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25.10.2010

Medizin Bitterstoffe könnten Asthmatikern helfen, tief durchzuatmen

Sinneszellen für bittere Aromen existieren im Mund. Diese Sinneszellen gibt es auch in der Lunge, haben Mediziner der Universität von Maryland in Baltimore entdeckt. Die Geschmacksrezeptoren sitzen auf der glatten Muskulatur in den Bronchien. Sie senden keine Information an das Gehirn. Ein Signal der Geschmacksrezeptoren sorgt dafür, dass die glatte Muskulatur der Bronchien sich entspannt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine". Die Forscher setzten die Rezeptoren im Labor den verschiedenen bekannten Bitterstoffen aus. Die Bitterstoffe hätten die Atemwege weiter entspannt und geöffnet als herkömmliche Wirkstoffe zur Behandlung von Asthma oder der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, also der Raucherlunge. Der neue Fund könnte helfen, die Asthma-Behandlung zu verbessern, hoffen die Wissenschaftler. //[mawi]//

Quelle: Nature Medicine-Online

Medizin Erstmals ist das Erbgut eines Japaners entziffert worden

Im Fachblatt "Nature Genetics" berichten Forscher des RIKEN Zentrums für Genomische Medizin in Yokohama, dass sie die Reihenfolge aller drei Milliarden Erbgut-Bausteine eines männlichen Japaners bestimmt haben. Die Forscher aus Yokohama haben die neuen Daten verglichen mit den Erbgut-Daten von sechs Menschen europäischer, koreanischer und chinesischer Abstammung. Dabei entdeckten sie eine Vielzahl bislang unbekannter genetischer Varianten. Die Autoren gehen davon aus, dass die genetische Varianz bei Menschen deutlich größer ist als bislang angenommen. //[mawi]//

Quelle: Nature Genetics

Zoologie Flamingos legen Make-up auf

Während der Paarungszeit tragen die rosafarbenen Vögel das Sekret der Bürzeldrüse auf ihre Federn auf, um Aufmerksamkeit zu erregen. Dies berichten Wissenschaftler im Fachblatt "Behavioral Ecology and Sociobiology". Das Sekret enthält Carotinoide, die die Federn der Flamingos farbintensiver erscheinen lassen. //[mawi]//

Quelle: AlphaGalileo

Medizin Gehirnerschütterungen wirken lange nach

Selbst leichte Gehirnerschütterungen können noch nach Jahren das Gedächtnis beeinträchtigen, berichten Mediziner und Psychologen aus Marburg und Münster in der Fachzeitschrift "Psychological Medicine". Auch sechs Jahre nach der Gehirnerschütterung zeigten sich bei den Studienteilnehmern noch Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten wie Lernen, Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Auch depressive Symptome traten häufiger auf als bei Vergleichspersonen. Nach gängiger Lehrmeinung bleibt eine Gehirnerschütterung ohne Langzeitfolgen. Für Menschen, die eine Gehirnerschütterung erlitten haben und unter den Folgen leiden, sei es daher häufig schwierig, Ansprüche gegenüber Versicherungen oder Unfallgegnern durchzusetzen, kritisieren die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Psychological Medicine

Medizintechnik Neues Röntgengerät findet winzigste Risse

Die einen Meter lange und ebenso breite Apparatur liefere ähnlich gute Ergebnisse wie deutlich größere Anlagen, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Nature Physics". Die Wissenschaftler setzten Helium und Laserstrahlen ein, um einen sehr fokussierten und energiereichen Röntgenstrahl zu erhalten. Dieser besitzt eine sehr niedrige Pulsrate. Somit könnten Techniker selbst winzige Risse, zum Beispiel in einer Flugzeugturbine, entdecken. In der Medizin könnte das Gerät die Auflösung von Röntgenaufnahmen deutlich erhöhen. //[mawi]//

Quelle: EurekAlert

Medizin Die Darmflora entsteht erst, wenn ein Signal unterdrückt ist

Der Darm von Mäusen wird kurz nach der Geburt besiedelt. Die Bakterien werden vom körpereigenen Immunsystem nicht als körperfremd angegriffen, weil in den Darmschleimhautzellen vorübergehend besonders wenig von einem bestimmten Signalstoff mit Namen IRAK1 gebildet wird. Das haben Forscher der Medizjavascript:act('speichern')inischen Hochschule Hannover entdeckt. Hat sich die Darmflora ausgebildet, tritt das Signalmolekül wieder in Funktion und ermöglicht dem Körper, potenziell krank machende Bakterien abzuwehren. Wahrscheinlich findet sich beim Menschen ein ähnlicher Mechanismus, der dafür sorgt, dass nützliche Bakterien vom Immunsystem toleriert werden. Wie dieser funktioniert, ist aber noch unklar. //[mawi]//

Botanik Schwarze Trüffel sind anders als andere Pilze

Schwarze Trüffel vermehren sich sexuell, berichten italienische und französische Forscher im Fachmagazin "New Phytologist". Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass sich der kostbare Speisepilz ohne Partner fortpflanzt – wie andere Pilze auch. Nach DNA-Analysen konnten die Forscher nun zwei Trüffel-Stämme mit unterschiedlichem Geschlecht entdecken. Die beiden Stämme konkurrierten in Versuchen darum, Wirtspflanzen zu bewachsen. Für eine optimale Trüffel-Ausbeute empfehlen die Wissenschaftler deshalb, bei der Pilzzucht auf ein ausgeglichenes Geschlechter-Verhältnis zu achten. //[mawi]//

Quelle: AlphaGalileo

22.10.2010

Biologie Von der Malaria-Mücke gibt es künftig zwei Arten.

Das berichten unabhängig voneinander zwei internationale Wissenschaftlerteams. Die Forscher hatten das Erbgut von zwei Stämmen der //Anopheles gambiae//-Mücke analysiert. Die Mücke ist der Hauptüberträger von Malaria in Afrika südlich der Sahara. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich das Erbgut der beiden Stämme stärker unterscheidet als bislang angenommen. Auch schreitet die Evolution der Mücke ungewöhnlich schnell voran, so die Teams in "Science". Eine Aufspaltung in zwei Arten könnte demnach bald bevorstehen. Damit wird es in Zukunft schwieriger werden, die Mücke mit Insektengift zu bekämpfen, so die Forscher. Um die neue Art zu bekämpfen, muss ein neues Gift entwickelt werden. Weltweit leiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 200 Millionen Menschen an Malaria, vor allem in Afrika. //[jst]//

Quelle: Science

Virologie Nahaufnahmen vom Grippevirus zeigen den Weg für neue Impfstoffe.

Forschern der Florida State University ist es gelungen, mit Hilfe eines Magnetresonanz-Tomographen die genaue Struktur eines Eiweißes abzubilden, das für die Vermehrung von Grippe-Viren mit verantwortlich ist. Die Wissenschaftler beobachteten, wie Protonen durch eine molekulare Schleuse in das maßgebliche Virus-Protein wanderten. Ohne diesen Vorgang können sich Grippe-Viren nicht vervielfältigen, schreiben die Forscher im Magazin "Science". Die Wissenschaftler wollen jetzt gezielt nach Wirkstoffen suchen, die das Einschleusen der Protonen verhindern sollen. Auf dieser Grundlage könnten sie neue Medikamente gegen Grippe entwickeln. Viele bereits auf dem Markt erhältliche Pharmaka verloren mit der Zeit ihre Wirksamkeit, weil die Grippe-Viren gegen die Wirkstoffe immun wurden. //[jst]//

Quelle: Science

Umwelt Kommunikationselektronik verbraucht immer mehr Energie.

Zwar benötigten elektronische Geräte wie Computer immer weniger Strom, doch sie würden auch immer mehr genutzt. Dadurch werde der Strombedarf der Kommunikationselektronik in Zukunft weiter ansteigen und könnte in zehn Jahren um das Siebenfache klettern, berichten Forscher der Bell Laboratories in den USA. Die Forscher wollen kommende Woche auf der Jahrestagung der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft mehrere Szenarien vorstellen, mit denen der Verbrauch und die damit verbundenen Energieprobleme der Kommunikationstechnik verringert werden könnten. Ein Weg sei die optische Übertragung der Daten, die den Wissenschaftlern zufolge deutlich weniger Energie verbraucht als zum Beispiel Datenübertragung per Funk. //[jst]//

Quelle: Eurekalert

Umwelt Laubbäume machen die Luft sauberer.

Die Pflanzen absorbierten etwa ein Drittel mehr flüchtige organische Verbindungen aus der Luft als bislang bekannt. Vor allem Baumkronen nehmen die organischen Verbindungen, wie etwa Kohlenwasserstoffe, besonders schnell auf. Das hat ein Forscherteam des Staatlichen Zentrums für Atmosphärenforschung der USA durch Messungen von Schadstoffen in der Luft über Laubwäldern festgestellt. Besonders stark ist dieser Effekt in den Wäldern der Tropen. Organische Verbindungen können oxidieren und zu Aerosolen werden, winzige Partikel, die an der Wolkenbildung beteiligt sind und das Klima beeinflussen. Aerosole können aber auch für Menschen gesundheitsschädlich sein. //[jst]//

Quelle: Eurekalert

Technik Der Tank der „Discovery“ ist leck.

Am 1. November, in zehn Tagen, soll die US-Raumfähre erneut zur ISS starten. Sie wird sechs Astronauten sowie ein Modul für mehr Stauraum und Ersatzteile zur ISS bringen. Die Mission soll elf Tage dauern. Bei den Vorbereitungen zum Start haben Ingenieure der Nasa jetzt jedoch ein Leck im Tank entdeckt. Nach Aussagen des Nasa-Managers John Shannon sollen Ingenieure das Leck bis zum Start schließen. Der Start am 1. November dürft der aktuellen Planung zufolge der letzte Flug der Discovery sein; am 27. Februar folgt dann die Endeavour mit ihrem letzten Flug. Über diese Flüge hinaus hat die Nasa noch einen weiteren Flug genehmigt bekommen. Dieser wird voraussichtlich im Herbst 2011 starten. Welche Raumfähre dann ins All fliegen wird, ist noch offen. //[jst]//

Quelle: Nasa

Polarforschung In der Arktis steigen die Temperaturen weiter an.

Die Eismenge in Grönland ging auch in diesem Sommer zurück. Außerdem sank die Dauer, in der das Land von Schnee bedeckt war, auf ein Rekordminimum. Das geht aus einem Bericht hervor, den 69 Wissenschaftlern aus aller Welt im Auftrag der US-Regierung erstellt haben. Die Forscher vermuten, dass die höheren Lufttemperaturen in der Arktis die Luftzirkulationen im Süden beeinflussen. Demnach besteht ein Zusammenhang zwischen den veränderten Winden der Arktis infolge der Erwärmung und dem sehr kalten und schneereichen Wetter im vergangenen Winter auf der Nordhalbkugel. //[jst]//

Quelle: AFP

21.10.2010

Raumfahrt Die Internationale Raumstation ist wieder auf der (richtigen) Höhe.

Vergangene Nacht wurde die Flugbahn der ISS um 0,9 Kilometer angehoben. Dazu wurden acht Triebwerke des Transportraumschiffes Progress für knapp fünf Minuten gezündet, teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Die Raumstation umkreist die Erde damit wieder auf einer mittleren Bahnhöhe von 353,3 Kilometern. Aufgrund der Luftreibung verliert sie allmählich an Höhe. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Astronomen entdeckten die bislang am weitesten entfernte Galaxie.

Mithilfe des Very Large Telescopes in Chile konnten europäische Astronomen ein schwaches Leuchten von UDFy-38135539 einfangen. 13 Milliarden Jahre war das Licht der Galaxie zur Erde unterwegs, berichten sie im Fachblatt "Nature". Damals war das Universum erst 600 Millionen Jahre alt. Zu dieser Zeit waren große Teile des Weltalls von einem Wasserstoffnebel erfüllt, der das Licht junger Sterne fast vollständig schluckte. Die Entdeckung der neuen Galaxie sei dennoch möglich gewesen, weil sie und ihre benachbarten Galaxien dazu beigetragen hätten, den Nebel zu lichten, so die Forscher. //[jst]//

Quelle: Nature/MPG

Medizin Gentherapie kann gegen Depressionen helfen.

Das konnten US-amerikanische Forscher bei Mäusen nachweisen. Tiere, die nur eine geringe Konzentration des Proteins p11 im Gehirn aufweisen, neigen zu depressionsartigem Verhalten. Bei ihren Tests erhöhten die Wissenschaftler mithilfe einer Gentherapie die Menge des Eiweißes. Anschließend verhielten sich die Tiere wieder normal. Da das Protein auch im Menschen vorkommt, könnten diese Ergebnisse ein neuer Ansatz für zukünftige Therapien in der Humanmedizin sein, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science Translational Medicine". //[mpr]//

Quelle: Science Translational Medicine

Biologie Auch Bienen können im Alter vergesslich werden.

Ältere Honigbienen haben mitunter Schwierigkeiten, den Weg zurück zum Stock zu finden, schreiben US-amerikanische und norwegische Forscher im Magazin "PLoS One". Um die Gedächtnisleistung der Bienen zu testen, verschlossen die Wissenschaftler den Eingang des alten Bienenstocks und gewöhnten die Insekten an ein neues Zuhause. Ältere Bienen steuerten dennoch immer wieder den alten Stock an. Die Forscher betonen jedoch, dass nicht alle älteren Tiere so vergesslich waren. Manche von ihnen flogen trotz ihres hohen Alters den neuen Bienenstock an. //[jst]//

Quelle: PLoS One

Medizin Die Fälle an Malaria-Erkrankungen in Indien wurden stark unterschätzt.

Einem internationalen Forscherteam zufolge starben in Indien möglicherweise zehnmal mehr Menschen an Malaria als bislang angenommen. Grund sei die mangelnde Datenerhebung der Weltgesundheitsorganisation WHO heißt es in einer Studie, die im Fachblatt "The Lancet" vorgestellt wird. Demnach gehen die Statistiken der WHO nur von den in Kliniken registrierten Fällen aus und seien damit unvollständig. Repräsentative Befragungen in betroffenen Familien hätten nun ergeben, dass landesweit jährlich nicht 15.000, sondern mindestens 125.000 Menschen an der Krankheit sterben. Die WHO bestreitet die Ergebnisse. Für die aktuelle Studie haben die Forscher rund 122.000 Todesfälle der Jahre 2001 bis 2003 überprüft. Dazu befragten sie Familienmitglieder nach den Symptomen und dem Verlauf der Krankheit der mittlerweile Verstorbenen. 90 Prozent von ihnen hatten in ländlichen Regionen gelebt; 86 Prozent waren nie zur Behandlung in einer Klinik gewesen. In 3,6 Prozent der untersuchten Fälle sei Malaria als Todesursache wahrscheinlich. //[mst]//

Quelle: The Lancet

Medizin Ein Protein könnte die Vermehrung von HI-Viren stoppen.

Forscher des Helmholtz Zentrums in München haben in menschlichen Gehirnzellen das so genannte Risp-Protein entdeckt. Bei Tests dockte es an der Stelle im HI-Virus an, die für seine Vermehrung mitverantwortlich ist. Anschließend entstanden nur sehr wenige neue HI-Viren, berichten die Forscher im Fachmagazin "Aids". Nun sei zu klären, inwieweit sich diese Erkenntnis nutzen lässt, um neue Therapien gegen das HI-Virus zu entwickeln. //[mst]//

Quelle: Helmholtz-Zentrum München

20.10.2010

Physik Bogen-Brücken könnten theoretisch stabiler gebaut werden.

Davon zeigen sich Forscher aus Sheffield in Großbritannien in den "PROCEEDINGS OF THE ROYAL SOCIETY: A" überzeugt. Die Ingenieure und Mathematiker weisen in ihrer Studie nach, dass die bisherigen Annahmen über die Lastverteilung in Stahl- oder Betonbogenbrücken nicht stimmen: Offenbar treten in den Krümmungen nahe der Pfeiler höhere Lasten auf als vorhergesagt. Um diesen Lasten zu begegnen, schlagen die Autoren eine Art Metallfächer vor, der den letzten Teil der Bögen zusätzlich stützt. Die zusätzlichen Streben könnten gemeinsam mit dem Hauptbogen im Widerlager entspringen, aber sich wie ein leicht geöffneter Fächer von innen gegen den Bogen schmiegen. Untereinander wären die Streben dabei mit rechtwinkligen Stützen verbunden. Diese Konstruktion würde die im Brückenbogen auftretenden Kräfte besser aufnehmen, zeigen sich die Wissenschaftler überzeugt. Ob es technisch möglich ist, solche Konstruktionen tatsächlich zu bauen, ließen sie jedoch offen. [gä]

Quelle: PROCEEDINGS OF THE ROYAL SOCIETY: A

Biologie Punkte und Streifen verbergen Katzen vor den Blicken ihrer Beute.

Das berichten Forscher aus Großbritannien in den "PROCEEDINGS OF THE ROYAL SOCIETY: B". Biologen hatten schon lange angenommen, dass die Fellzeichnung von Tiger oder Leopard die Tiere tarnen soll, das aber bis jetzt nicht geprüft. Die britischen Wissenschaftler haben nun 35 verschieden gemusterte Raubkatzenfelle untersucht. Dabei fanden sie zum Beispiel heraus, dass Großkatzen in dichten Wäldern öfter ein stark gemustertes Fell tarnt, wie etwa den Leopard; den Tiger aber die senkrechten Streifen im Grasland fast unsichtbar machen. Die Untersuchung zeige auch, dass sich das Fell der Großkatzen an eine neue Umgebung sehr schnell anpasse, so die Forscher weiter. Offen bleiben aber auch Fragen, etwa, warum keine andere Großkatze ein getigertes Fell hat oder warum Geparden Fleckenmuster haben, obwohl sie im Grasland jagen. [gä]

Quelle: PROCEEDINGS OF THE ROYAL SOCIETY: B

Medizin Fettreiches Essen könnte das Risiko für eine tödliche Blutvergiftung erhöhen.

Diesen Schluss zieht ein internationales Forscherteam im Fachblatt "BMC Physiology" aus seinen Tierversuchen. Die Wissenschaftler hatten Mäuse drei Wochen lang mit sehr fetthaltigem Futter gefüttert. Erkrankten die Tiere anschließend an einer Blutvergiftung, verlief diese kritischer als bei Mäusen, die herkömmliches Futter fraßen. Mit verantwortlich für die Verstärkung der Krankheit sei der Rezeptor TLR-4, so die Forscher weiter. Warum dieser Rezeptor, der normalerweise für die Erkennung von Krankheiten zuständig ist, durch fettreiche Nahrung aus dem Takt gerät, ließen sie jedoch offen. Die Forscher vermuten, dass Therapien an dem TLR-4-Rezeptor ansetzen könnten. In Deutschland erkranken jedes Jahr 150.000 Menschen an einer Blutvergiftung. 25 bis 40 Prozent verlaufen tödlich. Für Menschen mit Übergewicht ist das Risiko, an ihr zu sterben, sieben Mal so hoch wie für Normalgewichtige. [gä]

Ökonomie Der Nutzen von Ökosystemen für die Wirtschaft sollte künftig in volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ausgewiesen werden.

Davon zeigen sich die Autoren der TEEB-Studie, der Studie für Ökonomie der Ökosysteme und Biodiversität, überzeugt. Die Wissenschaftler haben dabei erstmals den wirtschaftlichen Leistungen von Ökosystemen einen konkreten Wert zugemessen. So bieten allein Insekten jährlich 110 Milliarden Euro an Bestäubungsleistung. Der Wert der Korallenriffe beläuft sich demnach auf 124 Milliarden Euro. Auf dieser Grundlage sei es auch möglich, die Schäden an Ökosystemen volkswirtschaftlich darzustellen und den Verursacher zur Haftung für diese Schäden heranzuziehen. Die TEEB-Studie wurde 2007 vom Bundesumweltministerium und der EU-Kommission ins Leben gerufen. [gä]

Medizin DHA-Fischöl-Kapseln helfen offenbar nicht gegen die Wochenbettdepression.

DHA-Fischöl-Kapseln enthalten als mehrfach ungesättigte Fettsäure die Docosa-Hexaen-Säure. Mehrere Wissenschaftlergruppen hatten in der Vergangenheit berichtet, die Einnahme dieser Omega-3-Fettsäure sei vorteilhaft für die geistige Entwicklung der Säuglinge, könne aber auch den Müttern nutzen, weil sie zum Beispiel die Gefahr einer Wochenbettdepression verhindere. Australische Wissenschaftler widersprechen jetzt diesen Berichten. Sie hatten 2400 Schwangere in zwei Gruppen geteilt und der einen das DHA-Fischöl, der anderen Pflanzenöl verabreicht. Gleich viele Mütter in beiden Gruppen entwickelten die Wochenbett-Depression. Auch brachten die Mütter, die Fischöl zu sich nahmen, keine intelligenteren Kinder zur Welt, so die Forscher in JAMA. In einer Stellungnahme zog der Council of Responsible Nutrition, der Wirtschaftsverband der Nahrungsergänzungsmittelindustrie der USA, die Ergebnisse in Zweifel. [gä]

Quelle: Eurekalert

19.10.2010

Zoologie Wie das Faultier zu seinem langen Hals kam

... das hat nun ein internationales Team von Zoologen entdeckt. Faultiere besitzen je nach Art acht bis zehn Halswirbel – im Gegensatz zu fast allen anderen Säugetieren, die normalerweise nur über sieben dieser Knochen verfügen. Um das Rätsel der überzähligen Wirbel zu lösen, haben die Wissenschaftler Faultier-Embryonen untersucht und festgestellt, dass sich die untersten Halswirbel ungefähr zur gleichen Zeit der Entwicklung bilden, zur der bei Säugern die obersten Wirbel des Brustkorbs entstehen. Die überzähligen Halswirbel des Faultiers entsprechen daher diesen Brustwirbeln, tragen jedoch keine Rippen. Sie haben ihr Aussehen im Laufe der Evolution verändert, weil ein langer Hals dem Tier offenbar Vorteile in seiner Umwelt bietet, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS, NY Times, idw online

Medizin Einer soll gegen alle helfen

US-Forscher haben einen Impfstoff gefunden, der gegen drei verschiedene Grippestämme wirkt. Sie hoffen, dass sie damit einen wichtigen Schritt getan haben, um eine Universal-Vakkzine gegen Grippe zu erschaffen. Weil sich die Oberfläche der Erreger so schnell ändert, müssen die Grippeimpfstoffe jedes Jahr neu zusammengestellt werden. Die Wissenschaftler aus New York haben nun ein Molekül hergestellt, das einem schwer zugänglichen Teil der Viren ähnelt, der sein Aussehen verhältnismäßig selten ändert. Wird er Patienten injiziert, dann kann das körpereigene Immunsystem lernen, wie es die echten Erreger erkennt. Der Impfstoff muss nicht in Hühnereiern kultiviert werden, sondern er kann schnell im Chemielabor hergestellt werden. Bisher wurde er allerdings nur an Mäusen getestet. //[reu]//

Quelle: PNAS, Technology Review

Energie London streicht Alternativ-Kraftwerk

Das britische Energieministerium hat Pläne für ein Gezeiten-Kraftwerk an der westenglischen Küste vorerst gestoppt. Stattdessen hat es acht neue Standorte für Atomkraftwerke festgelegt. Das Sperrwerk in der Mündung des Flusses Severn hätte umgerechnet 26 Milliarden Euro kosten sollen. Der Bau bleibe noch immer eine längerfristige Option, teilte das Ministerium gestern in London mit. //[reu]//

Umwelt Ölkatastrophe hat Thunfische dezimiert

Die Ölpest im Golf von Mexiko hat dem Atlantischen Blauflossen-Thunfisch hart zugesetzt. Das geht aus einer Studie hervor, welche die Europäische Weltraumorganisation ESA heute vorgelegt hat. Darin schätzen die Experten, dass 20 Prozent der Jungfische durch das Öl gestorben sind. Die ESA stützt sich dabei auch auf Daten, die durch Erdbeobachtungs-Satelliten erhoben wurden. Die Experten hatten verglichen, wie weit die Laichgebiete der Thunfische mit dem Ölteppich überlappen. Die Ölplattform "Deepwater Horizon" war im April explodiert, zur Hauptlaich-Saison der Thunfische. //[reu]//

Raumfahrt Der Space-Shuttle hat ein Leck

An der Raumfähre Discovery haben Experten der NASA ein Leck an der Treibstoffleitung entdeckt. Der Shuttle wird gerade für einen Flug zur ISS vorbereitet. Die Ingenieure in Cape Canaveral arbeiten nun daran, den Schaden an einem Flansch zu beheben. Nach Angaben der NASA ist der geplante Start am 1. November nicht in Gefahr. Die "Discovery" soll dabei Ersatzteile und ein Logistikmodul in den Orbit bringen. Für Februar 2011 ist die bislang letzte Mission geplant. //[reu]//
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