Milestones 

JazzklassikerSonny Rollins - Zwischen Himmel und Erde

Ein bärtiger Mann mit Sonnenbrille ist im Profil zu sehen, wie er ein Tenorsaxofon bläst.  (Imago / Philippe Gras / Le Pictorium)

Die Geschichte hinter dem Titel der Sonny Rollins-Platte „The Bridge“ handelt von Rückzug, Exil und triumphaler Rückkehr eines bedeutenden Musikers in die Szene. Heute ist Rollins der letzte große Überlebende der Bebop-Generation - am 7. September wurde er 90 Jahre alt.

Charlie ParkerBird live!

s/w-Porträtansicht eines lächelnden jungen Mannes. Er schaut leicht am Betrachter vorbei. Ins Bild ragt das Mundstück eines Saxofones.  (Imago/Courtesy Everett)

Am 29. August jährt sich zum 100. Mal der Geburtstag von Charlie „Bird“ Parker. Keiner hatte je so kompliziert und doch so schwerelos gespielt wie er: Seine Innovationen markieren den Beginn des modernen Jazz. Gerade die erhaltenen Live-Aufnahmen dokumentieren sein unvergleichliches Improvisationsgenie.

BluesklassikerMuddy Waters at Newport (1960)

Auf einem Schwarzweißfoto ist ein Schwarzer in Anzug und mit Mütze zu sehen, der auf einer Bühne Gitarre spielt. (imago stock&people)

Muddy Waters war einer der größten Blues-Stars der 1950er-Jahre. Als der Pionier des "modernen elektrischen Blues" mit seiner Band beim Newport Folk Festival 1960 auftrat, erreichte er ein neues, vornehmlich weißes studentisches Publikum - mit großen Folgen für das Blues-Genre.

Sergio Mendes & Brasil 66 „Stillness"

Auf einer Schwarzweißfotografie ist ein lachender Mann mit Vollbart, weißem Hut und weißem Schal zu sehen. Er hält den Oberkörper im Profil und blickt in die Kamera. (imago stock&people)

„Mas Que Nada”, „The Look Of Love”, „Scarborough Fair” - Neuinterpretationen dieser und anderer Erfolgssongs in jazzigem Latin-Groove machten den Brasilianer Sérgio Mendes weltberühmt. Kaum bekannt ist dagegen sein stilistisch wohl ambitioniertestes Album „Stillness” von 1970. Es klingt noch heute frisch.

Kurt Edelhagen Mission Swing - "Mr. K.E." in Moskau

Ein altes s/w Bild, vermutlich 1950er oder 1960er Jahre. Ein Orchesterleiter im Anzug steht zum Publikum gewendet lächelnd vor der ebenfalls stehenden Band. Auf den Pulten der Bläser der Schriftzug "Kurt Edelhagen". (imago / Roba / Siegfried Pilz)

1964 macht sich das Kurt Edelhagen Orchester von Köln zu einer Russland-Tournee auf. Von den vielen internationalen Gastspielen der Big Band wird dieser Ausflug der denkwürdigste: die Deutschen werden in der Sowjet-Republik frenetisch gefeiert. Eine LP gibt davon Zeugnis.

Milestones - BluesklassikerB.B. King „Live at the Regal” (1965)

Ein Afroamerikaner mit kurzen grauen Haaren spielt im Sitzen mit geschlossenen Augen Gitarre. (dpa/ Felix Heyder )

Anfang der 1960er-Jahre geriet die Karriere von B.B. King ins Stocken: Das schwarze Publikum war allmählich vom Blues gelangweilt, hörte lieber Rhythm'n'Blues und Rock'n'Roll. Doch am 21. November 1964 trat King im Chicagoer Regal Theater auf. Ein Schlüsselmoment für die Karriere von B.B. King – und für den Blues insgesamt.

Mary Lou WilliamsFirst Lady of Jazz

Auf dem s/w Bild ist eine dunkelhäutige Frau aus der Vogelperspektive zu sehen, die Klavier spielt und zur Seite schaut. Ein hinter ihr befindlicher Spiegel zeigt Ausschitte ihrer Seitenansicht. Sie trägt ein schwarz-weißes Kleid. Das Klavier wird von einem historisch wirkenden Mikrofon abgenommen. (imago stock&people / Williams P. Gottlieb)

In einer Epoche, in der Frauen im Jazz sonst nur als Sängerinnen auftraten, zeigte die Pianistin und Komponistin Mary Lou Williams ihren männlichen Kollegen, wo‘s langging. Stilistisch war sie ihrer Zeit lange weit voraus. Am 8. Mai 2020 jährt sich ihr Geburtstag zum 110. Mal.

Emil MangelsdorffSwingende Leichtigkeit und emotionale Tiefe

Ein weißhaariger Herr in hellem Jackett, getönter Brille und umgehängtem Altsaxofon steht vor einem herrschaftlich anmutenden alten Gebäude. Rechts im Hintergrund: blauer Himmel und kahle Bäume.  (picture-alliance / dpa / Christoph Schmidt)

Wie kaum ein anderer hat Emil Mangelsdorff deutsche Jazzgeschichte miterlebt und mitgestaltet. Jazz – das ist für den 95-Jährigen Lebenselixier und Ausdruck einer freien Geisteshaltung. Sein Ton auf dem Altsaxophon kann noch heute unmittelbar berühren.

Trompeter Herbert Joos Das Dunkle und das Schöne

Ein blonder Mann trägt Weste über schwarzem T-Shirt, mit der Trompete vor dem Mund blickt er frontal in die Kamera (www.imago-images.de)

Er war ein lyrischer Freigeist. Sein dunkel-verhangener Ton und sein Sinn für gefühlstiefe Balladen machten den Trompeter Herbert Joos einzigartig. Doch er blieb zeitlebens einer der großen Unterschätzten des deutschen Jazz.

Mandolinist David "Dawg" Grisman Hot Dawg

Ein Mann mit langen grauen Haaren und Bart spielt Mandoline. (imago stock&people)

Jazz auf der Mandoline? Der Amerikaner David "Dawg" Grisman hat sich damit eine einzigartige Nische geschaffen. Zu seinen musikalischen Partnern zählten so unterschiedliche Größen wie Stephane Grappelli und Jerry Garcia.

Bessie SmithDie Kaiserin des Blues

Bessie Smith halbnah, lächelnd, in einem weißen Kleid, fotografiert 1922 (www.imago-images.de)

Sie sang von den Entbehrungen und Schattenseiten menschlicher Existenz genauso wie von den Freuden körperlicher Liebe. Ihre majestätische Stimme trug ihr den Beinamen "Empress of the Blues" ein: Bessie Smith gilt als größte Bluessängerin der Musikgeschichte.

In memoriam Wolfgang Dauner Radikale Vielfalt

Wolfgang Dauner, lächelnd, mit Sonnenbrille, stellt mit ausgestrecktem Zeige- und Mittelfinger die Zahl 2 dar. (dpa)

Kaum ein deutscher Jazzmusiker war vielseitiger als Wolfgang Dauner. Von kompromissloser Avantgarde bis zu Ohrwurmmelodien reichte sein Spektrum. Damit prägte er den deutschen Jazz wie wenige andere. Am 10. Januar ist der Pianist gestorben.

Chet Baker "The Last Great Concert. My Favourite Songs I & II"

Der Jazz-Musiker Chet Baker vermutlich im September 1959 bei einem Auftritt mit seiner Trompete. (Imago Stock & People)

Chet Bakers lyrisches Trompetenspiel und sein schlicht-melancholischer Gesang schlugen Generationen von Fans in den Bann. Am 23. Dezember 2019 wäre Baker 90 Jahre alt geworden. "The Last Great Concert" wurde zu seinem musikalischen Vermächtnis.

Vater der Jazz-OrgelJimmy Smith Plays The Blues

Jimmy Smith im seitlichen Porträt mit Zigarette im Mund (imago/ZUMA Press)

„Erst durch ihn wurde die Orgel den anderen Instrumenten des Jazz gleichberechtigt” schrieb einst Joachim Ernst Berendt in seinem "Jazzbuch". Der autodidaktische Tastenvirtuose Jimmy Smith gilt als Vater des modernen Hammondorgelspiels.

Dino Saluzzi"Once upon a time... Far away in the south"

Auf dem s/w Bild spielt Dino Saluzzi Ziehharmonika (imago/Kickner)

Sand, Vulkane und Wirbelstürme prägen seinen Geburtsort Campo Santo im kargen argentinischen Norden. In den kleinen Kirchen und Dorfkapellen seiner Heimat hörte Dino Saluzzi zuerst das Bandoneon. Es wurde zu dem Instrument, mit dem er zur Welt spricht.

Schlagzeuger Art BlakeyBotschafter des Jazz

Der amerikanische Jazz-Schlagzeuger Art Blakey (1919-1990) während eines Auftritts.  (picture alliance / dpa)

Am 11. Oktober jährte sich zum 100. Mal der Geburtstag von Art Blakey. In den "Milestones" erinnern wir an die Karriere eines der Väter des modernen Schlagzeugs und den Leiter einer geschichtsträchtigen Band, der Jazz Messengers.

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Archiv / Milestones 

Tenorsaxofonist Joe Lovano "Trio Fascination" und andere Aufnahmen 1991-2001

Der Tenorsaxofonist Joe Lovano mit seinem Instrument (imago stock&people)

Sein Vater, den sie "Big T" in Cleveland/Ohio nannten, genoss schon den Ruf als großer Saxofonist - aber der Sohn kann es noch besser. Joe Lovano, Jahrgang 1952, trägt die ganze reiche Geschichte des Jazz und speziell die des Tenorsaxofons im Kopf mit sich herum.

Pianist und Sänger Dr. John (1941-2019) "Right Place, Wrong Time"

Dr. John sitzt hinter einem Flügel auf einer Konzertbühne (www.imago-images.de)

Seine Melange aus Blues, Rock, Pop und Jazz war einzigartig, wie 30 Studioalben eindrucksvoll belegen. Aus dem gefragten Studiopianisten und gelegentlichen Gitarristen Mac Rebennack, der bei einer Schießerei in New Orleans seinen linken Ringfinger verlor, wurde in den 1960er-Jahren Dr. John.

Pianist Jacques Loussier (1934-2019)Play Bach und mehr...

Der französische Pianist Jacques Loussier spielt während des International Jazzfestivals 2006 in San Sebastian (dpa picture alliance / Echezarret)

Es habe viele Versuche gegeben, Bach mit Jazz zu fusionieren - und die meisten seien einfach schrecklich. Das sagte der Mann, der mit dieser Kombination weltbekannt wurde: der jüngst verstorbene Pianist Jacques Loussier.

85. Geburtstag von Don Ellis (1934-78)Big Band zwischen Balkan und Elektronik

Ein Porträt des Posaunisten Markus Geiselhart (Alexander Miksch)

Als Don Ellis 1978 im Alter von nur 44 Jahren starb, hinterließ er ein bis heute einzigartiges Werk. Nachdem er schon in verschiedenen Ensembles mit Elementen zeitgenössischer E-Musik und der Musik Indiens experimentiert hatte, gründete er 1966 das Don Ellis Orchestra.

Pianist Richard Beirach"Hubris" (1977) und "Elm" (1979)

Der Pianist Richard Beirach ist aus der Vogelperspektive an einem Flügel zu sehen (imago stock&people)

Als der Pianist Richard Beirach im Juni 1977 im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg die erste Soloplatte seines Lebens aufnahm, betrat er bereits historisch wertvolles Terrain.

Songs einer BlueslegendeRobert Johnson - Revisited!

Der Musiker Eric Clapton bei einem Auftritt 2014 (dpa)

Die Musik, die Robert Johnson 1936 und 1937 aufnahm, verkaufte sich seinerzeit nur mäßig, lediglich ein paar wenige Schellackplatten wurden damals gepresst. Erst später erkannte man sein Potenzial und berühmte Interpreten aus Blues, Rock und Jazz spielten seine Songs.

The Buddy Rich Big Band"Take It Away" (1968)

Buddy Rich, Konzert in der Philharmonie Berlin  (imago/BRIGANI-ART)

Buddy Rich ist für viele nach wie vor der größte Jazzdrummer aller Zeiten. Als Arrangeur und Orchesterleiter holte er das Äußerste aus den Musikern heraus und trieb seine Big Band zu Höchstleistungen an. Sein Album "Take It Away" ist eine Sternstunde in der Geschichte der Big Bands.

Scott Hendersons Blues-Abenteuer "Dog Party" und "Tore Down House"

Ein Gitarrist spielt auf der Bühne (imago stock&people)

Einen Namen hat er sich vor allem als Fusion-Musiker erspielt - ein Gitarrist, der hin und wieder gerne auch Rock- und Heavy-Metal-Gefilde aufsucht. Doch die größte Passion hegt Scott Henderson für die Mutter all dessen: den Blues.

Joachim Kühn zum 75. GeburtstagDas Trio als Klanglabor und Kommunikationszentrum

Joachim Kühn sitzt vertieft in sein Spiel vor dem Klavier (imago stock&people)

Das facettenreiche Werk von Joachim Kühn spannt sich vom Solospiel über Duo-Begegnungen bis zur Zusammenarbeit mit Big Bands, Chören und Orchestern. Im Zentrum seiner Kreativität stand allerdings stets die Arbeit mit wechselnden Trio-Formationen.

Gunter Hampel Quintet "Heartplants" (1965)

Gunter Hampel bei einem Auftritt in Moers 2012 (picture alliance / dpa / Bernd Thissen)

Das Gunter Hampel Quintet des Jahres 1965 gilt als Schlüsselgruppe des europäischen Jazz. Sein Album "Heartplants" war der Beginn der spielerischen Emanzipation von amerikanischen Vorbildern.

Volker Kriegel (1943-2003) Spectrum (1971) & Topical Harvest (1976)

Volker Kriegel zusammen mit dem britischen Jazz- und Blues-Musiker Alexis Korner (l) (dpa)

Volker Kriegel gehörte zu den großen Stilbildnern unter den Jazzgitarristen - und er war prominentes Aushängeschild der Jazzrock-Szene in Deutschland seit Anfang der 70er-Jahre.

Der Gitarrist und Sänger B.B. King Blues'n'Jazz (1983)

Der US-amerikanische Musiker B.B.King auf der Bühne (dpa-Zentralbild)

Am 16. September 1983 feierte Gitarrist B.B. King seinen 57. Geburtstag mit einer Aufnahmesession im Kreise einer veritablen Big Band. Eingeladen zu dieser besonderen Party waren vor allem Meister aus der Welt des Jazz wie der Trompeter Woody Shaw.

Tomasz Stanko (1942-2018)From the Green Hill & Lontano

Der Trompeter Tomasz Stanko mit seinem Instrument  (Roberto Masotti/ECM Records)

Am 29. Juli 2018 starb Tomasz Stanko. Mit ihm verlor nicht nur der polnische Jazz eine seiner bedeutendsten Persönlichkeiten. Der noch bis ins hohe Alter unermüdlich tourende Trompeter hatte eine nie versiegende Lust am Improvisieren und erspielte sich damit international einen hervorragenden Ruf.

Stan Getz Sweet Rain (1967)

Stan Getz während eines Konzertes in Berlin, Anfang der 80er. (imago stock&people)

"Sweet Rain" gilt vielen als bestes Album von Stan Getz. Tatsächlich präsentierten sich der Tenorsaxofonist und seine Studioband in Höchstform. Hier gibt es keine angejazzte Bossa Nova mehr, sondern coolen Modern Jazz mit einem Hauch Latin.

Julian "Cannonball" AdderleyErinnerung an den Saxofonisten zum 90. Geburtstag

Ein Saxofon (picture alliance / dpa / Foto: Stephanie Lecocq)

Einer der größten Nachfolger Charlie Parkers am Altsaxofon bewegte sich am liebsten im Jazz-Mainstream, ohne dass seine Musik je seicht oder verwässert klang: Julian "Cannonball" Adderley. Als Junge hatte er Coleman Hawkins erlebt. Und da wusste er: Auch er wollte unbedingt Saxofon spielen.

Die zweite Karriere des Clarence "Gatemouth" BrownAlright Again!

BRU - 10FEB98 - BRUSSELS- FOR YOYR FILES & ILLUSTRATIONS - BRUSSELS 3RD BLUES FESTIVAL IN THE ANCIENNE BELGIQUE ON SATURDAY FEBRUARY 14. PIC-: CLARENCE GATEMOUTH BROWN pic- Belga- HO-Carol friedman /ver CarolxFriedman PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY x229261x (imago stock&people)

"Ich hasse es, in einer Richtung festzuhängen. Ich spiele alles!", sagte Clarence "Gatemouth" Brown von sich selbst. Seine späten Jahre standen im Zeichen einer großen stilistischen Vielfalt.

Mahavishnu Orchestra"The Lost Trident Sessions" und "Between Nothingness and Eternity"

Der Musiker John McLaughlin spielt auf seiner Gitarre. (dpa picture alliance / Arne Dedert)

Vor 45 Jahren begann die Auflösung des Mahavishnu Orchestra. Nach zwei epochalen Studioalben nahmen John McLaughlin und seine Band noch Stücke für eine dritte Platte auf, die aber nie erschien – bis sie Jahre danach wiederentdeckt und als "Lost Trident Sessions" veröffentlicht wurden.

Harmonikaspieler und Sänger Little WalterDer Blues Harp-Pionier

Mundharmonika der Marke "Hohner" (imago/Schöning)

Marion Walter Jacobs alias Little Walter war ein US-amerikanischer Bluesmusiker, Sänger und Harmonikaspieler. Seine revolutionäre Technik auf der diatonischen Blues Harp trug ihm Vergleiche mit Django Reinhard, Jimi Hendrix und sogar Charlie Parker ein. Vor 50 Jahren starb er mit nur 38 Jahren.

Taj MahalThe Real Thing (1971)

Taj Mahal bei der Verleihung der 60. Grammy Awards 2018 im Madison Square Garden. (imago stock&people)

Bis Anfang der 70er-Jahre hatte Taj Mahal schon drei Studioalben veröffentlicht - mit historischem Country-Blues, Soul- und Popsongs, bevor er seinen Weg zu neuen Horizonten der Bluestradition fortsetzte.

Charles Lloyd zum 80. GeburtstagOf Course, Of Course (1965), Lift Every Voice (2002), Sangam (2006)

Charles Lloyd im Juli 2017 in Rom (imago )

Die Kreativität von Charles Lloyd ist ungebrochen. Schon als der Tenorsaxofonist einst mit der Chico Hamilton Band auftrat, pilgerten Rockbands wie The Doors und The Grateful Dead in die Clubs, um seine Musik zu hören. Noch heute füllt er Konzerthallen.

85. Geburtstag von Nina Simone (1933-2003)Befreiungsakte einer Rastlosen

Nina Simone am Flügel sitzend während eines Konzerts (imago stock&people)

Nina Simones Talente triumphierten über alle Widrigkeiten: dubiose Ehemänner, chaotische Studiosessions und fatale Plattenverträge. Anfangs steuerte sie eine Karriere als klassische Konzertpianistin an, verließ diesen Weg aber und wählte Jazzclubs als ihr Zuhause.  

Der Pianist Mal Waldron"Left Alone" (1959), "Moods" (1978), "Soul Eyes" (1997)

Mal Waldron am Flügel spielend (Jörg Becker)

Das Spiel von Mal Waldron erwies sich einst als so prägnant, dass man es mit Morsezeichen verglich. Seine auf Reduktion und Wiederholung beruhenden Improvisationen waren stets durchpulst von starken emotionalen Mitteilungen.  

Confessin' The Blues Erinnerung an Jay McShann, Pianist und Sänger (1916 - 2006)

Tastatur eines Klaviers (Stock.XCHNG / Jean-Pierre Ceppo)

Für seine Musik hatte Jay McShann eine simple Metapher: "Viele kleine Flüsse münden in den großen Strom. Diesen Fluss nennt man den Mississippi - und irgendwann fragt sich niemand mehr, wie die kleinen alle hießen."  

Saxofonist Lee Konitz"The Lee Konitz Duets" (1967)

August 26, 2017 - New York, New York, U.S. - Jazz legend saxophonist LEE KONITZ performs during the 25th Anniversary of Charlie Parker Jazz Festival held at Marcus Garvey Park. New York U.S. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAk03_ 20170826_zaf_k03_154 Copyright: xNancyxKaszermanx August 26 2017 New York New York U S Jazz Legend Saxophonist Lee Konitz performs during The 25th Anniversary of Charlie Parker Jazz Festival Hero AT Marcus Garvey Park New York U S PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY ZUMAk03_ 20170826_zaf_k03_154 Copyright xNancyxKaszermanx (imago / Nancy Kaszerman)

Unter den vielen Alben des Altsaxofonisten nimmt "The Lee Konitz Duets" von 1967 einen besonderen Platz ein: Es ist sein vielleicht vielgestaltigstes, stilistisch am weitesten gespanntes Werk - und zugleich eines seiner persönlichsten und intimsten.

Geri Allen (1957-2017)Eine Erinnerung an die Pianistin und Komponistin

Die Musikerin Geri Allen (imago / Leemage)

Geri Antoinette Allen wurde 1957 geboren und wuchs in Detroit auf. Ihr harmonisch und rhythmisch komplexer, gleichwohl fließender Improvisationsstil machte Schule. Sie starb am 27. Juni 2017 im Alter von 60 Jahren in Philadelphia.

Kenny Burrell "Midnight Blue" (1963)

CD Cover der CD "Midnight Blue" von Kenny Burrell (Cover Photo by Francis Wolff)

"Midnight Blue", 1963 erschienen, ist vielleicht das schönste Album des Gitarristen Kenny Burrell. Sein entspannter Jazz-Blues wird hier bereichert durch den Soul von Stanley Turrentines Tenorsaxophon und die afrokaribischen Akzente des Perkussionisten Ray Barretto.

George Russell "Jazz Workshop" (1956)

Das Bild zeigt George Russell beim Dirigieren (Jacky Lepage)

Der Komponist George Russell gilt als Vorreiter des "Third Stream" - der Vereinigung von klassischer Musik und Jazz – und als theoretischer Begründer des modalen Jazz. Sein Debutalbum "Jazz Workshop" veröffentlichte er erst mit 33 Jahren. Heute gilt es als epochales Meisterwerk.

Jaco Pastorius & Word Of Mouth Big Band “Truth, Liberty & Soul” (1982)

Der Bassist Jaco Pastorius auf der Bühne (Tom Copi)

Gerade mal sechs Jahre blieben Jaco Pastorius (1951-1987), um sein phänomenales Können als E-Bassist zu zeigen. Mit Weather Report wurde er weltbekannt und sein erstes Soloalbum signalisierte einen Senkrechtstart. Der neue, singende Sound aus Jacos 'fretless bass' – einer Bassgitarre ohne Bünde – animierte unzählige Bassspieler zur Nachahmung.

JazzklassikerIn Memoriam Toots Thielemans (1922 - 2016)

Der belgische Jazz-Musiker Toots Thielemans ist gestorben. (dpa/picture alliance/belga/Jesse Willems)

Er war einer der wenigen europäischen Jazzmusiker, die weltbekannt geworden sind, und einer, der auf seinem Hauptinstrument, der Mundharmonika, Maßstäbe gesetzt hat: der Belgier Jean Baptiste Thielemans alias Toots Thielemans. Am 22. August 2016 verstarb er im Alter von 94 Jahren.

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