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05.05.2003

 Experten untersuchen die Bruchlandung der Sojus-Kapsel.

Die Kapsel hatte am Sonntag das Zielgebiet in Kasachstan um 460 Kilometer verfehlt und bescherte - wegen der steileren Flugbahn - den drei Raumfahrern eine knallharte Landung in der Steppe. Auch der Funkverkehr war ausgefallen. Die Suchmannschaften bekamen erst zwei Stunden später ein Lebenszeichen von der Besatzung. Ersten Untersuchungen zufolge ist bei der Landung an einem der Bremsfallschirme ein Seil gerissen. Beim Eintritt der Kapsel in die Erdatmosphäre hätten die Bremstriebwerke anders gearbeitet als geplant, heißt es. Noch ist nicht klar, ob außerdem einer der Astronauten die Kapsel falsch bedient hat, ob technisches Versagen vorliegt oder die Flugbahn falsch berechnet wurde. Seit dem Absturz der amerikanischen Raumfähre Columbia am 1. Februar wird die Internationale Raumstation ISS nur noch mit russischen Sojus-Raumschiffen angeflogen. Ein Ausfall der russischen Zubringer würde das vorläufige Ende des bemannten Betriebs der ISS bedeuten. [Quelle:kar]

 Heißes Wasser hält Äpfel gesund.

Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlruhe haben ein überraschend einfaches Verfahren entwickelt, wie sich Äpfel vor einem Fruchtfäule-Pilz bewahren lassen: Die Äpfel werden kistenweise in heißes Wasser getaucht. Das Wasser hat eine Temperatur von 53 Grad Celsius. Nach zwei Minuten sind alle Pilzsporen alle zuverlässig abgetötet. Mit diesem Verfahren haben Bauern bereits vor hundert Jahren Pilze an Getreidesaatgut bekämpft. [Quelle:kar]

 Immunzellen könnten der Stoff zur Krebsimpfung sein.

Eine Behandlungsmethode hierzu haben amerikanische Wissenschaftler am Kinderkrankenhauses in Philadelphia entwickelt. Demnach sollen spezielle Immunzellen - sogenannte B-Zellen - die Immunabwehr der kleinen Patienten mobilisieren, die dann den Krebs bekämpft. Die Wissenschaftler hatten aus dem Blut der Kinder die Zellen gewonnen und mit genetischem Material von Tumoren gemischt. Die Zellen aktivierten daraufhin Immunzellen, die in der Lage sind, Krebsgewebe zu zerstören. [Quelle:kar]

 Eine Unkrautspritze sieht, wo sie sprühen muss.

Die Spritze haben Agrarwissenschaftler der Universität Bonn entwickelt. Kernstück sind drei Digitalkameras, die den Ackerboden fotografieren und die Bilder an einen Computer schicken. Der erfasst die Umrisse der Bodenpflanzen. Die werden dann an einen zweiter Computer geschickt, der die Bilder mit Musterpflanzen in einer Datenbank vergleicht. Dieser zweite Computer erkennt sogar, um welches Unkraut es sich handelt - und entscheidet dann, welches Herbizid gespritzt wird. Mit Hilfe der modernen Unkrautspritze lässt sich die Hälfte der Pflanzenschutzmittel einsparen, die normalerweise versprüht wird. [Quelle:kar]

 Der Botenstoff GABA sorgt für geistige Frische im Alter.

In Tierversuchen haben Wissenschaftler entdeckt, dass die Substanz - nämlich Gamma-Amino-Buttersäure - für die Informationsverarbeitung im Gehirn zuständig ist. Lässt die Produktion in höherem Alter nach, werden Informationen langsamer verarbeitet. Amerikanische Forscher der Universität von Salt Lake City haben nun bei Tierversuchen mit Affen herausgefunden, dass eine Extra-Portion GABA die Reaktionsfähigkeit im Alter verbessert. Wie die Forscher in der Zeitschrift „Science“ schreiben, sorgt der Botenstoff normalerweise dafür, dass die Nervenzellen zielgerichtet arbeiten. Die Substanz hilft den Gehirnzellen dabei auszusortieren, auf welche Reize sie reagieren bzw. nicht reagieren sollen. Nur durch diese Beschränkung kann das Gehirn optimal funktionieren. Im Alter werden die Nervenzellen schlechter mit GABA versorgt und leiten Signale ungefiltert weiter. Diese Reizüberflutung führt dazu, dass die Reaktionen langsamer werden. [Quelle:kar]

 Das SARS-Virus ist ein zäher Brocken.

Das hat eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO ergeben. Demnach ist das Virus sehr viel widerstandsfähiger, als bisher angenommen. Der Erreger werde offenbar nicht nur durch zwischenmenschliche Kontakte übertragen, sondern überlebe - bei Raumtemperatur - bis zu 24 Stunden lang auch auf Plastikflächen. Im menschlichen Stuhlgang hält sich das Virus - der Studie zufolge - bis zu vier Tage, lässt sich mit gewöhnlichen Desinfektionsmitteln aber auch sehr schnell abtöten. Laut WHO legen die Untersuchungsergebnisse den Verdacht nahe, dass die Erreger über Türklinken übertragen werden. In Hongkong wollen Wissenschaftler versuchen, mit Hilfe von Schul- und chinesischer Medizin die Lungenkrankheit zu bekämpfen [Quelle:kar]
02.05.2003

 Tiger unterhalten sich über kilometerweite Entfernungen.

Tiger geben nicht nur hörbares Knurren oder Gebrüll von sich, sie können sich auch über weite Distanzen hinweg verständigen. Dazu geben sie extrem tiefe Töne von sich, die aber für den Menschen unhörbar sind. Die Tiere können so über Entfernungen von bis zu acht Kilometern hinweg kommunizieren. Möglicherweise funktioniere diese Unterhaltung per Infraschall, vermuteten US-Forscher auf der Jahrestagung der Amerikanischen Akustischen Gesellschaft. Wie sie im "New Scientist" berichten, hatten sie die Frequenzspektren der sibirischen, bengalischen und Sumatra-Tiger analysiert. Alle wiesen im Niedrigfrequenzbereich eine hohe Energie auf. Beim Gehörtest zeigte sich, daß Tiger am besten bei 500 Hertz hören und sogar noch auf Infraschallwellen von weniger als 20 Hertz reagieren. Die Kommunikation auf niedriger Frequenz hat nach Ansicht der Forscher diverse Vorteile: sie ist weniger anfällig für Klimabedingungen wie Feuchtigkeit, und auch Hindernisse am Boden stören sie kaum. [Quelle: tj]

 Ob Wolle einläuft oder nicht, ist genetisch bedingt.

Australische Forscher haben bei Schafen das Gen bestimmt, das dafür verantwortlich ist, ob die Schafwolle später einmal beim Waschen einläuft oder nicht. Das bestätigte die wissenschaftliche und industrielle Forschungsorganisation des Commonwealth (CSIRO). Die identifizierte genetische Verbindung führe bei Schafen zu weniger empfindlicher Wolle. Diese vererbbare Eigenschaft könne durch ausgewähltes Züchten verbreitet werden. [Quelle: tj]

 Das Erbgut des Milzbrand-Erregers ist entziffert.

Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin "Nature".Die Ergebnisse lassen mögliche genetische Ansatzpunkte für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten erkennen. Das Team vom Institut für Genom-Forschung in Rockville entzifferte die genetischen Informationen des Milzbrandauslösenden Bakteriums bei einem Exemplar, das von einer texanischen Kuh stammt. Dieses Bakterium scheint weitgehend identisch zu sein mit den Anthrax-Erregern, die im Jahr 2001 bei Briefanschlägen in den USA verwendet wurden. Das sequenzierte Genom des Anthrax-Erregers wurde mit zwei ähnlichen Krankheitserregern verglichen: mit dem Bodenbakterieum //Bacillus thuringiensis// und dem //Bacillus cereus//, das Lebensmittelvergiftungen hervorrufen kann. Das Ergebnis: Das Erbgut der verschiedenen Stämme ist weitgehend identisch. Allerdings besitzt nur Anthrax einen Überschuß an Genen, die Proteine abbauen. Dies deute an, daß Anthrax ein eher fleischorientiertes Bakterium sei - seine Vorfahren könnten sich von toten oder lebenden Insekten oder anderen Tieren ernährt haben, schlußfolgern die Forscher. Der Milzbranderreger sei außerdem hervorragend gerüstet, um sich an jedwede Umweltnische anzupassen. [Quelle: tj]

 Eizellen wurden erstmals künstlich hergestellt.

Das berichtet der deutsche Entwicklungsbiologe Hans Schöler in "Science". Ihm und seinen Kollegen an der Universität von Pennsylvanien gelang es im Tierversuch Eizellen aus embryonalen Stammzellen zu gewinnen. Eizellen sind die Grundlage zum Klonen und so wird die Arbeit der Forscher von Kollegen als bahnbrechend eingestuft. Bei den Versuchen wurden embryonale Stammzellen von Mäusen verwendet. Die Eizellen hätten sich spontan und ohne Zusatz von wachstumsfördernden Mitteln in dichten Stammzellkulturen entwickelt. Mit einem fluoreszierenden Farbstoff der an ein Gen gekoppelt war, konnten die Zellen identifiziert werden. Wenn auch Eizellen von Menschen in der Petrischale geschaffen werden könnten, würde das die ethischen Debatten zum Thema Klonen und Stammzellforschung maßgeblich verändern. Bislang ist allerdings noch nicht einmal klar, ob die Eizellen aus Philadelphia wirklich zu Mäusen heranwachsen können. [Quelle: tj]
30.04.2003

 Die Entsorgung von Atommüll in Frankreich lässt auf sich warten.

Das ist die Bilanz eines Kolloquiums, das das Forschungsministerium heute in Paris veranstaltet. Das französische Atommüllgesetz von 1991 schreibt eine dauerhafte Entsorgung bis Ende 2006 vor. Erfolgversprechende Methoden zur Beseitigung der hochradioaktiven Abfälle sind nicht Sicht. Sowohl die Verbrennung in einem Reaktor als auch die unterirdische Endlagerung kommen nicht voran. Nur Aufbereitung und Zwischenlagerung sind verfügbar. Der Zeitplan des Gesetzes wird möglicherweise nicht eingehalten. [Quelle: dk]

 Kinder erkranken nur leicht an SARS.

Jedenfalls dann wenn sie nicht älter als acht Jahre sind. Atemnot und Muskelschmerzen bleiben ihnen in diesem Alter erspart, wenn sie sich mit dem schweren akuten respiratorischen Syndrom SARS infizieren. Das ergab eine Studie der chinesischen Universität in Hongkong. Ärzte hatten zehn junge SARS-Patienten im Alter von 18 Monaten bis zu 16 Jahren beobachtet. Dabei erlitten nur die Teenager die für SARS typischen schweren Symptome. Nur sie mussten beatmet werden. Alle jüngeren Kinder im Alter bis zu acht Jahren hatten lediglich leichtere Symptome und mussten kein einziges Mal beatmet werden. In diesem Alter ist das Immunsystem noch sehr unreif. Das könnte bei einer SARS-Infektion auch von Vorteil sein. Denn viele Schäden - beispielsweise in der Lunge - werden durch die Abwehrreaktion des Immunsystems hervorgerufen und nicht durch das SARS-Virus. [Quelle: krb]

 Ionen beeinflussen die Epilepsie.

Italienische Neurologen aus Mailand und vom Gemelli-Krankenhaus in Rom weisen jetzt in einer in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlichten Studie nach, dass epileptische Krisen von einem Fehlverhalten der Ionen abhängen. Der Ionentransport in den Zellen reguliert deren Stoffwechsel. Den Neurologen ist der Einfluss der Ionen auf das Entstehen von Epilepsien bei ihrer Untersuchung von Genen der Chromosomen 8 und 20 aufgefallen. [Quelle: mag]

 Auto-Abgase machen Männer unfruchtbar.

Das vermuten Forscher von der Università di Napoli. Sie untersuchten 85 Männer, die in den Mautstellen italienischer Autobahnen arbeiteten. Im Vergleich mit einer gleich großen und gleichaltrigen Kontrollgruppe waren die Hormonspiegel sowie die Anzahl der Spermien bei den Männern von der Autobahn zwar identisch, dafür waren ihre Spermien deutlich langsamer und unbeweglicher. Als Hauptursache sehen die Forscher insbesondere hohe Stickoxid- und Bleikonzentrationen. [Quelle: dk]

 Spontanheilung bei Krebs ist möglicherweise genetisch bedingt.

Durch Zufall gelang US-Forschern die Züchtung eines Mäusestamms, bei dem die spontane Heilung und eine hohe Resistenz gegen Krebs normal sind. Das berichten sie im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Forscher der Wake Forest-Universität in Winston-Salem injizierten einer Reihe von Mäusen hochgradig infektiöse Krebszellen. Zur Überraschung der Wissenschaftler überlebte eine Maus und bekam selbst nach weiteren Injektionen keinen Krebs. Auch die Hälfte der Nachkommen der Maus erwies sich als resistent oder besiegte den Krebs, selbst nachdem sich dieser schon im Körper der Tiere ausgebreitet hatte. Dies deute auf einen genetischen Zusammenhang hin, schreiben die Forscher. Offenbar gebe es einen bisher noch nicht entdeckten Abwehrmechanismus des Körpers gegen Krebs. [Quelle: dk]

 Ultraschall macht Operationsbesteck steril.

Physiker aus den USA wollen Krankheitskeimen keine Chance lassen. Sie haben ein Tischgerät entwickelt, das bei Zimmertemperatur und normaler Netzspannung ein Plasma aus freien Elektronen und geladenen Molekülen erzeugt und damit etwa Chirurgiebesteck effektiv sterilisiert, berichten die Wissenschaftler im "New Journal of Physics". Das Gerät soll die aufwändige Abtötung von Bakterien und Viren in der Chirurgie vereinfachen, wo bisher OP-Gerätschaften unter anderem mit giftigen Gasen sterilisiert werden. Normalerweise wird zur Herstellung von Plasma Gas so lange erhitzt, bis sich die atomaren Strukturen der Gasmoleküle auflösen. In diesem Fall gelingt dies mit einem Helium-Sauerstoff-Gemisch und zwei flachen Elektroden jedoch schon bei normaler Umgebungstemperatur. [Quelle: dk]

 Schimmelpilz gegen Maikäfer.

Die Biologische Bundesanstalt versucht, den Schädlingen mit einem Pilz gezielt beizukommen. Geruchsstoffe sollen die Käfer anlocken, die dann mit dem Pilz infiziert werden. Der Pilz wird auf die Eier und damit auf die Larven übertragen, so dass sie sterben. Ob der Versuch tatsächlich zum gewünschten Ergebnis führt, wird die BBA nach eigenem Bekunden allerdings erst in fünf Jahren wissen. Insektizide sollen vermieden werden, um andere Arten zu schützen. [Quelle: dk]

 Fische sind sensibel.

Was logisch scheint, ist nun auch wissenschaftlich erwiesen: Fische fühlen ähnlich wie Menschen Schmerz und Stress. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Edinburgh und des dort ansässigen Roslin-Institutes. Wie britische Medien heute berichten, haben die Forscher am Kopf der Regenbogenforelle 58 Schmerzrezeptoren entdeckt, die auf mindestens einen Reiz reagierten. Mit den Experimenten wurden den Angaben zufolge erstmals Schmerzrezeptoren in Fischen nachgewiesen, die auf unterschiedliche Faktoren reagieren, und ähnlich auch bei Amphibien, Vögeln und Säugetieren vorkommen. Tierschützer begrüßten die Ergebnisse der Studie. [Quelle: dk]

 Neuer Bakterienstamm könnte Abwasser reinigen.

Belgischen Wissenschaftlern ist es gelungen, einen Bakterienstamm zu isolieren, der die weitverbreitete krebserregende Substanz 1,2-Dichlorethan restlos abbauen kann. Das berichtet die Universität von Gent in einer Pressemitteilung. Die Bakterien veratmen die giftige Substanz - wie die Menschen den Sauerstoff - und sorgen damit für ihren Abbau. Der Name des Neulings ist passend: Desulfito-Bacterium Dichloro-Eliminans vorgeschlagen. Sie konnten bereits im Labor die Wirksamkeit des Abbaus nachweisen: Die Bakterien zersetzen das 1,2-Dichlorethan innerhalb von Tagen ohne Rückstände. Bisherige Methoden der Grundwasserbehandlung erforderten extrem langwierige Reinigungszyklen, die sich über Jahre hinziehen. Bei der industriellen Produktion von PVC etwa entstehen große Mengen an 1,2-Dichlorethan, eine der Hauptverschmutzungen des Grundwassers. Die Substanz hat eine Halbwertszeit von fünfzig Jahren. [Quelle: dk]
29.04.2003

 Staphylokokken treiben Immunzellen in den Selbstmord.

US-Forscher der Universität von Kalifornien in San Diego haben erstmals genau beschrieben, wie Erreger von Wundinfektionen, //Staphylococcus aureus// Bakterien das Immunsystem des Menschen Schach-matt setzen. Die Bakterien bilden ein Eiweiß mit Namen SpA, das sich an die Oberfläche von Immunzellen heftet und so die Zellen, so genannte B-Zellen in den Selbstmord treibt. Die Bakterien verhindern so, dass das Immunsystem Gedächtniszellen ausbildet, um so künftige Infektionen effektiv und schnell bekämpfen zu können. Auf Stapphylococcus-Infektionen muss sich der Körper deshalb immer neu einstellen. Die Forscher glauben, von den Bakterien lernen zu können. Sie wollen jetzt testen, ob das SpA-Eiweiß sich als Medikament eignet zur Behandlung von Auto-Immunkrankheiten - Krankheiten also, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift. [Quelle: mawi]

 Der Röntgen-Satellit "BeppoSAX" stürzt heute Nacht auf die Erde.

Der Satellit ist nicht steuerbar und wird beim Wiedereintritt in die Atmosphäre nur zur Hälfte verglühen. Die italienische Raumfahrtagentur ASI rechnet mit über 40 Trümmer-Teilen, die die Erdoberfläche erreichen - das größte von ihnen über ein-hundert Kilogramm schwer. Wo und wann die Satelliten-Trümmer aufschlagen, lässt sich nicht genau vorhersagen. Die ASI nannte heute Mittag ein Zeitfenster von achteinhalb Stunden: zwischen 22:50 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit und 7:20 Uhr morgen früh. Der Absturz-Ort dürfte in Äquator-Nähe liegen, zwischen dem 4. nördlichen und dem 4. südlichen Breitengrad. BeppoSAX war ein italienisch-niederländisches Weltraumprojekt. Der Röntgen-Satellit ist fast auf den Tag genau vor einem Jahr abgeschaltet worden, nach sechs Jahren im All. [Quelle: mra]

 Zugvögel haben ein besseres Langzeitgedächtnis als ihre nicht wandernden Verwandten.

Wissenschaftler der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie in Andechs fanden heraus, dass die wandernde Gartengrasmücke sich mindestens ein Jahr lang an bestimmte Futterplätze erinnern kann. Die standorttreue Samtkopfgrasmücken dagegen erinnert sich nur wenige Wochen lang an Futterplätze. Möglicherweise entwickeln Zugvögel eine größere Erinnerungskapazität, mit der sie Rast- und Brutplätze leichter wieder finden können, schreiben die Forscher im Fachblatt "Proceedings" der amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Ob außer der Gartengrasmücke auch andere Zugvogel über ein gutes Gedächtnis verfügen, ist allerdings noch unbewiesen. [Quelle: mawi]

 Nicht nur sauber sondern SARS-frei ...

...soll künftig das Geld sein, das chinesische Banken ausgeben. Schon jetzt halten einige chinesische Banken im Kampf gegen SARS sämtliche Banknoten 24 Stunden lang zurück, bevor sie wieder ausgegeben werden. Die Scheine werden zudem mit ultraviolettem Licht bestrahlt, um mögliche Krankheitserreger abzutöten. Große chinesische Banken kündigten jetzt an, sie wollten künftig das im Umlauf befindliche Geld desinfizieren. Noch fehlt dazu allerdings die technische Ausrüstung. [Quelle: mawi]

 SARS ist wahrscheinlich gefährlicher als bislang angenommen, ...

...davon gehen Forscher um den Londoner Epidemiologen Roy Anderson vom Imperial College London aus. Nach Andersons Berechnungen sterben zwischen acht und 15 Prozent der infizierten Menschen an den Folgen von SARS. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ging bislang davon aus, dass drei bis sechs Prozent der SARS-Patienten sterben. Roy Anderson hatte für seine Berechnung rund 1400 SARS-Fälle in Hongkong neu ausgewertet. [Quelle: mawi]

 Kinder sind durch SARS weniger bedroht als Erwachsene.

Die Krankheitssymptome machten sich bei Kindern im Alter zwischen 18 Monaten und sieben Jahren weniger bemerkbar. Auch sei das Risiko der SARS-Übertragung durch Kinder relativ gering, schreiben Forscher der pädiatrischen Abteilung der Universität Hongkong heute im britischen Wissenschaftsmagazin "The Lancet". Auch habe es in der Altersgruppe in der Hongkonger Klinik bislang noch keinen Todesfall gegeben. [Quelle: mawi]
25.04.2003

 Licht ordnet Kristallstrukturen.

Das berichtet ein internationales Forscherteam des Max Planck Instituts für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Die Wissenschaftler hatten einen organischen Kristall mit einem ultrakurzen Laserpuls beschossen. Anschließend maßen sie mit noch kürzeren Röntgenlaserblitzen den Aufbau des Kristalls nach. Dabei stellten sie fest, das der Kristall für den Bruchteil einer Sekunde von einem ungeordneten in einen geordneten inneren Zustand überging. Bei geordneten Strukturen sind die inneren Bausteine, zum Beispiel Moleküle, alle gleich ausgerichtet; ihr Zustand lässt sich dann messen und zur Speicherung von Daten benutzen -- zum Beispiel auf elektromagnetischen Tonbändern oder Disketten. Durch Licht ausgelöste Phasenübergänge waren zwar bereits bekannt, konnten bislang jedoch nicht beobachtet werden. Die Forscher hoffen jetzt, ihre Technik für neue Speichermedien verwenden zu können. [Quelle: gät]

 Hungrige Schafe haben oft Frühgeburten.

Das schreiben Forscher aus Kanada, Australien und Neuseeland in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science". Die Gruppe hatte Schafen 60 Tage vor der Empfängnis die tägliche Futterrationen so gekürzt, dass die Tiere 15 Prozent des Körpergewichtes verloren. Später durften die Schafe wieder normal fressen. Trotzdem gebaren sie ihre Lämmer zum Teil deutlich früher als die Tiere, die immer ausreichend zu fressen hatten. Außerdem zeigten Messungen von Hormonspiegeln, die für das Wachstum der Föten wichtig sind, einen deutlich anderen Verlauf. Bei mehr als der Hälfte der Frühgeburten beim Menschen kennen die Ärzte den Grund nicht. Das Forscherteam vermutet, das eine leichte Unterernährung, zum Beispiel durch eine Diät, rund zwei Drittel dieser Fälle erklären könnte. [Quelle: gät]

 Kanadische Wissenschaftler können den SARS-Erreger nicht in allen Patienten nachweisen.

Sie konnten bis jetzt das neue Coronavirus nur in 40 Prozent aller mutmaßlichen SARS-Patienten finden. Allerdings gelang es ihnen, das Virus in einigen Gesunden aus der Kontrollgruppe nachzuweisen. In einer weiteren Gruppe von 250 Patienten fanden sie bei 20 Prozent der Proben einen Antikörper gegen das Koronavirus. Angesichts dieser Ergebnisse zeigte sich der Leiter der Kanadischen Forschergruppe Frank Plummer „überrascht“ und meldete Zweifel an, ob das neue Coronavirus wirklich die Ursache für SARS ist. Die Weltgesundheitsorganisation weist dagegen darauf hin, dass die Daten aus allen übrigen Labors eindeutig auf das Corona-Virus als Krankheitsverursacher hinwiesen. Die WHO nehme die kanadischen Daten, insbesondere den Hinweis auf die vorhandenen Antikörper, allerdings ernst und werde ihnen nachgehen. Erst vor wenigen Tagen hat die WHO offiziell das neue Coronavirus als Erreger von SARS anerkannt. Der deutsche Virologe Dr. Stephan Becker von der Universität Marburg vermutet, dass sich mit einem anderen Testverfahren auch bei den Kanadischen SARS-Patienten bestätigen wird, dass das neue Coronavirus die Ursache von SARS ist. [Quelle: krb]

 Die Wiege der Menschheit stand nicht nur in Ostafrika.

Davon sind Forscher aus Johannisburg überzeugt. Die Geologen bestimmten das Alter eines //Australopithecus africanus// neu, der vor sechs Jahren in Südafrika gefunden wurde. Die Forscher maßen dafür die radioaktiven Isotope Aluminium 26 und Beryllium 10 im Boden der Höhle, in der die fossilen Knochen des Urmenschen gefunden wurden. Diese Isotope entstehen an der Erdoberfläche durch kosmische Strahlung; sie haben eine Halbwertszeit von einer beziehungsweise zwei Millionen Jahren. Wird der Sand jedoch von der Oberfläche abgeschnitten, entstehen keine neuen Isotope mehr. Die Forscher mussten daher nur messen, wie viel von den Isotopen noch im Boden der Höhle vorhanden waren. Dabei stellten sie fest, dass der Menschenvorfahr vor 3,5 bis 4,5 Millionen Jahren gelebt haben dürfte. Für Anthropologen ist dieses Alter eine Überraschung. Sie waren bislang davon ausgegangen, dass in Südafrika zu dieser Zeit noch keine Urmenschen lebten. [Quelle: gät]

 Die neue ISS-Crew macht sich auf den Weg.

Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS soll am Wochenende abgelöst werden. Die neue Crew wird morgen mit einem Sojus-Raumschiff gegen sechs Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit vom Weltraumbahnhof Baikonur aus starten und nur noch aus zwei Mann bestehen. Die US-Weltraumagentur NASA teilte unterdessen mit, ihre Raumfrachter Flotte bleibe bis mindestens Anfang kommenden Jahres am Boden. Ob sie bereits im Januar 2004 wieder starten können, hänge von den Empfehlungen der Untersuchungskommission ab. Der Leiter der Unterersuchungskommission teilte unterdessen mit, dass über die Ursache des Columbia-Absturzes kaum noch Zweifel bestehen. Ein Stück Schaumstoff hat demnach sich beim Start von der Tankisolierung gelöst und die Tragfläche des Raumgleiters beschädigt. Beim Widereintritt in die Lufthülle sei die Columbia daher auseinandergebrochen. Der Abschlussbericht wird Mitte Sommer erwartet. [Quelle: gät]
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