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StartseiteSternzeitHumboldt und die Leoniden16.11.2019

MeteorstürmeHumboldt und die Leoniden

"Von halb drei an sah man höchst merkwürdige Feuermeteore. Tausende von Feuerkugeln und Sternschnuppen fielen hintereinander, vier Stunden lang." So beschrieb Alexander von Humboldt den Leonidensturm, den er vor 220 Jahren zufällig von Venezuela aus beobachtete.

Von Dirk Lorenzen

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Aufnahme des Leonidensturms 1999 aus einem NASA-Forschungsflugzeug (NASA/ISAS/MAC)
Aufnahme des Leonidensturms 1999 aus einem NASA-Forschungsflugzeug (NASA/ISAS/MAC)

"Es war kein Stück am Himmel so groß als drei Monddurchmesser, das nicht jeden Augenblick von Feuerkugeln und Sternschnuppen gewimmelt hätte."

Humboldt übertreibt nicht: Bei Meteorstürmen scheint der ganze Himmel in Bewegung – es fallen Tausende Sternschnuppen pro Stunde.          

"Die Feuerkugeln schienen wie durch Explosion zu platzen. Aber die größten verschwanden ohne Funkenwerfen und ließen leuchtende, breite Streifen hinter sich."

Im Leonidensturm sind manche Meteore so hell wie der Vollmond, so dass in ihrem Licht Gegenstände Schatten werfen. Andere hinterlassen Rauchfahnen, die noch minutenlang am Himmel zu sehen sind.

Zeitgenössische Darstellung des Leoniden-Sturms 1833 (Weiss)Zeitgenössische Darstellung des Leoniden-Sturms 1833 (Weiss)"Feuerkugeln und Sternschnuppen wurden allmählich seltener. Indessen konnte man noch eine Viertelstunde nach Sonnenaufgang mehrere an ihrem weißen Licht und dem raschen Hinfahren erkennen."

So wie bei Humboldt waren die Leoniden zuletzt 2001 zu sehen. Solche Stürme gibt es im Schnitt etwa alle 33 Jahre. Vielleicht kommt es in 15 Jahren wieder zu einem Humboldtschen Himmelsfeuerwerk.

Zwar huschen auch in den kommenden Nächten wieder Leoniden-Sternschnuppen über den Himmel – doch dann zeigt sich nur der normale Meteorstrom mit allenfalls zwei Dutzend Exemplaren pro Stunde.

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