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Krieg gegen die Ukraine
Mögliche Waffenruhe: Selenskyj wirft Putin Täuschung vor

Der ukrainische Präsident Selenskyj wirft Russlands Staatschef Putin vor, die Bereitschaft zu einer 30-tägigen Waffenruhe nur vorzutäuschen. Auch politische Beobachter sehen die Äußerungen aus Moskau mit Skepsis. Der US-Sondergesandte Witkoff ist inzwischen aus Russland abgereist.

    Ukraines Präsident Selenskyj gestikuliert bei einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press in Kiew am 1. Februar 2025.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj traut Russlands Staatschef Putin nicht über den Weg. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Efrem Lukatsky)
    Putin knüpfe seine Zustimmung zu dem Vorschlag der USA an so viele Bedingungen, dass eine Waffenruhe nicht zustandekommen könne, erklärte Selenskyj. Der Kreml-Chef traue sich nicht, US-Präsident Trump offen zu sagen, dass er den Krieg fortsetzen wolle. Stattdessen tue er alles, um eine praktische Umsetzung einer Waffenruhe entweder hinauszuzögern oder unmöglich zu machen.
    Selenskyj betonte noch einmal die Bereitschaft der Ukraine zur befristeten Einstellung der Kampfhandlungen. Kiew habe den Vorschlag zu einer Waffenruhe angenommen, weil die USA ihre Bereitschaft erklärt hätten, diese zu überwachen.

    Experten bewerten Putins Reaktion skeptisch

    Der Politikwissenschaftler Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München schrieb auf der Onlineplattform X, Putin habe viele Worte gemacht um Nein zu sagen. Der Militärexperte vom Institut für Kriegsstudien in Washington, DC, George Barros meinte, man falle auf die Sprache und die Gedankenspiele des Kremls herein, wenn man glaube, Putin habe den Vorschlag der USA für eine 30-tägige Waffenruhe grundsätzlich akzeptiert.
    Putin hatte gestern in Moskau erklärt, dass auch er damit einverstanden sei, die Kampfhandlungen einzustellen. Allerdings müssten Fragen zur Kontrolle über die Waffenruhe geklärt werden. So sei unklar, wie die Lage entlang der sich "über fast 2.000 Kilometer" erstreckenden Frontlinie beobachtet werden solle. Putin betonte erneut den dauerhaften Anspruch auf russisch besetzte Gebiete in der Ukraine.

    US-Sondergesandter hat Moskau wieder verlassen

    US-Präsident Trump zeigte sich mit den ersten Gesprächen in Moskau zum Ukraine-Krieg zufrieden. "Wir hören, dass es okay läuft in Russland", sagte Trump zu den Verhandlungen. Das bedeute aber noch nichts, solange kein endgültiges Ergebnis vorliege, ergänzte Trump bei einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Rutte.
    Putins Sprecher Peskow erklärte, bezüglich einer befristeten Waffenruhe in der Ukraine gebe es Anlass zu "vorsichtigem Optimismus". Es sei aber noch viel zu tun. Als nächstes müsse es daher ein Telefonat zwischen Putin und Trump geben. Der US-Sondergesandte Witkoff war gestern nach Moskau gereist, um der russischen Seite den Waffenruhe-Vorschlag zu erläutern.

    Weitere Informationen:

    Waffenruhe - Putin sagt ”ja”, stellt aber Forderungen (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 14.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.