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MittelmeerTote nach Schlauchboot-Havarie

Eine Aufnahme zeigt 105 Flüchtlinge, die in einem Schlauchboot vor der italienische Insel Lampedusa darauf warten, gerettet zu werden.  (dpa / picture-alliance / Darrin Zammit Lupi)
Afrikanische Flüchtlinge in einem Schlauchboot (dpa / picture-alliance / Darrin Zammit Lupi)

Im Mittelmeer hat es offenbar erneut ein tödliches Flüchtlingsunglück gegeben. Etwa 40 Menschen seien ums Leben gekommen, berichteten Überlebende nach ihrer Ankunft in Catania auf Sizilien den Mitarbeitern der Nichtregierungsorganisation Save the Children. Andere sprachen von "sehr vielen Toten".

Die Flüchtlinge waren eigenen Angaben zufolge mit einem Schlauchboot unterwegs gewesen, auf dem sich ein Unfall oder eine Explosion ereignet haben soll. In jedem Fall soll das Schlauchboot Luft verloren haben, berichtet der ARD-Korrespondent Tilmann Kleinjung. Noch bevor die Retter eintrafen, seien bereits zig Menschen ins Wasser gefallen und ertrunken.

 

Das Unglück habe sich offenbar bereits am Sonntag auf dem Meer zwischen Libyen und Sizilien ereignet. Ein maltesisches Handelsschiff nahm die Überlebenden und die eines weiteren Schlauchbootes auf und brachte sie nun nach Catania.

Aufnahmelager in schlechtem Zustand

Zudem brachten zwei Militärschiffe aus Malta und Italien mehr als 1.000 Flüchtlinge nach Italien. Fernsehsender berichteten live, wie ein Marineschiff mit 652 Einwanderern aus Ländern südlich der Sahara im Hafen von Salerno festmachte.

Bei der Versorgung der Flüchtlinge stößt Italien an seine Grenzen und pocht auf mehr Hilfe aus Europa. Außenminister Paolo Gentiloni sagte, um die Krise zu lösen, reiche es nicht, die Zahl der Schiffe für die Rettung zu erhöhen. Vielmehr müssten zum Beispiel mehr Mittel zur Aufnahme der Flüchtlinge bereitgestellt werden. Kurzfristig sucht das Innenministerium Plätze für 9.000 Flüchtlinge in ganz Italien. Doch die Aufnahmelager in Sizilien seien voll, und viele entsprächen nicht den Mindestanforderungen, sagte eine Save the Childen-Sprecherin.

Im Mittelmeer hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Flüchtlingskatastrophen gegeben, bei denen Hunderte Menschen ertranken. Die EU-Staaten beschlossen daraufhin, ihre Marinemission im Mittelmeer auszuweiten. So wurden die Mittel für die EU-Grenzschutzmission "Triton" verdreifacht, ihr Einsatzgebiet blieb jedoch auf die Zone vor der italienischen Küste beschränkt. Trotz der tödlichen Unglücke reißt der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer nicht ab.

(tzi/ach)

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