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StartseiteInterview"Man muss kein deutsches Roulette machen"10.02.2020

Meteorologe Kachelmann zu Sturm "Sabine""Man muss kein deutsches Roulette machen"

Es sei richtig, dass man die Schulen in den Gebieten dichtmache, wo es die höchsten Windgeschwindigkeiten gebe, sagte der Meteorologe Jörg Kachelmann im Dlf. Man dürfe es nicht den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht. Denn dann wären nur die Kinder gutsituierter Eltern sicher aufgehoben.

Jörg Kachelmann im Gespräch mit Christine Heuer

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Der Moderator Jörg Kachelmann, aufgenommen am Rande der MDR Talkshow "Riverboat" am 07.06.2019 in Leipzig. (picture alliance/dpa)
Moderator Jörg Kachelmann (picture alliance/dpa)

In dieser Frage habe Deutschland noch Nachholbedarf, sagte der Wetter-Experte Jörg Kachelmann im Dlf. Es sei wichtig, dass ein ganzes Bundesland beschließe, heute bleibt die Schule geschlossen. Das könne ruhig öfter mal gemacht werden. Er würde sich wünschen, dass das auch "ex cathedra" beschlossen werde, dass man es nicht den Eltern überlasse, ob die Schule geschlossen wird oder nicht. "Denn das bedeutet am Ende, dass die gutsituierten Eltern, die einen sicheren Arbeitsplatz haben, die haben auch sichere Kinder, weil die zuhause bleiben dürfen. Und Eltern die keinen sicheren oder einen prekären Arbeitsplatz haben, die nehmen den gefährlichen Weg auf sich."

Warum der Bahnverkehr in Deutschland beim Wintersturm "Sabine" eingestellt worden sei, erschließe sich ihm aber nicht. Das sei ein eher durchschnittlicher Wintersturm. "In der Schweiz und in Frankreich sind die Windgeschwindigkeiten genauso und der Bahnverkehr läuft praktisch unbeeinträchtigt pünktlich weiter", sagte Kachelmann. "Da muss sich die Bahn fragen, was ist in Deutschland anders als anderswo. Diese Windgeschwindigkeiten sind kein Anlass für irgendwas."

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