
Merz sagte nach dem Westbalkan-Gipfel in Tivat in Montenegro, die klare Botschaft des heutigen Tages sei, dass die sechs Balkan-Staaten bald Mitglied der Europäischen Union werden sollen. Die EU habe ein strategisches Interesse daran, diese Staaten an sich zu binden.
Macron betonte die Bedeutung der Region für die EU. Auf dem Westbalkan entscheide sich auch die Unabhängigkeit Europas, sagte Macron mit Blick auf Energie- und Sicherheitsfragen sowie Migrationsrouten.
Gestern hatten Merz und Macron in einem gemeinsamen Papier zusätzliche Anreize für Beitrittskandidaten bei der Integration in Aussicht gestellt. Diese könnten unter Bedingungen schon vor Vollzug des Beitritts vollen Zugang zum europäischen Binnenmarkt bekommen.
Zu den Westbalkan-Staaten gehören Montenegro, Albanien, Bosnien-Herzegowina, das Kosovo, Nordmazedonien und Serbien. EU-Erweiterungskommissarin Kos zufolge könnte Montenegro Ende 2028 als 28. Mitglied in die EU aufgenommen werden.
Der UNO-Beauftragte für Bosnien und Herzegowina, Schmidt, begrüßte ein solches Vorgehen. Er sagte im Deutschlandfunk, bislang habe man beim EU-Beitritt immer nach dem Prinzip ”100 Prozent oder gar nichts” gearbeitet. Stattdessen müsse man stufenweise vorgehen und könne zum Beispiel jungen Start-Ups den Weg zum Binnenmarkt öffnen. Grundsätzlich gehe es darum, die Menschen auf dem Westbalkan zu gewinnen – und hier sei die EU kommunikativ „stark verbesserungsbedürftig“.
Diese Nachricht wurde am 05.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
