Newsblog zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Ministerpräsident Schulze (CDU) räumt Niederlage ein - Klingbeil (SPD) spricht von "Signal an Berlin"

+++ Die Junge Union Sachsen-Anhalt fordert einem Magazinbericht zufolge den Rücktritt von Ministerpräsident Schulze.

    Sven Schulze (CDU, M), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt, äußert sich nach der Bekanntgabe der Prognose für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor CDU-Anhängern.
    Sven Schulze bei einer Wahlveranstaltung der CDU in Sachsen-Anhalt (Kay Nietfeld / dpa )
    Das Magazin "Stern" zitiert aus einem Beschlusspapier der JU Sachsen-Anhalt: "Die CDU Sachsen-Anhalt braucht einen umfassenden Neuanfang. Deshalb fordern wir den Rücktritt und die zeitnahe Neuwahl der gesamten Landesführung – vom Landesvorsitzenden bis zum gesamten Vorstand." Nach einer Niederlage dieses Ausmaßes dürfe es kein Weiter-So geben.

    +++ Vor allem Nicht-Wähler konnte die AfD mobilisieren, zeigt eine Analyse der Wählerwanderung.

    Schätzungsweise rund 157.000 Nicht-Wähler wählten nach Angaben von Infratest Dimap die AfD. 83.000 ehemalige CDU-Wähler gaben ihrer Stimme der AfD, aus dem FDP-Lager wanderten rund 19.000 Stimmen rüber.

    +++ Der Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Schulze hat die Niederlage seiner Partei eingestanden und der AfD zum Wahlsieg gratuliert.

    Schulze ließ im ARD-Interview offen, wie er und die CDU weiter vorgehen werden.
    Außerdem beklagte er die Folgen der Politik der Bundesregierung von Bundeskanzler Merz, die zu seiner Niederlage beigetragen habe. "Wir hatten oft Gegenwind und das war nicht immer ganz einfach." Er betonte, dass dies kein "schwarzer Tag" für ‌Sachsen-Anhalt sei. "Ich sage, das ist Demokratie und die Menschen sind heute zur Wahl ⁠gegangen", betonte Schulze. Es gelte jetzt für diejenigen, die im Landtag Verantwortung trügen, aber auch über Sachsen-Anhalt hinaus, dass man mit Ergebnis umgehe und dass man dieses Zeichen auch erkenne.

    +++ Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Siegmund, hat eine AfD-geführte Minderheitsregierung ausgeschlossen.

    Siegmund sagte im ZDF, er werde der Linie der AfD treu bleiben und eine politische Trendwende im Land vorantreiben. Die Hand seiner Partei sei für einen potenziellen Regierungspartner ausgestreckt, der diese Werte teile - diesen Partner sehe er aber aktuell nicht, so Siegmund.

    +++ SPD-Co-Chef Klingbeil sieht in der Politik der Bundesregierung einen Grund für das Wahlergebnis.

    Die Zahlen seien "auch ein Signal an Berlin", sagte Klingbeil im ZDF. Viele Menschen seien unzufrieden mit dem Reformkurs. Das Ergebnis sei ein Grund, über die Politik der Bundesregierung nachzudenken. "Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun."

    +++ Der Zentralrat der Juden zeigt sich schockiert über den Wahlerfolg der AfD.

    Über die vergangenen Monate sei klar ersichtlich gewesen, welche Ziele die AfD verfolge, sagte Zentralratspräsident Schuster der Zeitung Welt. Wer sie heute gewählt habe – trotz oder wegen dieser Ziele – trage die Verantwortung für dieses Ergebnis. Schuster erklärte, er fürchte den Einfluss, den etwa eine radikal veränderte Bildungspolitik auf viele Kinder und Jugendliche nehmen werde.
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    Diese Nachricht wurde am 06.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.