Montag, 19.04.2021
 
Seit 13:30 Uhr Nachrichten
27.04.2015

Chemie Wissenschaftler beobachten ionische Flüssigkeiten unter dem Mikroskop

Ionische Flüssigkeiten sind Schmelzen von organischen Salzen, die schon bei Raumtemperatur flüssig vorliegen, ohne dass sie in einem Lösungsmittel gelöst sind. Da sie kein Wasser enthalten, sind sie als Elektrolyte in Batterien oder Brennstoffzellen interessant. Bisher war allerding nicht bekannt, was bei elektrochemischen Reaktionen der ionischen Flüssigkeiten auf molekularer Ebene passiert. Oder wie sich die Moleküle an der Oberfläche von Elektroden anordnen, wenn eine Spannung angelegt wird.

Mithilfe eines speziellen Rastertunnelmikroskops konnten Physiker von der Universität Kiel diesen Prozess jetzt erstmals beobachten. Das berichten sie in der Fachzeitschrift "Angewandte Chemie". Basierend auf ihren Beobachtungen wollen die Forscher ein Modell entwickeln, mit dem sich das molekulare Verhalten von ionischen Flüssigkeiten beschreiben lässt. Das Modell könnte dann bei der Entwicklung technischer Anwendungen helfen.[mas]

Quelle: Angewandte Chemie - doi:10.1002/ange.201501715

Biologie Forscher haben das Hummel-Genom entschlüsselt...

... und das Erbgut der Hummel mit dem Genom der Honigbiene verglichen. Beide Insekten sind für die Bestäubung von Nutzpflanzen wichtig, leiden aber stark unter dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.

Im Genom von zwei auch kommerziell bedeutenden Hummelarten, der Europäischen Erdhummel und einer amerikanischen Verwandten, suchten die Forscher von der ETH Zürich deshalb nach Hinweisen darauf, was die Tiere so sensibel gegenüber Umweltgiften macht. Dabei fanden sie unter anderem heraus, dass Hummeln nur sehr wenige Gene besitzen, die die Entgiftung des Körpers regulieren. Auch für das Immunsystem sind nur etwa 150 der insgesamt 20.000 Gene verantwortlich, schreiben die Forscher im Fachblatt "Genome Biology".

Besonders groß ist bei Hummeln dagegen das genetische Repertoire für die Geschmacksbildung. Dafür ist der Geruchssinn vergleichsweise schwach vertreten. Die entspricht auch der Lebensweise der Hummeln. Sie suchen die passende Nahrung, indem sie jede Blüte mit der Zunge testen. Im Gegensatz zur Honigbiene, die ihre Nahrung am Geruch erkennt. [mas]

Quelle: Genome Biology - doi:10.1186/s13059-015-0628-y

Medizin Ein neues Medikament könnte Patienten mit Multipler Sklerose helfen ...

... indem es die Aktivierung von T-Helferzellen verhindert. Diese Immunzellen sind mit dafür verantwortlich, dass im Körper von Menschen mit Multipler Sklerose autoimmune Entzündungen entstehen, die die isolierende Hülle von Nervenzellen zerstören.

Forschern vom Gladstone Institute in San Francisco gelang es mit dem neuen Wirkstoff, das Einsetzen der Entzündungsreaktion in einem Mausmodell für Multiple Sklerose zu verhindern. Das beschreiben die Wissenschaftler im "Journal of Experimental Medicine".

Während sich die Zahl der aktiven T-Helferzellen durch die Behandlung stark reduzierte, nahm gleichzeitig die Zahl der regulatorischen T-Zellen zu. Diese Zellen helfen dabei das Immunsystem unter Kontrolle zu halten.

Ihre Erkenntnisse wollen die Forscher jetzt auch auf andere Autoimmun-Erkrankungen übertragen. So könnte eine ähnliche Strategie zum Beispiel auch Patienten mit Typ I-Diabetes helfen. [mas]

Zoologie Schnurrbart-Fledermäuse hören mit beiden Gehirnhälften

Und sind damit, bis auf den Menschen, das einzige Tier, das Höreindrücke je nach Art des Klanges mit der linken oder rechten Gehirnhälfte verarbeitet. Das berichten Forscher aus Washington in der Fachzeitschrift "Frontiers of Neuroscience".

Für die Fledermäuse sei die asymmetrische Verarbeitung von Lauten sinnvoll, weil sie eine große Bandbreite unterschiedlicher Klänge wahrnehmen müssen. Die linke Gehirnhälfte ist dabei auf die Verarbeitung von Geräuschen mit schnell wechselnder Frequenz spezialisiert. Dazu gehören vor allem die Laute, mit denen Fledermäuse miteinander kommunizieren. Die rechte Hemisphäre verarbeitet dagegen Geräusche, bei denen sich die Frequenz nur geringfügig und langsam ändert, wie zum Beispiel das Sonar, mit dem sich die Tiere orientieren.

Auch dem Menschen ermöglicht die asymmetrische Verarbeitung von Geräuschen eine differenziertere Wahrnehmung seiner Umwelt. So hilft sie unter anderem dabei, zusätzliche Informationen wie die Stimmung des Sprechers anhand des Tonfalls zu erkennen.[mas]

Quelle: Frontiers of Neuroscience - doi - 10.3389/fnins.2015.00143

Medizin Forscher entdecken, warum Wunden bei Diabetikern schlechter heilen

Verantwortlich für die eingeschränkte Wundheilung ist laut einer Studie amerikanischer Wissenschaftler das Protein FOXO1. Normalerweise aktiviert FOXO1 nach einer Verletzung der Haut bestimmte Zellen, die in die Wunde einwandern und eine erste Schutzschicht bilden.

In diabetischen Mäusen passiert aber das Gegenteil, berichten die Forscher im Fachmagazin "The Journal of Cell Biology". Durch den hohen Zuckerspiegel im Blut der Tiere verändert sich die Wirkung von FOXO1. Statt die schützenden Zellen zu aktivieren, hindert das Protein sie sogar daran, an die verletzte Stelle zu wandern. Dadurch schließt sich die Wunde deutlich langsamer, es können schwere Entzündungen und Geschwüre entstehen.

Doch nicht nur der erhöhte Blutzuckerspiegel von Diabetikern könnte einen negativen Einfluss auf die Wundheilung haben. Auch der veränderte Insulinspiegel spielt dabei eine Rolle, schreiben die Forscher. [mas]

Quelle: JCB - doi:10.1083/jcb201409032

24.04.2015

Genforschung/Botanik Europäische Union gibt grünes Licht für transgene Pflanzen

Die EU hat heute in Brüssel die Einfuhr und den Verkauf von weiteren 19 genveränderten Pflanzen von Herstellern aus den USA und Deutschland genehmigt. Diese können größtenteils auch in Lebens- und Futtermitteln verwendet werden.

Bei zehn transgenen Sojabohnen- und Baumwollsorten erteilte die EU erstmals die Zulassung, in sieben Fällen ging es um die Erneuerung der Genehmigung bei Mais, Ölraps und Baumwolle. Hinzu kam die Einfuhrgenehmigung für zwei transgene Schnittblumensorten, beides Nelken.

Die Beschlüsse gelten für zehn Jahre, erlauben jedoch nicht den Anbau in Europa. [mst]

Psychologie Eine Illusion macht Unsichtbarkeit spürbar

Schwedische Psychologen wollten herausfinden, wie sich das Körpergefühl einer Versuchsperson ändert, wenn diese glaubt, unsichtbar zu sein. Bei ihren Versuchen an 125 Teilnehmern setzten sie den Freiwilligen eine sogenannte VR-Brille auf, die dem Träger eine virtuelle Umgebung zeigt. Die Brille wurde von zwei Kameras gespeist.

Senkten die Teilnehmer ihren Kopf, um an sich herunterzuschauen, sahen sie statt des Körpers nur eine leere Stelle im Raum – die Aufnahmen von Kamera zwei. Dadurch entstand der täuschend echte Eindruck, unsichtbar zu sein.

Wie die Forscher in den "Scientific Reports" darlegen, berührten sie die Studienteilnehmer mit einem Pinsel angeblich am Bauch. Die Teilnehmer sahen auf der Kamera zwar nur den in der Luft kreisenden Pinsel von Kamera zwei, spürten dennoch die angebliche Berührung.

Noch stärker war die Illusion, als die Forscher ein Messer Richtung des vermuteten Bauches bewegten: in der Folge zuckten die Probanden, begannen zu schwitzen und schütteten Stresshormone aus. [mst]

Quelle: Scientific Reports (10.1038/srep09831)

Medizin 2013 sind eine halbe Million Menschen an Malaria gestorben

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO kommt es weltweit jedes Jahr zu 200 Millionen Malaria-Infektionen. Etwa 500.000 Menschen sind nach aktuellen Schätzungen 2013 an der Tropenkrankheit gestorben, die meisten in Afrika. Einer Studie im Fachblatt "The Lancet" zufolge gab es durch den Zusammenbruch der Infrastruktur infolge der Ebola-Epidemie 2014 zusätzlich 10.900 Malaria-Tote. Das Pharmaunternehmen Glaxo-Smith-Kline hat seit 2009 den Impfstoff RTS,S an Tausenden Kindern in sieben afrikanischen Ländern getestet.

Ebenfalls im Fachblatt "The Lancet" heißt es nun, dass bei den ältesten geimpften Teilnehmern die Zahl der Infektionen ungefähr um ein Drittel gesenkt werden konnte. Derzeit prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur eine Zulassung des Impfstoffes. [mst]

Quelle: Eurekalert/Lancet

Paläoanthropologie Forscher entdecken einen "rauchenden Colt"

Die archäologische Kulturstufe des Protoaurignacien in Südwesteuropa zeichnet sich durch technische Innovationen in der Herstellung von Werkzeugen, Waffen und Schmuck vor 42.000 Jahren aus. Bislang war unklar, ob Neandertaler oder Vertreter von Homo sapiens dieser Kultur zugerechnet werden, denn beide Menschenvertreter überlappten sich räumlich und zeitlich.

Ein internationales Forscherteam hat nun Zähne zweier Fundstätten in Italien untersucht, die eindeutig dem Protoaurignacien zugeordnet werden. Im Fachblatt "Science" schreiben die Paläoanthropologen, dass die Milchzähne definitiv zum modernen anatomischen Menschen gehören und keine Neandertalermerkmale aufweisen.

Damit verdichten sich die Hinweise, dass sich vor 41.000 Jahren bereits Vertreter des Homo sapiens dort etabliert hatten und damit sehr wahrscheinlich maßgeblich für den Rückzug und späteren Niedergang der Neandertaler verantwortlich waren. [mst]

Quelle: Science (10.1126/science.aaa2773)

Geologie Riesige Magmavorkommen in Vulkan entdeckt

Unter dem Yellowstone-Nationalpark haben Geologen ein riesiges Magmavorkommen entdeckt. Forscher der Universität von Utah hatten die Daten zahlreicher Erdbebensensoren ausgewertet. Wie sie im Fachmagazin "Science" schreiben, liegt die Quelle des Vulkans in mindestens 440 Kilometern Tiefe. Von dort entsteigt eine 80 Kilometer breite heiße Säule bis in 60 Kilometer Tiefe. Das Magma sammelt sich demzufolge in einer Kammer in einer Tiefe von 45 bis 20 Kilometern. Diese Kammer, die nun erstmals exakt kartiert werden konnte, enthält eine Magmamenge, die den Grand Canyon elfmal füllen könnte. Ein Ausbruch hätte verheerende Folgen. Nicht nur riesige Landschaften würden vernichtet, sondern auch große Teile Nordamerikas würden mit Asche bedeckt werden. Folgen wären unter anderem jahrelange Ernteausfälle. [mst]

Quelle: Science (10.1126/science.aaa5648)

Geologie In Neuseeland bebte die Erde

Der pazifische Inselstaat Neuseeland ist heute von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Nach offiziellen Angaben lag die Stärke bei 5,9 bis 6,3. Das Epizentrum befand sich etwa 66 Kilometer vor der östlichen Küstenstadt Kaikoura in einer Tiefe von rund 55 Kilometern. Angaben über Opfer oder Schäden wurden bisher nicht gemacht. Neuseeland liegt auf dem Pazifischen Feuerring; dort stoßen mehrere Kontinentalplatten aufeinander. [mst]

23.04.2015

Genetik Wen die Mücken lieben, entscheiden die Gene

Das hat eine Untersuchung an eineiigen und zweieiigen Zwillingen ergeben. Sie mußten jeweils eine Hand in einen separaten Flugkanal halten. Die Mücken konnten sich aussuchen, zu welcher Hand sie flogen. Die Beliebtheit der eineiigen Zwilligen war bei den Mücken sehr ähnlich. Bei zweieiigen Zwillingen waren deutliche Unterschiede zu erkennen. Damit sei klar, dass die Gene schuld daran sind, wenn uns Mücken traktieren.

Die Gene – so schreiben die Forscher in PLOS One – beeinflussen vermutlich den Körpergeruch, der dann die Insekten anzieht. Nun wollen sie die genetische Basis näher untersuchen, um eines Tages maßgeschneiderte Anti-Mücken-Mittel an der Hand zu haben. [TJ]

Doi:10.1371/journal.pone.0122716

Quelle: PLOS One

Biologie Reflexionsarme Schmetterlingsflügel verhindern Lichtspiegelungen

Die Flügel des Glasflügler-Schmetterlings, der hauptsächlich in Mittelamerika verbreitet ist, reflektieren kaum Licht und sind dadurch im Flug für Fressfeinde beinahe unsichtbar. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie haben sich die Flügel näher angeschaut: es sind offenbar unregelmäßige Nanostrukturen auf der Oberfläche, die dazu führen, dass Licht kaum reflektiert wird. In NATURE COMMUNICATIONS erläutern sie ihre Ergebnisse und werfen einen Blick in die Zukunft: Sie wollen eine Beschichtung nach Schmetterlingsvorbild entwickeln für Brillengläsern etwa oder Handydisplays, bei denen die Oberfläche möglichst reflexionsarm sein sollte. [TJ]

Doi: 10.1038/ncomms7909

Quelle: NATURE COMMUNICATIONS

Biologie Auch sehr niedrig dosierte Strahlung kann Zellveränderungen bewirken

Ein Forscherteam des Instituts für Strahlenbiologie am Helmholtz Zentrum München hat entdeckt, dass niedrige Dosen Auswirkungen haben, die man bisher nicht kannte. Bisher ging man davon aus, dass die Gefährlichkeit von Strahlung mit abnehmender Dosis auch linear abnimmt. Doch die Forscher konnten im Stoffwechsel bestrahlter Zellen feststellen, dass auch noch Strahlendosen unter 0.1 Gray  in die Regulation von Genen eingreifen und sie aktivieren oder abschalten. Ob diese Vorgänge das Krebsrisiko beeinflussen, ließe sich noch nicht sagen, sei aber nicht ausgeschlossen, heißt es im Fachjournal CELL reports. [TJ]

Cell reports doi: 10.1016/j.celrep.2015.03.043

Quelle: Fachjournal CELL reports

Fossilien Auch bei Dinos sahen die Männchen anders aus als die Weibchen

Allerdings ist das bei fossilen Überresten längst verstorbener Arten deutlich schwerer festzustellen, als bei lebenden Spezies. Wie das Fachblatt PLOS One berichtet, gibt es jetzt erstmals Beweise für geschlechtsspezifische Unterschiede, und zwar bei Stegosauriern. Stegosaurier waren große Pflanzenfresser, die vor rund 150 Millionen Jahren lebten. Die männlichen Vertreter hatten offenbar die auffälligeren und im Vergleich zu den Weibchen um 45 Prozent größeren und breiteren Rückenplatten. Diese Platten seien vermutlich bestens dafür geeignet gewesen, bei der Balz auf sich aufmerksam zu machen.

Die weiblichen Stegosaurier dagegen hatten kleinere und langgestreckte Rückenplatten. [TJ]

10.1371/journal.pone.0123503

 

 

 

Quelle: PLOS One

Medizin Ein maßgeschneidertes Genmedikament schützt Rhesusaffen vor Ebola

Forscher der Universität von Texas haben bei ihren Studien den aktuellen Virenstamm, den Makona-Stamm, im Visier. Mit ihrem experimentellen Wirkstoff behandelten sie infizierte Rhesusaffen. Sie behandelten die Tiere ab dem dritten Tag nach der Ebolainfektion mit kleinen RNA Molekülen, sogenannter siRNA. Die Sequenz dieser siRNA ist komplementär zu den Genen des Virus und wenn sich diese Moleküle an sie anlagern, kann sich das Virus nicht mehr vermehren.

Um die siRNA sicher in die infizierten Zellen transportieren zu können, haben die Forscher sie in Lipid-Nanopartikel verpackt.

Das Therapieexperiement endete nach 28 Tagen: Alle behandelten Rhesusaffen waren gesund. Die Tiere einer unbehandelten Kontrollgruppe starben innerhalb von neun Tagen. Es sei die erste Studie, die einen Schutz nach der Infektion mit dem Ebolavirus nachweist, schreiben die Forscher in NATURE.

Auch wenn das Medikament auf den Makano-Virusstamm zugeschnitten war, ließe er sich leicht auf jeden anderen Ebolastamm anpassen.

Ob das Medikament auch bei Patienten wirkt, wird voraussichtlich im Herbst nach entsprechenden Studien feststehen. [TJ]

 doi:10.1038/nature14442

 

Quelle: NATURE

22.04.2015

Biologie Sicherheit macht mutig.

Zumindest gilt das für die Gemeine Schlammschnecke (Radix balthica). Meeresbiologen aus dem schwedischen Lund hatten dazu an 160 Tieren untersucht und geschaut, wie schnell sich die Weichtiere nach einer potenziellen Gefahr wieder aus ihrem Haus trauten. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Biology Letters" notieren, war dies umso früher der Fall, je stärker beziehungsweise dicker die Schale des Schneckenhauses war. Tiere mit robusten Schalen seien daher tendenziell kühner als Artgenossen mit fragileren Häusern. [mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2015.0029)

Physik Eine Atomuhr geht 15 Milliarden Jahre lang auf eine Sekunde genau.

Die exakteste Uhr der Welt tickt in Colorado. Dort haben Physiker aus Boulder eine Strontium-Gitter-Uhr entwickelt, die über 15 Milliarden Jahre keine Sekunde falsch geht, was eine längere Zeitspanne ist als das Alter des Universums. Wie die Forscher im Fachblatt "NATURE Communications" schreiben, sind damit Präzisionszeitmessungen für Anwendungen wie Satellitennavigation, Vermessungstechnik und Grundlagenforschung möglich. In der Uhr befinden Strontium-Atome in einem optischen Gitter aus Laserlicht. Diese werden mit einem weiteren Laser angeregt. Die Forscher messen anschließend die Schwingungen dieser Atome, die rund 430 Billionen Mal pro Sekunde ticken. [mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms7896)

Astronomie Astronomen weisen das Spektrum eines Exoplaneten im sichtbaren Licht nach.

Der Exoplanet 51 Pegasi b wurde bereits 1995 entdeckt, jedoch konnten Forscher der Europäischen Südsternwarte in Chile jetzt erstmals sichtbares Licht von ihm direkt eingefangen. Dies gelang, wie sie im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics" schreiben, mithilfe eines dreieinhalb Meter großen Teleskops. Welcher Teil der erfassten Strahlen zu dem Exoplaneten gehört, ermittelten die Astronomen im zweiten Teil. Aus dem Spektrum des Sterns, um den der Exoplanet kreist, errechneten sie, welches Lichtmuster der Planet selbst reflektieren muss. [mst]

Quelle: idw-online

Medizin Eine Impfung erhöht nicht das Autismus-Risiko.

Die Bedenken vor einer Autismus-Erkrankung von Kindern durch die Masern-Mumps-Röteln-Impfung sind unbegründet. Das geht aus der bislang größten Studie zu diesem Thema an 95.000 Kindern hervor, die US-Forscher im Fachblatt JAMA vorstellen. Demnach traten unter den als Säugling geimpften Kindern nicht mehr Autismus-Fälle auf als bei den nichtgeimpften Probanden. Diese Beobachtung konnten die Mediziner auch in den Familien machen, in denen es bereits ältere Geschwister mit einer Autismus-Erkrankung gab, so die Studienautoren. [mst]

Quelle: JAMA (10.1001(jama.2015.3077)

Energie Japans Rückkehr zur Atomkraft rückt näher.

Denn Anwohner des Atomkraftwerks Sendai sind mit einer Klage gegen die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren gescheitert. Das zuständige Bezirksgericht hat eigenen Angaben zufolge die Klage der Anwohner abgewiesen. Somit könnten die beiden Reaktoren im Sommer wieder hochgefahren werden. Nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom März 2011 waren alle 48 japanischen Atomkraftwerke vom Netz genommen worden. [mst]

Forschungsmittel Die Ausgaben für außeruniversitäre Forschung sind weiter gestiegen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben 2013 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Deutschland rund 11,9 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Das ist eine Steigerung um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 5,7 Milliarden Euro wurden demnach im Bereich der Naturwissenschaften getätigt, 3,1 Milliarden Euro entfielen auf die Ingenieurwissenschaften, danach folgen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Humanmedizin und agrarwissenschaftliche Forschung. Ebenso stieg die Zahl des in diesen Einrichtungen eingesetzten Personals um 2,4 Prozent auf 98.200 Personen. Zu den außeruniversitären Forschungseinrichtungen gehören Einrichtungen von Bund, Ländern und Gemeinden sowie öffentlich geförderte private Einrichtungen ohne Erwerbszweck. [mst]

Quelle: Statistisches Bundesamt

21.04.2015

Medizin Wunden schließen sich dank winziger Eiweiß-Röhrchen.

Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden. Die Wissenschaftler haben dazu die Fusion von Hautzellen auf molekularer Eben untersucht. Sie stellten fest, dass die Zellen zunächst einen molekularen Klettverschluss entwickeln, der sie mit ihrem Nachbarn verbindet. Anschließend heften sich kleine Eiweiß-Röhrchen - so genannte Mikrotubuli - an den Klettverschluss und lösen sich anschließend auf. Dadurch ziehe sich Haut in den Wundbereich und bedecke die offene Stelle, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Cell Biology". Ihre Untersuchungen führten die Wissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz und Kanada an Embryonen von Fruchtfliegen durch. Wie Menschen auch, haben die Fliegen während ihrer Entwicklung eine große Hautöffnung auf dem Rücken. Um weiter zu wachsen, müssen sie diese Öffnung schließen. Um die molekularen Prozesse optisch aufzulösen, griffen die Wissenschaftler zu Elektronenmikroskopen. [hell]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/ncb3159

Archäologie 170 Jahre alter Champagner geborgen.

Zwar nicht aus der Tiefsee, aber immerhin aus 50 Metern Tiefe haben Forscher 170 Jahre alten Champagner geborgen. Der Champagner lag in der Ostsee, in einem Schiffswrack vor den Aland-Inseln. 2010 wurde er bereits entdeckt und geborgen, nun haben Forscher ihn verkosten lassen. Obwohl die Kohlensäure entwichen war, bescheinigten die Weinexperten dem 170 Jahre alten Champus ein leichtes Prickeln. Nach einigem Schwenken entfaltete er würzige, lederne, rauchige und fruchtige Aromen, schreiben die Wissenschaftler im Magazin "PNAS". Chemisch unterscheidet sich der alte Champagner deutlich von modernen Pendants, was Rückschlüsse auf die damalige Weinproduktion zulässt. So lag der Alkoholgehalt bei nur 9,5 Prozent. Das liege an dem damaligen kühlen Klima und an der Tatsache, dass dem Traubenmost wahrscheinlich kein Zucker zugesetzt worden war. Auch ist der Kupfergehalt im alten Champagner deutlich höher. Die Forscher erklären das damit, dass früher bereits Kupfer als Pilzschutz für Weinreben verwendet wurde. [hell]

Quelle: www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1500783112

Psychologie Bei der Kommunikation können sich Ängste verstärken.

Das zeigt ein Experiment, das deutsche Wissenschaftler durchgeführt haben. Sie gaben einer Testperson zunächst vielfältige Informationen über die Alltagschemikalie "Triclosan". Anschließend erzählte die Testperson ihre Informationen einem anderen Probanden. So ging es nach dem Prinzip der "Stillen Post" von Proband zu Proband weiter. Am Ende füllten alle Testpersonen einen Fragebogen zum Gefahrenpotenzial der Chemikalie aus. Es zeigte sich: In die Informationsweitergabe flossen Vorurteile ein und beeinflussten so die Wahrnehmung des jeweiligen Adressaten. Auf diese Weise verbreiteten sich zunehmend subjektive Sichtweisen, notieren die Wissenschaftler im Magazin "PNAS". Die Studie gebe einen Einblick in die gesellschaftliche Reaktion auf Risiken und das Entstehen von oftmals unangemessenen Ängsten. [hell]

Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1421883112

Verkehr Ein japanischer Zug bricht seinen eigenen Geschwindigkeitsrekord.

Die Magnetschwebebahn Maglev hat auf einer Teststrecke eine Geschwindigkeit von 603 Kilometern pro Stunde erreicht. Damit brach sie ihren eigenen Rekord von 590 km/h, wie die Bahngesellschaft Central Japan Railway mitteilt. Im Jahre 2027 soll die Bahn Tokio mit der Industriestadt Nagoya verbinden. Dann wird sie jedoch mit nur 500 km/h unterwegs sein. [hell]

Quelle: DPA

Astronomie Auf Tschuri ist eine neue Staubfontäne entstanden.

Wissenschaftler wurden zum ersten Mal Zeugen einer solchen Entstehung, denn ein Kamerasystem der Raumsonde Rosetta das Schauspiel zufällig abgelichtet. Das Ungewöhnliche an der Fontäne ist: Sie befindet sich auf der sonnenabgewandten Seite des Kometen Tschurjumov-Gerasimenko. Auf der Tagseite des Kometen hingegen strömen Staubfontänen oft ins All. Eine mögliche Erklärung für die Fontäne auf der sonnenabgewandten Seite ist, dass Sonnenstrahlen auf Tschuris Bergklippen gefallen seien, die bisher im Dunkeln lagen. Eine weitere Theorie besagt, dass eine Hitzewelle gefrorene Gase erreicht habe, die sich unter der Kometenoberfläche verbergen. [hell]

Quelle: AFP

Geologie Eine neue Untersuchung alter Steine beendet eine lange Diskussion unter Forschern.

Bei den Steinen handelt es sich um Apex Chert. Das sind knapp dreieinhalb Milliarden Jahre alte Kiesel, in denen sich kohlenstoffreiche Fäden finden. Einige Wissenschaftler gingen davon aus, dass es sich dabei um fossile Bakterien und damit die ältesten Überreste von Leben auf der Erde handele. Jedoch gab es Zweifel. Einige Forscher interpretierten die vermeintlichen Fossilien als Kohlenstoffablagerungen, die nur zufällig wie Fossilien aussahen. Diese Vermutung haben Wissenschaftler nun bestätigt. Sie untersuchten das Gestein mit einem Transmissionselektronenmikroskop und verglichen es mit Mikrofossilien. Im Fachblatt "PNAS" schreiben sie, dass sie Verteilung des Kohlenstoffs in den alten Steinen nicht der Struktur echter Zellen entspricht. [hell]

Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1405338111

MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk