
Die FDP sei nicht tot - die Glaubwürdigkeit von Merz sei es, betonte Parteichef Dürr. Parteivize Kubicki meinte, Merz solle sich um seine eigene Partei kümmern. Wer Reformen wolle, dürfe nicht die CDU wählen.
Die Europaabgeordnete Strack-Zimmermann sagte, Merz sei der Letzte, der die politische Landschaft einordnen sollte. Dessen Häme sei an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Dieser Mann, der drei Anläufe brauchte, um Parteichef zu werden, und zwei Anläufe, um zum Kanzler gewählt zu werden, sei die personifizierte Wortbrüchigkeit. Bereits zur Bundestagswahl habe er FDP-Wähler mit liberalen Ködern gelockt und sie anschließend am langen Arm verhungern lassen.
Wissing kritisiert Kurs der FDP unter Dürr: Radikale libertäre Richtung engt Wählpotenzial ein
Auch der frühere FDP-Generalsekretär Wissing kritisierte Merz' Äußerung. Wissing sagte im Deutschlandfunk, so solle man nicht mit politischen Mitbewerbern umgehen.
Gleichzeitig stellte Wissing jedoch auch den aktuellen Kurs seiner ehemaligen Partei in Frage. Wähler einer liberalen Partei erwarteten Ausgleich und Kompromissfähigkeit. Stattdessen habe sich die FDP unter Dürr entschieden, radikal in eine bestimmte, libertäre Richtung zu gehen. Dies enge das Wählerpotential stark ein. Hinsichtlich eines möglichen Comebacks der FDP sagte Wissing, die Idee des Liberalismus werde in Deutschland Zukunft haben. Menschen brauchten Freiheit; aber auch eine entsprechende politische Kraft, die sich konstruktiv einbringe.
Merz rief FDP-Anhänger auf, in Rheinland-Pfalz die CDU zu wählen
Der Bundeskanzler hatte gestern nach Beratungen der Führungsgremien seiner Partei erklärt, seit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg seien die Freien Demokraten endgültig von der politischen Bühne verschwunden. Sie würden keine Rolle mehr spielen. Merz rief die Wähler der FDP auf, bei den Wahlen in Rheinland-Pfalz in zwei Wochen die CDU zu wählen, damit es einen entsprechenden Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten geben könne.
Die FDP verpasste in ihrem Stammland Baden-Württemberg mit 4,4 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag. Spitzenkandidat Rülke will als Landesvorsitzender zurücktreten. Es gibt Forderungen nach personellen Konsequenzen auch an den Vorstand der Bundespartei um den Vorsitzenden Dürr. Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Flebbe, sagte dem Magazin Der Spiegel, schon nach der Bundestagswahl habe es keinen wirklichen Neuanfang gegeben. Die Jugendorganisation hatte bereits nach dem Ampel-Aus den Rückzug von Verantwortungsträgern wie auch Kubicki gefordert. Parteivize Höne betonte ebenfalls, der organisierte Liberalismus in Deutschland brauche einen echten Neuanfang. Dürr lehnt einen Rücktritt ab. Mitte Mai findet ein Bundesparteitag statt.
Diese Nachricht wurde am 10.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
