Landtagswahl in Baden-Württemberg
Amtliches Endergebnis: Grüne knapp vor CDU, SPD und FDP historisch schwach

Der Grünen-Spitzenkandidat Özdemir setzt nach dem Wahlerfolg seiner Partei auf eine Fortsetzung des Regierungsbündnisses mit der CDU. Deren Spitzenkandidat Hagel gestand seine Niederlage ein. Die AfD verdoppelte ihr Ergebnis. SPD und FDP stehen nach dem historisch schlechten Abschneiden auf Landesebene vor einem personellen Wechsel.

    Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir lässt sich auf der Wahlparty seiner Partei feiern.
    Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir lässt sich auf der Wahlparty seiner Partei feiern. (imago images / Political-Moments )
    Özdemir sagte am Abend in Stuttgart, man habe die Wahl gewonnen. Er rief die Christdemokraten zu einer erneuten Zusammenarbeit auf und bot und ihnen eine Partnerschaft auf Augenhöhe an. Die Grünen kamen laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 30,2 Prozent der Stimmen. Auf die CDU entfielen 29,7 Prozent.
    CDU-Spitzenkandidat Hagel sprach von einer Niederlage für seine Partei und einem "bitteren Ergebnis". Man habe stärkste Kraft werden wollen und dies nicht erreicht. Er schloss aus, sich mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen.

    AfD verdoppelt Ergebnis

    Die AfD wurde drittstärkste Kraft und konnte ihr Ergebnis mit 18,8 Prozent nahezu verdoppeln. Spitzenkandidat Frohnmaier erklärte seine Partei zum Wahlsieger des Abends. Zugleich rief er die CDU zur Zusammenarbeit auf. Es gebe eine konservative Mehrheit, mit der man grüne Politik in Baden-Württemberg beenden könne.

    Starke Verluste für die SPD

    Die SPD dagegen halbiert ihren Stimmenanteil und kommt nur noch auf 5,5 Prozent - ein historisch schlechtes Abschneiden. SPD-Spitzenkandidat Stoch erklärte, er werde seine Ämter als Landes- und Fraktionschef zur Verfügung stellen.

    FDP und Linke verpassen Einzug in den Landtag

    Auch FDP-Spitzenkandidat Rülke kündigte seinen Rücktritt vom Landesvorsitz an. Die FDP erreichte nur 4,4 Prozent (2021: 10,5 Prozent) und ist künftig nicht mehr im Landtag von Baden-Württemberg vertreten.
    Die Linke kam ebenfalls auf 4,4 Prozent und verpasste damit den erhofften erstmaligen Einzug in den Landtag. Somit wird der baden-württembergische Landtag künftig ein Vierparteien-Parlament sein.
    In Baden-Württemberg waren rund 7,7 Millionen Menschen berechtigt, ihre Stimme abzugeben - unter ihnen waren erstmals auch 16- und 17-Jährige. Die Wahlbeteiligung stieg um gut 6 Punkte auf rund 70 Prozent.
    Weitere Informationen finden Sie in unserem Newsblog zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.
    Diese Nachricht wurde am 09.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.