie lautet, dass die Vorfahren der ersten amerikanischen Hunde mit den Menschen aus Asien kamen. So zeigt etwa der mexikanische Chihuahua noch verwandtschaftliche Züge mit Hunden, die bereits vor der Ankunft von Christoph Kolumbus in Mittelamerika heimisch waren. [Mst]

Quelle: Proceedings of the Royal Society B

09.07.2013

Gesundheit Feiner Ruß und Staub im Norden Chinas verkürzte die Lebenserwartung um fünf Jahre

Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Israel, den USA und China in "PNAS". Die Wissenschaftler hatten nach einer Möglichkeit gesucht, die Folgen hoher Schadstoffbelastung der Luft zu untersuchen. Sie machten sich dafür eine Besonderheit der chinesischen Politik zunutze: Zwischen 1950 und 1980 erhielten die Chinesen nördlich des Huai-Flusses im Winter kostenlos Kohle zum Heizen. Die Folgen zeigten sich in den entsprechenden Aufzeichnungen: Nördlich des Huai stieg die Feinstaubbelastung durch Ruß erheblich an und es starben mehr Menschen - fast ausnahmslos an Atemwegserkrankungen. Die Studie beruht zwar auf Daten, die bereits zwei Jahrzehnte alt sind. Da die Luftverschmutzung seitdem stärker geworden ist, lassen sich ihre Ergebnisse auch heute noch anwenden, um die Folgen von Feinstaub zu berechnen, so die Forscher. [gä]

Quelle: pnas/nature

Zoologie Schildkröten entwickelten ihren Panzer aus den Rippen

Und nicht aus Knocheneinlagerungen in der Haut wie etwa Alligatoren. Für die Richtigkeit dieser These liefern jetzt Forscher aus Japan in "Nature Communications" einen weiteren Beleg: Die Wissenschaftler haben die Entwicklung von Embryonen verschiedener Tiere wie Alligatoren, Hühner oder eben Schildkröten miteinander verglichen. Der Vergleich zeige, dass der Panzer aus den Rippen der Schildkrötenvorläufer entstanden ist. Seit Jahrzehnten streiten sich Wissenschaftler über diese Frage.In den vergangenen Jahren hatten Biologen immer mehr Belege dafür entdeckt, dass der Panzer sich von innen her entwickelte. So entdeckten 2008 Forscher aus China zum Beispiel einen fossilen Vorfahr mit einem Bauchpanzer und breiten, flachen Rippen am Rücken. [gä]

Agrarwissenschaft Ernteerträge in entwickelten Ländern lassen sich kaum mehr steigern

Das berichtet die britische Zeitung "The Guardian" unter Berufung auf Experten aus den USA, Großbritannien und den Philippinen. Demnach erreichen die Bauern Großbritanniens, Frankreichs oder Deutschlands seit zehn Jahren nur noch sehr kleine Ertragssteigerungen bei Weizen. Ähnlich entwickelten sich die Reisernten in Japan und Süd-Korea. Die Experten sprechen in dem Artikel von einem Ertrags-Plateau, das für Forscher wie Politiker unerwartet sei. Da die Zuwachsraten auch in Indien und China immer kleiner werden, kehre mit Blick auf die wachsende Erdbevölkerung das Ernährungsproblem offenbar zurück. [gä]

Quelle: the guardian.

Technologie Solarbetriebene Sterilisatoren könnten auch fernab von anderen Energiequellen betrieben werden

Das hoffen Forscher der Rice University in Houston, Texas. In "PNAS" beschreiben sie zwei Solar-Sterilisatoren oder Autoklaven, mit denen Medizinische Instrumente oder Abfälle sterilisiert werden können. Dabei werden Skalpelle zum Beispiel unter Druck mit Dampf erhitzt – wodurch Viren, Bakterien und viele Sporen abgetötet oder erheblich reduziert werden. Für die Dampferzeugung im Solar-Sterilisator nutzen die Wissenschaftler Nano-Partikel aus Gold. Die Nanopartikel beschleunigen die Verdampfung von Wasser erheblich und ermöglichen höhere Dampftemperaturen, gehen aber nicht mit dem Dampf verloren, schreiben die Wissenschaftler. Einer der beiden Experimental-Sterilisatoren sammelt das Sonnenlicht mit Hilfe einer Fresnel-Linse, der Dampf wird dann in den Autoklav geleitet. Das Wasser kehrt zurück in den Verdampfer und wird erneut erhitzt. Der andere nutzt zum Erhitzen einen Parabolspiegel. [gä]

Medizin Jahreszeit beeinflusst Gesundheit von Neugeborenen

Davon sind Wissenschaftler der Princeton University in den USA überzeugt. Die Forscher hatten die Daten von gut 1,4 Millionen Geschwisterkindern ausgewertet. Dabei stellten sie fest, dass von den Kindern, die im Januar und Februar geboren wurden, rund zehn Prozent zu früh auf die Welt kamen. Im April geborene waren im Schnitt bis zu neun Gramm schwerer als alle anderen. Effekte wie Rauchen oder den Familienstand könnten sie als Einflussgröße ausschließen, so die Wissenschaftler. Dass die Jahreszeit, zu der das Kind geboren wird, einen Einfluss auf sein späteres Leben haben kann, haben Wissenschaftler immer wieder vermutet. Seit einigen Jahren jedoch betonen Forscher andere Faktoren wie etwa den sozialen Status. Nach Ansicht der US-Forscher schließt ihre Studie einen solchen Einfluss jedoch aus. [gä]

Quelle: PNAS

Biophysik Hülsen von Reiskörnen ergeben gute Batterieelektroden

Das zeigen Forscher aus Süd-Korea in "PNAS". Die Hülsen von Reiskörnern enthalten Silizium-Verbindungen, die das Reiskorn vor Bakterien oder Insekten schützen. Gleichzeitig sind sie auf Nanometer-Ebene porös, um Luft und Wasser passieren lassen zu können. Die Wissenschaftler haben nun ein mehrstufiges Verfahren entwickelt, um aus den Siliziumverbindungen reines Silizium zu gewinnen, dabei aber die besondere Struktur der Hülsen zu erhalten. Tests hätten anschließend gezeigt, dass sich diese "recycelten" Reishülsen hervorragend eigneten als Anoden in Lithium-Ionen Batterien, so die Wissenschaftler. Jedes Jahr fallen rund 100 Millionen Tonnen Reishülsen an. Diese Menge stelle eine riesige und bis jetzt ungenutzte Quelle für Silizium-Elektroden in Lithium-Ionen Akkus da. //[gä]/

Quelle: PNAS

08.07.2013

Zoologie Ozean-Versauerung setzt dem Krill zu

Im Ozean rund um den Südpol könnte im Jahr 2100 in einigen Regionen nur noch halb so viele Kleinkrebse aus ihren Eiern schlüpfen wie heute, berichten Biologen aus Tasmanien in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change". Werde der Ausstoß von Kohlendioxid nicht reduziert und damit die Versauerung des Meerwassers gebremst, könnte die Krill-Population im Südlichen Ozean bis zum Jahr 2300 kollabieren. Krill ist Nahrungsgrundlage für Wale, Pinguine und andere Tiere. Laborversuche zeigten: War das Wasser deutlich saurer als es heute in der freien Natur ist, sank die Schlüpf-Rate auf 20 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe. Erhöhte Säurewerte verzögerten zudem die Entwicklung der Embryonen. Berechnungen ergaben, dass das Wasser in verschiedenen Tiefen und an verschiedenen Stellen unterschiedlich sauer werden kann. Besonders schnell gefährlich werde es für den Krill im Weddell-Meer sowie entlang der Westküste des Kontinents. [mawi]

Quelle: Nature Climate Change - DOI: 10.1038/NCLIMATE1937

Technologie Zwei Schweizer haben die USA im Solarflugzeug überflogen

Trotz eines Risses in der Tragfläche hat das mit Solarenergie betriebene Flugzeug "Solar Impulse" seinen USA-Überflug erfolgreich beendet. Es landete am Samstag auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen in New York. Die 5600 Kilometer lange Route legte das Flugzeug an sechs Flugtagen zurück, die über zwei Monate verteilt waren. Insgesamt war die "Solar Impulse" 105 Stunden und 41 Minuten in der Luft. Durchschnittlich legte das Flugzeug 53 Kilometer in der Stunde zurück. Das nächste Ziel: Ein Flug - einmal um die Welt. [mawi]

Zoologie Die Eier der Trottellummen besitzen Selbstreinigungskräfte

Genau gesagt: Kegelförmige Nanostrukturen auf der Schale machen die Eier rau, schmutz- und wasserabweisend. Entdeckt hat die besondere Struktur ein Biologe von der University of London. Er hatte aus Versehen im Labor etwas Wasser über einer Eiersammlung vergossen. Die kegelförmigen Strukturen, so berichtete der Forscher jetzt auf einer Fachtagung im spanischen Valencia, könnten mehrere Vorteile mit sich bringen. Sie schützen die Ei-Poren und sorgen für einen ausreichenden Gasaustausch. Zum anderen verhindern sie, dass Salz, Kot oder anderer Schmutz die Poren zusetzt. Die besondere Rauigkeit der Schale verringere zudem das Risiko, dass das Ei von der Felsklippe rolle oder stürze. Trottellummen bauen keine Nester, sie brüten auf nacktem Fels. Der neue Fund könnte interessant sein für Materialforscher. [mawi]

Astronomie Astronomen entdecken staubfreie Trümmerscheiben im All

Etwa jeder fünfte Stern im All ist von einem Staubgürtel umgeben. Sie sind Überreste der Planetenentstehung, in denen sich das nicht verwendete Baumaterial sammelt. Auch um unsere Sonne kreisen solche Staubgürtel: der Asteroidengürtel und der Kuipergürtel. Ein internationales Forscherteam hat jetzt sechs ungewöhnliche Trümmerscheiben entdeckt. Mit einer Temperatur von etwa minus 250 °C seien sie die kältesten bislang bekannten Trümmerscheiben, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "The Astrophysical Journal". Zum Vergleich: Der Kuipergürtel ist rund 70 Grad wärmer, manche Staubscheiben erreichen sogar Zimmertemperatur. Zudem fehle der charakteristische feine Staub, der durch die Kollisionen der Gesteinsbrocken entsteht. Der Durchmesser der Teilchen liege zwischen einigen Millimetern bis maximal einigen Kilometern. Die kalten Trümmerscheiben seien zwar auch ein Relikt einer einstigen Planetenfabrik, aber das Wachstum zu Planeten habe frühzeitig gestoppt – noch bevor Körper in der Größe von Asteroiden oder gar Zwergplaneten entstehen konnten. Warum die Entwicklung aber stoppte, sei unklar. [mawi]

05.07.2013

Archäologie Landwirtschaft ist im "fruchtbaren Halbmond" enstanden

Die Landwirtschaft hat ihren Ursprung nicht in einem einzelnen geografischen Zentrum. Vielmehr ist sie an verschiedenen Orten innerhalb des "fruchtbaren Halbmondes" entstanden, also jener Region, die sich von der Küste Israels bis zum Iran erstreckt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Archäologen aus Tübingen. Sie hatten die Überreste einer alten Siedlung in der heutigen Provinz Ilam an der westlichen Grenze des Iran untersucht. Menschen hatten dort bereits vor rund 12.000 Jahren gelebt und Ackerbau betrieben. Das konnten die Forscher belegen durch Funde von verkohlten Pflanzenresten. Über einen Zeitraum von 2000 Jahren hatten die einstigen Jäger und Sammler ihre Anbaumethoden immer weiter verbessern können. Zu Beginn pflanzten sie noch wildes Getreide an; im Laufe der Jahrhunderte jedoch züchteten sie immer mehr Arten - neben Weizen und Gerste zum Beispiel auch Linsen. Ungefähr zur selben Zeit entwickelte sich die Landwirtschaft auch weiter nördlich, etwa in Gebieten der heutigen Türkei. [Reuning]

Quelle: Science, idw, dpa, Eurekalert

Astronomie Entfernte Galaxie verschlingt Gas

Ein internationales Forscherteam hat eine weit entfernte Galaxie dabei beobachtet, wie sie Gas aus ihrer Umgebung verschlingt. Damit ist den Wissenschaftlern der bisher beste Beweis für die Theorie gelungen, dass Galaxien Gas anziehen und daraus neue Sterne bilden. Bisher war es schwierig gewesen, diesen Prozess direkt zu beobachten. Die Wissenschaftler nutzten nun aber eine seltene kosmische Anordnung aus, bei der die Galaxie von dem Licht eines noch weiter entfernten Quasars durchstrahlt wird. Dadurch war es möglich, wie im Licht eines Scheinwerfers die Eigenschaften der Gase zu untersuchen. Die dabei gemessene Bewegung des Gases konnte die Modellrechnungen der Forscher bestätigen, wie sie im Fachblatt "Science" schreiben. Für ihre Beobachtungen nutzten die Astronomen das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile. [Reuning]

Quelle: Science, AFP, idw

Physik Nanokabel reagieren auf Magnetfelder

Forscher aus Frankreich, Deutschland und den Niederlanden haben erstmals ein eindimensionales Molekülkabel erschaffen, dessen elektrische Leitfähigkeit zusammenbricht, wenn es in ein schwaches Magnetfeld gerät. Solche Molekülkabel könnten sich dazu eignen, neuartige Sensoren für Magnetfelder zu konstruieren. Die Wissenschaftler haben dazu einen roten Farbstoff eingebettet in ein poröses Mineral, einen Zeolith. In jede lange, gerade Pore passt genau ein Farbstoffmolekül hinein. Mithilfe eines Rasterkraftmikroskops konnten die Forscher messen, wie gut das Molekül elektrischen Strom leitet. Ein schwaches Magnetfeld, wie von einem Kühlschrankmagneten, genügte, um den Stromfluss zu unterbinden, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Science". Normalerweise reagiert der Farbstoff nicht auf Magnetfelder. In den Zeolith-Poren jedoch kommt ein spezieller Quanten-Effekt zum Tragen, der für den hohen Widerstand in einem Magnetfeld verantwortlich ist. [Reuning]

Quelle: Science, Eurekalert

Genetik Bären tragen uralte Viren-DNA im Erbgut

Bei einer Untersuchung des Erbgutes des Eisbären Knut hat ein deutsches Forscherteam neue Sequenzen endogener Retroviren entdeckt. Das sind Viren, die sich einst in das Genom von Keimzellen ihres Wirts eingeschleust haben. Auch bei anderen Bärenarten konnten die Wissenschaftler diese DNA-Abschnitte nachweisen, etwa bei Großen Pandabären, Braun-, Schwarz- und Brillenbären. Mit Hilfe von molekularen Datierungsmethoden konnten die Forscher abschätzen, dass sich das Virus vor ungefähr 45 Millionen Jahren in das Erbgut eines Vorfahren der heutigen Bären eingebaut hat, wie sie im Fachblatt "Virology" berichten. [Reuning]

Quelle: Virology, idw

Biologie Spinnennetze wirken anziehend auf Fliegen

Wenn Fliegen sich schnell durch die Luft bewegen, lädt sich ihr Körper elektrostatisch auf, und zwar positiv. Weil manche Spinnennetze negativ geladen sind, ziehen Fliege und Netz einander an. Das beschreiben Biologen aus Kalifornien. Die Wissenschaftler hatten tote Fliegen künstlich positiv geladen und dann in Richtung eines Fliegennetzes fallen lassen. Mit einer Hochgeschwindigkeitskamera konnten sie zeigen, dass die elektrostatische Anziehung das Spinnennetz verformte. Das galt besonders für jene Fäden, die konzentrisch um das Zentrum herum liefen, nicht aber für die Fäden, die sich radial nach außen spannten. [Reuning]

Quelle: eurekalert, Science Now

04.07.2013

Klimaforschung Zwei-Grad-Ziel hält Folgen des Klimawandels nicht auf

Wenn es um die Begrenzung der Folgen des Klimawandels geht, wird in der öffentlichen Diskussion in der Regel nur ein Maßstab genannt: Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur soll unter zwei Grad Celsius bleiben. Nach Ansicht von Forschern der Universität Bern lässt dieses Temperaturziel allein aber viele andere Aspekte des Klimawandels sträflich außer Acht. In einer Studie in "Nature" zeigen sie anhand von Modellrechnungen, dass der Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Ozeane und landwirtschaftliche Ertragsausfälle auch bei Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels nicht ausreichend eingedämmt würden. Nach Ansicht der Forscher sollten deshalb für diese Faktoren eigene Schutzziele definiert werden. Würden sie beim Klimaschutz mit berücksichtigt, müssten die CO2-Emissionen noch stärker sinken. [luh]

Quelle: Nature / doi: 10.1038/nature12269

Verhaltensbiologie Kakadus taugen als Tresor-Knacker

Eine Nuss aus einer durchsichtigen Box herauszuholen, die mit fünf verschiedenen Verschlüssen hintereinander gesichert ist: Diese Aufgabe haben Kakadus in Experimenten erfolgreich absolviert. Damit hätten die Vögel eine hohe Intelligenz bewiesen, berichten Biologen der Universität Wien im Magazin PLoS One. Außer Schimpansen sei bisher kein Tier bekannt, das ohne Vorerfahrung eine vergleichbar verschachtelte Aufgabe lösen konnte, so die Forscher. Das sogenannte sequenzielle Problemlösen gilt als besonders anspruchsvoll, weil es die Fähigkeit erfordert, sich im Geist räumlich und zeitlich von einem begehrten Zielobjekt zu entfernen. [luh]

Quelle: PLoS One / doi: 10.1371/journal.pone.0068979

Energie Weltgrößter Windpark auf See eingeweiht

175 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 630 Megawatt - das sind die technischen Grunddaten des größten Offshore-Windparks der Welt. Er wurde heute an der Ostküste Englands offiziell eingeweiht. Das 20 Kilometer vor der Themsemündung installierte Kraftwerk soll rund 500.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen und jährlich rund 900.000 Tonnen CO2 einsparen. Die Baukosten lagen bei über 1,7 Milliarden Euro. [luh]

Quelle: Agenturen

Raumfahrt Russland stoppt die Starts von Proton-Raketen

Am Dienstag ist eine unbemannte russische Trägerrakete vom Typ Proton-M nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur zerschellt. Als Reaktion auf den Unfall hat Russland jetzt alle geplanten Starts von Proton-Raketen bis auf Weiteres ausgesetzt. Der Stopp gelte, bis eine Untersuchungskommission die Zuverlässigkeit der Raketen wieder bestätige, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax. Bei dem Absturz am Dienstag gingen drei Navigationssatelliten des Glonass-Systems verloren. Glonass soll dem US-Navigationssystem GPS Konkurrenz machen. Schon 2010 war eine Proton-Rakete mit drei Glonass-Satelliten an Bord in den Pazifik gestürzt. [luh]

Quelle: Agenturen

Medizin Menschen können gegen Cholera resistent werden

Das haben US-Forscher bei genetischen Untersuchungen von Menschen in Bangladesch entdeckt. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal "Science Translational Medicine" berichten, konnten sie sogar die dafür verantwortlichen Gene entschlüsseln. Die Resistenz sei in der Evolution ein Vorteil für die Bevölkerungsgruppen gewesen, die entlang des Gangesdeltas lebten, erklären die Forscher. In der Region liege das historische Zentrum der Krankheit. Durch die latente Cholera-Bedrohung über Jahrtausende hinweg hätten sich die Resistenzgene durchgesetzt. Die Studie könnte helfen, neue Therapien gegen die Krankheit zu entwickeln. Weltweit erkranken jährlich drei bis fünf Millionen Menschen an Cholera, die zu starkem Durchfall und der Austrocknung des Körpers führt. [luh]

Quelle: Science Translational Medicine / doi: 10.1126/scitranslmed.3006338

Genetik Vetternehe verdoppelt das Gesundheitsrisiko der Kinder

Wenn ein Cousin und eine Cousine ersten Grades heiraten, kommen ihre Kinder deutlich häufiger mit Geburtsdefekten zur Welt. Das zeigt eine Studie britischer Forscher im Fachmagazin "The Lancet". Den Statistiken nach lag für blutsverwandte Eltern das Risiko, ein krankes Kind zur Welt zu bringen, bei sechs Prozent. Das ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt der in der Studie erfassten Bevölkerungsgruppe. Die Wissenschaftler untersuchten die Gesundheit von 13.500 Kindern, die zwischen 2007 und 2011 im britischen Bradford geboren wurden. Dort leben viele Menschen pakistanischer Herkunft. In Pakistan ist die Vetternehe kulturell weit verbreitet. [luh]

Quelle: The Lancet / doi: 10.1016/S0140-6736(13)61132-0

Astronomie Der Planet Merkur wurde einst von Lava überströmt

Seit zwei Jahren kreist die Sonde Messenger um den Planeten Merkur und liefert Bilder von dessen Oberfläche. US-Forscher haben darauf jetzt alle Einschlagkrater gezählt und diese Daten mit ähnlichen Analysen Erdmondes verglichen. Daraus konnten sie neue Erkenntnisse zur geologischen Geschichte des Merkur ableiten. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature" berichten, muss der Merkur vor rund 4 Milliarden Jahren einmal komplett mit Lava geflutet worden sein. Allerdings gibt es keine zugehörigen Vulkane. Vermutlich wurden die vulkanischen Ergüsse durch besonders schwere Einschläge von Meteoriten hervorgerufen. [luh]

Quelle: Nature / doi: 10.1038/nature12280

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