
Es handele sich um ein Kontingent, das die vorherige US-Regierung auf Zeit stationiert habe und über dessen Abzug seit längerer Zeit gesprochen worden sei, betonte Merz. Er bekräftigte zugleich seine Kritik an der Iran-Strategie Washingtons und verteidigte auch seinen Satz, wonach der Iran die USA "gedemütigt" habe. Er müsse akzeptieren, dass der US-Präsident dazu eine andere Meinung habe. Das ändere aber nichts daran, dass die Vereinigten Staaten für Deutschland der wichtigste NATO-Partner seien.
Die USA hatten angekündigt, dass das Truppen-Kontingent in Deutschland um 5.000 Soldaten verringert werden soll. Gestern sagte Trump, er wolle weit mehr Soldaten abziehen. Zahlen nannte er nicht.
Otte warnt vor "Lücke in der deutschen Verteidigungsarchitektur"
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Otte, warnte angesichts des angekündigten Abzugs vor einer Lücke in der deutschen Verteidigungsarchitektur. Der CDU-Politiker sagte, der Abzug von US-Kampfeinheiten sei ein schlechtes Signal und müsse kompensiert werden. Otte betonte gegenüber dem Magazin "Spiegel", dies bedeute mehr denn je, die eigene Verteidigungsfähigkeit schnell auszubauen. Mit Blick auf die USA sagte er, das Land verzichte mit dem Schritt auf eine vorteilhafte Infrastruktur und gesellschaftliche Rückendeckung.
Bürgermeister von Ramstein: Abzug würde Standort wirtschaftlich hart treffen
Vertreter von Kommunen und Ländern in Rheinland-Pfalz machten auf weitere mögliche Folgen aufmerksam. Der Bürgermeister der rheinland-pfälzischen Stadt Ramstein, Hechler, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Truppenabzug würde die Region mit großer Härte treffen. Bei einem Abzug von insgesamt 5.000 Soldaten seien es mit Familiennachzug 10.000 bis 12.000 Menschen, die aus den deutschen Standorten wegzögen. Dies würde schmerzhafte wirtschaftliche Einschnitte bedeuten. Allerdings sehe er keine Anzeichen für einen Abzug im Raum Ramstein. Der wahrscheinlich künftige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Schieder (CDU), hatte zuvor ebenfalls gesagt, es gehe nicht nur um das Miteinander bei sicherheitspolitischen Fragen, sondern auch um wirtschaftliche Folgen.
US-Truppenabzug - Interview mit Nico Lange, Politikwissenschaftler (Audio)
Der US-Stützpunkt Ramstein – Militärische Bedeutung und Wirtschaftsfaktor
Streit zwischen Merz und Trump - Was ein Teilabzug der US-Truppen bedeuten würde
Diese Nachricht wurde am 03.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
