Vorgezogene Parlamentswahl in Bulgarien
Mitte-Links-Bündnis von Ex-Präsident Radew laut Hochrechnung stärkste Kraft

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien zeichnet sich ein deutlicher Sieg für das Mitte-Links-Bündnis des früheren Präsidenten Radew ab.

    Rumen Radew wirft seinen Stimmzettel in die Urne.
    Vorgezogene Parlamentswahl in Bulgarien: Das Mitte-Links-Bündnis "Progressives Bulgarien" des früheren Präsidenten Rumen Radew liegt laut Prognose in Führung. (Valentina Petrova / AP / dpa / Valentina Petrova)
    Demnach kann es mit bis zu 43 Prozent der Stimmen rechnen. Bulgarien hatte gestern zum achten Mal in fünf Jahren ein neues Parlament gewählt. Der 62-jährige Radew führt das erst kurz vor der Wahl gegründete Bündnis "Progressives Bulgarien". Auch wenn es vielen als mitte-links gilt, blieben dessen politische Ziele bisher weitgehend unklar. Im Wahlkampf positionierte sich Radew gegen Oligarchie und Korruption. Er ließ nationalistische Tendenzen erkennen, ebenso wie skeptische Haltungen zur Europäischen Union und freundliche Einstellungen zu Russland. Er forderte eine Wiederaufnahme des Dialogs der EU mit Moskau und sieht Bulgarien dabei als Bindeglied. Radews Hauptgegner, Ex-Regierungschef Borissow vom konservativen Bündnis GERB-SDS, kommt auf den zweiten Platz. Borrisow war im Dezember nach Massenprotesten unter anderem wegen der Korruption in Bulgarien zurückgetreten.
    Diese Nachricht wurde am 20.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.