
Am Abend eröffnen beide die Hannover Messe, die als weltweit wichtigste Industrieschau gilt. Morgen finden dann die deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen statt. Ziel ist es, die Beziehungen in Bereichen wie Handel, Rohstoffe, Rüstung, Digitalisierung, Forschung und Klimaschutz zu intensivieren.
Deutschland ist der viertgrößte Handelspartner Brasiliens mit einem Volumen von 20,9 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr und etwa 38 Milliarden Dollar an Direktinvestitionen. Mit rund 1.000 ansässigen deutschen Unternehmen ist der Großraum São Paulo Deutschlands größter Industriestandort im Ausland.
Auch US-Außenpolitik dürfte Thema sein
Zudem dürfte das Agieren von US-Präsident Trump gegen den Iran, aber auch gegenüber lateinamerikanischen Ländern wie Venezuela und Kuba eine Rolle spielen. Lula sagte vor seinem Deutschlandbesuch dem Magazin "Der Spiegel", Trump sei nicht zum Kaiser der Welt gewählt worden. Er könne anderen Ländern nicht pausenlos mit Krieg drohen.
Lula will der Politik Trumps eine Reform der Vereinten Nationen entgegensetzen und strebt wie Deutschland einen ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat an. Alle Versuche, das Gremium zu reformieren, sind in den vergangenen Jahrzehnten jedoch gescheitert. - Derzeit hat der Sicherheitsrat fünf permanente Mitglieder, die Vetorecht besitzen: die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich.
Bei den Konsultationen im Schloss dürfte auch der Klimaschutz ein wichtiges Thema werden. Deutschland hatte bei der Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém im vergangenen November für einen neuen Fonds zum Schutz des Regenwalds eine Milliarde Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren zugesagt.
Es ist das erste Treffen von Merz und Lula seit der Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur.
Diese Nachricht wurde am 19.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
