Freitag, 23. Februar 2024

Musik für Menschen mit Demenz
Verbunden im Klang

Gut 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Demenz. Die Krankheit lässt Sprache und Erinnerungsvermögen verschwinden. Doch über Musik können die Menschen noch lange angesprochen werden. Klang kann ein Weg sein, einen Teil der verblassenden Identität zurückzugewinnen.

Von Julia Kaiser | 23.01.2024
Zwei Hände legen die Karten eines Spiels zu dem Satz "wer bin ich" zusammen.
Die bei Demenz verblassende Identität kann durch Musik wiederhergestellt werden. (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)
Forschende in aller Welt beschäftigen sich damit, dementielle Erkrankungen zu entschlüsseln. Ein Team der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt mit der Kronberg Academy Konzerte, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet sind.

Musik als biografisches Speichermedium

In der Sendung kommt auch der Neurologe Eckart Altenmüller zu Wort, der seit Jahrzehnten die Wirkung von Musik auf das menschliche Gehirn erforscht. Er sagt:
"Das Interessante an der Musik ist, dass sie abgespeichert wird als Gesamtpaket einer biografischen Szenerie. Und so können wir mit Musik bei Demenzkranken über diese Gedächtnisfunktion eine Form von Identität wiederherstellen."
Altenmüller leitet das Institut für Musikphysiologie und Musikermedizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
Besondere Musikinitiativen und Konzertangebote
Das Programm "Länger fit mit Musik" auf Initiative des Bundesverbandes Chor und Orchester fördert demenzsensibles gemeinsames Musizieren. Die Pilotstudie in Kronberg untersucht gezielte Interventionen, die die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern - ohne Medikamente.
In Gesprächskonzerten begegnen sich Erkrankte und ihre Angehörigen auf Augenhöhe, während das Forschungsprojekt Emotionen und sogar die Lebensqualität messbar macht.