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StartseiteSport am WochenendeRuf nach mehr Geld und viel Eigenlob05.12.2020

Mitgliederversammlung des DOSBRuf nach mehr Geld und viel Eigenlob

Der Deutsche Olympische Sportbund hat seine Mitgliederversammlung zum ersten Mal digital abgehalten. Neben dem Ruf nach mehr Geld ging es auch um den Stufenplan gegen sexualisierte Gewalt, berichtet Dlf-Redakteurin Marina Schweizer. Deutlich wurde DOSB-Präsident Alfons Hörmann beim Thema Belarus.

Marina Schweizer im Gespräch mit Matthias Friebe

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Alfons Hörmann, DOSB-Präsident (dpa / picture alliance / Guido Kirchner)
"Wir sorgen uns sehr um die Vielfalt in Sportdeutschland", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf der digitalen Mitgliederversammlung. (dpa / picture alliance / Guido Kirchner)
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Zum ersten Mal hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seine Mitgliederversammlung digital abgehalten. Das habe gut und reibungslos funktioniert, sagte Dlf-Redakteurin Marina Schweizer, die die Versammlung verfolgt hat. "Inhaltlich hat das Ganze den Eindruck von ‚Business as usual‘ erweckt: "Es wurde zwar viel über die Pandemie gesprochen, aber der inhaltliche Rahmen war der Gleiche wie immer. Tenor: Schulterschluss mit der Bundespolitik. Das Innenministerium ist ja Geldgeber für den Spitzensport. Dann gab es den Ruf, wie in jedem Jahr, nach mehr Geld, und viel Eigenlob für getane Arbeit.", sagte Schweizer.  

In der Pandemie spielte das Thema Geld eine besondere Rolle. "Wir sorgen uns sehr um die Vielfalt in Sportdeutschland. Die Pandemie bedroht große Teile des Sports in ihrer Existenz. Zum Ende kommenden Jahres geht die Hälfte unserer Mitgliedsorganisationen von einer grundsätzlichen Gefährdung ihrer Existenz aus", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann und verwies dabei auf Umfragen im deutschen Sport. Schweizer ordnete die Aussagen ein: "Da geht es darum wer sich wie gefährdet fühlt. Knapp 55 Prozent der Befragten dieser in Auftrag gegebenen Umfrage bei Verbänden geben an, ‚eventuell gefährdet‘ zu sein, 18 Prozent stark oder sehr stark gefährdet."

"Rekord-Sporthaushalt" in Aussicht

Staatssekretär Stephan Mayer stellte für das kommende Jahr einen "Rekord-Sporthaushalt" von knapp 291 Millionen Euro in Aussicht. Dazu kämen die Coronahilfen für den Profisport und Restmittel aus diesem Jahr. So stünden dann im kommenden Jahr ungefähr 600 Millionen Euro für den Sport zur Verfügung. "Und ich glaube schon, dass sich das sehen lassen kann", so Mayer. Bis Ende 2024 sollen auch bis zu 640 Millionen Euro für die Sportstättensanierung im Breitensport dazukommen.

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Ein weiteres Thema neben dem Geld war der Stufenplan zur Prävention und zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, den sich der Sport selbst verordnet hatte. "Der DOSB-Präsident hat mit diesem Thema seine Rede begonnen. Darin sieht man formal eine gewisse Priorisierung", sagte Schweizer.  Das Stufenmodell sieht vor, dass Verbände bis spätestens Ende 2024 vorgegebene Schritte eingeleitet haben müssen, darunter fallen zum Beispiel dass Verbände Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner benennen müssen, Dazu müssen sie unter anderem durch Einsicht in das erweiterte Führungszeugnis Personal überprüfen. Außerdem muss Prävention Thema bei der Ausbildung sein.

"Es ist schon über die vergangenen Monate deutlich geworden, dass sich da jetzt etwas tut und die Deutsche Sportjugend hat da eine entscheidende Rolle gespielt", so Schweizer. "Was allerdings schon noch erstaunt ist der Hinweis darauf, dass nach all den Jahren in denen sexualisierte Gewalt im Sport inzwischen auch in den Medien und der Sportpolitik Thema ist, dass es da offenbar immer noch Verbände gibt, die sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt haben. Das seien die Verbände, die jetzt noch vier Jahre haben. Andere seien da schon weiter."

Lukaschenko eine "schwer zu verdauende Pille"

Auf der späteren Pressekonferenz sei Hörmann laut Schweizer auch noch auf das Thema Belarus angesprochen. Präsident Alexander Lukaschenko ist dort gleichzeitig Präsident des Nationalen Olympisches Komitees. Das sei "aus der Sicht des Sports eine schwer zu verdauende Pille, dass jemand, der so agiert, in der nationalen olympischen Organisation an der Spitze steht", sagte Hörmann. Gleichzeitig verwies Hörmann laut Schweizer gleichzeitig darauf, dass das nicht in seiner Macht liege.

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