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StartseiteHintergrund"Mutter der Bäume"10.12.2004

"Mutter der Bäume"

Wangari Maathai erhält den Friedensnobelpreis

Der Lärm ist ohrenbetäubend, doch spätestens nach ein paar Minuten zieht das Spektakel auf dem Blechmarkt von Shauri Moyo jeden Besucher in seinen Bann. Mehrere Dutzend Männer sitzen in Gruppen auf dem Gelände verteilt auf dem Lehmboden. Sie schweißen und schmieden, schlagen auf Schrott und Alteisen ein. Baumlange und bärenstarke Kerle mit schweißglänzenden, muskulösen Oberkörpern. Hämmer prasseln rhythmisch auf Metall, das sich unter der Wucht wie Butter zu verformen scheint. Der Müll der Millionenmetropole Nairobi verwandelt sich in Shauri Moyo zu Bratpfannen, und Töpfen, Hacken, Schaufeln oder Transportkisten. Recycling in seiner reinsten Form. Hinter dem Labyrinth aus rostigem Blech und glänzenden Haushaltswaren schließt sich eine große Wiese an. Kinder spielen Fußball, dazwischen weiden Ziegen, und unter zwei Bäumen mit ausladend dunkelgrüner Krone liegen Männer dösend im Schatten. Kamkunji-Park nennen die Kenianer die vom Blechmarkt und Slumhütten eingerahmte Wiese. Hier feierten die Mau-Mau-Kämpfer vor mehr als 40 Jahren ihre Unabhängigkeit und streiften die Fesseln der britischen Kolonialherrschaft ab, hier startete das Oppositionsbündnis vor gut zwei Jahren seine Kampagne zur Abwahl des diktatorischen Regimes des Ex-Präsidenten Moi. Von hier aus verbreitete sich aber auch eine der bedeutendsten sozialen Bewegungen Afrikas.

Von Wim Dohrenbusch

Die kenianische Umwelt-Aktivistin und Politikerin Wangari Muta Maathai (AP)
Die kenianische Umwelt-Aktivistin und Politikerin Wangari Muta Maathai (AP)
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Am 5. Juni 1977, dem Weltumwelttag vor 27 Jahren, hat Wangari Maathai hier ihre ersten Bäume gepflanzt. Sieben Stück, von denen immerhin zwei überlebt und sich prächtig entwickelt haben. Dass es etwas Besonderes mit diesen Bäumen auf sich hat, weiß auch Michael Mwangangi. Der 26jährige Arbeitslose richtet sich auf, blinzelt in die Sonne und überlegt.

Soviel ich gehört habe, sind die Bäume damals von den Freiheitskämpfern gepflanzt worden. Aber Wangari Maathai kann es auch gewesen sein. Natürlich kenne ich sie. Eine tolle Frau.

Von der Auszeichnung der Umweltschützerin und Menschenrechtsaktivistin hat Michael aus dem Radio erfahren.

Einen Preis. Ja, den Nobelpreis. 140 Millionen Schilling hat sie bekommen. Von den Vereinten Nationen, oder so. Als Kenianer sind wir natürlich stolz und glücklich.

Außerhalb Kenias hat die Entscheidung für Wangari Maathai auch für Irritation gesorgt. Der Friedensnobelpreis für eine Umweltschützerin? Für eine Frau aus Afrika, die 30 Millionen Bäume gepflanzt haben will? Klaus Töpfer, Direktor von UNEP, der Umweltorganisation der Vereinten Nation mit Sitz in Nairobi, und ehemaliger Bundesumweltminister, kennt Wangari Maathai seit Jahrzehnten und ist begeistert.

Wangari ist so etwas wie die Ikone der engagierten Menschen in Verbindung von Natur und Entwicklung und Frieden.

Nirgendwo ist der Zusammenhang zwischen Umwelt und Frieden deutlicher sichtbar als in Afrika. Überall auf dem Kontinent kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen um schwindende Ressourcen. Verteilungskämpfe um Ackerland, um Weideflächen um Wasserversorgung, um Siedlungsgebiete. Wangari Maathai ist der lebende Beweis dafür, dass Umweltschutz Friedensdienst ist, sagt Klaus Töpfer.

Wir wissen, dass viele Bürgerkriege, die wir in Afrika leider noch erleben müssen, sehr viel stärker geschürt werden von Kräften außerhalb der jeweiligen Länder mit dem Blick auf die Rohstoffe. Auch mit dem Blick auf das Holz in den großartigen Wäldern, die ja nun wirklich so etwas wie die Schatzkammer der Welt darstellen. Die tropischen Wälder. Kenia war nie ein waldreiches Land in dem Sinne. Aber die Abholzungen sind natürlich massiv, besonders in Gebieten, wo wir dringlich Wald brauchen wie am Mount Kenya.

Mit 5199 Metern ist der Mount Kenya der zweithöchste Berg Afrikas. Die Gletscher auf dem schneebedeckten Gipfel und der Urwald an den Hängen des Vulkanbergs sind die wichtigsten Wasserspeicher für das ganze Land, Genpool für unzählige Tier- und Pflanzen-Arten. Den Kikuyu, der größten Volksgruppe Kenias, die an den Süd- und Westhängen siedelt, ist der Berg heilig, jedenfalls historisch. Hier, sagt die Legende, schenkte der Gott "Ngai" dem Urvater Gikuyu unter einem Feigenbaum seine Frau Mumbi. In den Wäldern des Mount Kenya formierte sich der Widerstand der Mau-Mau-Freiheitskämpfer gegen die Kolonialherren. Und am Fuß des heiligen Berges, in der Nähe der Kleinstadt Nyeri, wurde vor 64 Jahren Wangari Maathai geboren. Dunkle Regenwolken liegen schwer an den steilen Berghängen von Nyeri. Wie Pfeile schießt die Äquatorsonne ihre Strahlen auf das Dickicht aus Wald, aus Tee- und Kaffeeplantagen, Bananen- und Maisfeldern. Saftiges Grün in allen Schattierungen, nur unterbrochen von den lila Blüten der Jakarandabäume und den Hütten vieler kleiner Bauernhöfe. Ein schmaler Feldweg führt zu Wangari Maathais elterlichem Gehöft, das heute von ihrem Neffen Peter Muta bewirtschaftet wird. Das älteste Mitglied der Großfamilie ist Rahab Wamuchi Ngunjiri, die Tante von Wangari Maathai. Sie erinnert sich, wie das kleine Mädchen zu ihren Füßen gesessen und im Lichtschein des offenen Feuers ihre Hausaufgaben gemacht hat.

Wangari war ein gutes Kind, sehr fleißig und immer gehorsam. In der Schule war sie eine der Besten, und hier auf dem Hof hat sie natürlich immer mitgearbeitet. Sie hat Wasser aus dem Fluss geholt, Feuerholz im Wald gesammelt und war mit Hacke und Schaufel auf den Feldern.

Aus dem gehorsamen Mädchen ist eine energische, resolute Frau geworden. Impulsiv und ruppig kann sie sein, geradezu nervtötend beharrlich und dominant. Ihr Mut und ihre Unerschrockenheit hat Wangari Maathai neben dem Friedensnobelpreis eine lange Reihe internationaler Auszeichnungen eingebracht, aber auch ein Dutzend Aufenthalte im Gefängnis und im Krankenhaus. Sie ist für Afrika das Symbol des zivilen Ungehorsams. Verpflichtet nur ihren Idealen, dem Umweltschutz, der afrikanischen Frauenbewegung, dem Kampf um Menschenrechte. Ihr langjähriger Verbündeter Klaus Töpfer beschreibt sie so:

Sie ist eine unheimlich herzliche, unheimlich offene, aber unheimlich taffe und klare Frau, die die Sprache der Menschen spricht, mit denen sie es zu tun hat. Die manchmal für die einen oder anderen in der Härte auch missverständlich sein kann, aber die nicht damit zu gewinnen ist, dass man Kompromisse von ihr abverlangt. Wangari Maathai ist alles, nur nicht eine Taktikerin. Sie ist eine Gesinnungstäterin im besten Sinne des Wortes.

Ich möchte die Afrikaner ermutigen und wach rütteln, damit sie für unsere Umwelt kämpfen. Sonst wird dieses Land und die ganze Region von der Sahara geschluckt. Es hat doch schon Hungertote gegeben, Ernten sind vertrocknet, der Strom ist ausgefallen. Wenn wir unsere Umwelt nicht schützen, dann sind wir zum Sterben verurteilt.

So hat Wangari Maathai ihre Botschaft in den letzten 30 Jahren tausendfach verkündet. Eindringlich auf Seminaren für kenianische Landfrauen, belehrend auf Vortragsreisen rund um die Welt, laut schreiend gegenüber knüppelschwingenden kenianischen Polizisten und ignoranten Politikern.

"Hokai tufande mipi" – "Komm, wir pflanzen Bäume", so lautet der Slogan ihrer "Grundgürtel-Bewegung" seit ihrer ersten Aktion am Weltumwelttag vor 27 Jahren. Zu der Zeit konnte sie bereits auf eine beachtliche wissenschaftliche Karriere zurückblicken. Nach einem glänzenden Schulabschluss studierte sie mit einem Stipendium Veterinärmedizin und Biologie in den USA. Zurück in Nairobi bekam sie als erste Frau eine Dozentenstelle an der Universität, erwarb als erste Afrikanerin den Doktortitel und wurde die erste Professorin des Kontinents. Ganz nebenbei lernte sie damals auch die sozialen Bewegungen in den USA und Deutschland kennen, und auch die deutsche Sprache.

Ein bisschen nur, ich habe fast alles vergessen. Ich bin in Deutschland in 1967 und 1968 in Berlin and Gießen.

Als sie dann auch noch den bis dahin bieder-angepassten "Nationalen Frauenrat" Kenias aufmischte, riss den Männern in Wissenschaft und Politik der Geduldsfaden. Nach unzähligen Intrigen, Einschüchterungen und Behinderungen kehrte sie dem Lehrbetrieb den Rücken und machte sich mit einer kleinen Baumschule selbständig. Aber auch ihrer Firma "Ecocare" wurde buchstäblich das Wasser abgegraben. Aus der gescheiterten Geschäftsidee entwickelte Wangari Maathai jedoch ihr Lebenswerk – das "Greenbelt Movement", die erste Umweltgruppe Afrikas.

Für jeden der 15 Millionen Bürger Kenias wollte sie damals einen Baum pflanzen. 30 Millionen hat sie tatsächlich gepflanzt und ihr Ziel erreicht. Beinahe jedenfalls, denn die Einwohnerzahl hat sich seit Ende der 70er Jahre mehr als verdoppelt. Heute betreibt das "Greenbelt Movement" 6.000 Baumschulen im ganzen Land. Die Bewegung beschäftigt 100 festangestellte Mitarbeiter, wird aber vor allem von mehr als 100.000 Freiwillen getragen. Wie das funktioniert, beschreibt der leitende Forstwirt Njogu Kahare.

Sie sammeln ihr eigenes Saatgut, sie müssen sich selbst um Pflanzkübel kümmern und arbeiten auf ihren eigenen Farmen. Von uns gibt es nur die nötige Ausbildung, eine Anschub-Finanzierung und eine Grundausrüstung mit Material und Werkzeug. Das Greenbelt Movement ist immer noch eine Basisgruppe von Landfrauen.

Lächerliche fünf Euro-Cent zahlt die Organisation für ein Bäumchen an die Frauen – vorausgesetzt es ist nach drei Monaten gesund und hat in der freien Natur Wurzeln geschlagen. Immerhin brachte es so manche Frauengruppe durch den kleinen finanziellen Anreiz zu einer gemeinschaftlichen Bäckerei oder Nähstube. Aber wie viel Wald sind 30 Millionen Bäume, vor allem in einem Land, das zum größten Teil aus Trockensavanne und Halbwüste besteht?

Unabhängige Forstexperten kommen selbst bei großzügiger Berechnung auf eine Fläche von höchstens 270 Quadratkilometern. Das ist gerade mal etwas mehr als die Hälfte der Stadt Bremen. Auch das größte zusammenhängende Waldstück, das Wangari Maathai und ihre Mitstreiterinnen gepflanzt haben, würde auf rund 100 Fußballfeldern Platz finden. Wenn kritische Beobachter dann noch in Rechnung stellen, dass im gleichen Zeitraum die doppelte Fläche an Kenias Urwäldern abgeholzt wurde und insgesamt heute nicht einmal mehr zwei Prozent des Landes mit Wald bedeckt sind, sieht die Bilanz nicht ganz so rosig aus. Die Frage lautet jedoch, wie sähe Kenia heute ohne das Greenbelt Movement aus, ohne die gebetsmühlenartige Aufklärungsarbeit von Wangari Maathai? Gäbe es dann zum Beispiel die Initiative der Murinduko Oberschule in dem Bergdorf Mwea am Mount Kenia?

Ein ganz normaler Unterrichtstag an einer nicht ganz normalen Schule in Kenia. Direktor Charles Mungai begrüßt die Klasse Vier zum Mathematik-Unterricht. Nach der Stunde geht’s zum Mittagessen und danach steht Field Work auf dem Stundenplan: Pflegedienst im schuleigenen Wald. Im Wirtschaftsgebäude nebenan schwitzt derweil Sammy Wambua, der Koch. Mit einem gigantischen Holzlöffel rührt er in einem dampfenden Kessel. Herzstück der Küche sind zwei neue, stahlverkleidete Öfen. Die kleine Feuerung gibt den Blick auf eine dickwandige Tonisolierung frei. Heute gibt’s Githeri, einen Bohnen-Mais-Eintopf mit Weißkohl und dazu Tee, erklärt Sammy.

Mit den alten Gestellen auf offenem Feuer war es furchtbar. Wir haben unendlich viel Holz verbraucht und uns oft verbrannt. Der Rauch war ätzend, die ganze Küche schwarz vor Ruß. Aber mit den neuen Öfen macht die Arbeit richtig Spaß.

Zwölf LKW-Ladungen Feuerholz pro Jahr sind früher in der Großküche für 250 Schüler durch den Schornstein geraucht. Seit die Murinduko-Schule aber auf den Energiespar-Öfen kocht, reichen vier Ladungen aus. Das heißt: Brennstoffkosten und Schadstoffe wurden um 60 Prozent gesenkt. Charles Kirubi, Mitarbeiter einer kenianischen Initiative zur Förderung von erneuerbaren Energien wirbt für die Öfen.

Wir haben festgestellt, dass allein die Schulen am Mount Kenya jährlich 100 Tonnen Feuerholz verbrauchen. Das heißt im Klartext, Jahr für Jahr verschwinden dafür 20 bis 40 Hektar Wald.

20 von 600 Schulen der Region haben sich inzwischen der Öko-Initiative angeschlossen. Energiesparen ist aber nur ein Standbein des Programms, das andere heißt Energie gewinnen. Dafür hat die Murinduko-Schule einen eigenen Eukalyptus-Wald angelegt. Direktor Charles Mungai spaziert stolz durch die Schonung.

Diese hier sind drei Jahre alt. Mit 500 Bäumen ging es damals los, inzwischen haben wir rund 3.000 gepflanzt.

Überall macht das Beispiel von Wangari Maathai Schule. Die Regenwälder am Mount Kenya stehen inzwischen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Satellitenaufnahmen der NASA belegen, dass sich das Blätterdach über dem Schutzgebiet wieder schließt. In Kenia ist die Friedensnobelpreisträgerin in den letzten Wochen – natürlich - zur meist begehrten Persönlichkeit geworden. Seitenlang drucken die Tageszeitungen Glückwunsch-Anzeigen von staatlichen Institutionen, Bürgerinitiativen, internationalen Organisationen und Einzelpersonen ab. Heuchlerische Schulterklopfer stehen Schlange, um sich im Glanz von Wangari Maathai zu sonnen. Besonders wehtun müssen ihr die Umarmungen all der korrupten Polit-Gangster aus dem Dunstkreis des Ex-Präsidenten Daniel Arap Moi, die die unbeugsame Frau jahrzehntelang bis aufs Blut bekämpft haben.

In Wirklichkeit wünschen ihr Moi und die alten Strippenzieher der ehemaligen Einheitspartei KANU auch heute noch Pest und Cholera an den Hals. In einer beispiellosen Kampagne rettete Wangari Maathai vor Jahren das letzte große Waldgebiet der Hauptstadt Nairobi vor dem Zugriff regierungsamtlicher Landräuber. In einer Nacht- und Nebelaktion hatten Moi und seine Minister den Karura-Forest zu Bauland erklärt und Kolonnen mit Kettensägen und Bulldozern in Marsch gesetzt. Aber die Umweltschützer stellten sich mit mehreren tausend Setzlingen der Polizei in den Weg.

Es ist doch nicht verboten, Bäume zu pflanzen. Illegal ist es vielmehr, den Wald abzuholzen und das Land zu verschachern. Die Polizei wird von den Politikern missbraucht, um die Gesetze zu brechen.

Gewaltfrei kämpfte sie mit Müttern in den 90er Jahren für die Freilassung von politischen Gefangenen und mit friedlichen Mitteln verhinderte sie die Zerstörung des Uhuru-Freiheitsparks im Zentrum von Nairobi. Dort wollte sich die KANU-Partei mit einem 62stöckigen Wolkenkratzer und einer gigantischen Statue von Präsident Moi ein Denkmal setzen. Frauen demonstrierten vor dem Bauzaun, Wangari Maathai klagte vor Gericht, ging – wieder einmal – ins Gefängnis und wurde für verrückt erklärt. Aber sie hatte die internationale Gemeinschaft mobilisiert. Und schließlich drehten Weltbank und Geberländer Kenia den Geldhahn zu. Der Größenwahn wurde in letzter Minute gestoppt. Dennoch habe sie sich, sagt Wangari Maathai heute rückblickend, nie als politische Aktivistin oder Frauenrechtlerin verstanden.

Ich hatte eigentlich nie die Absicht, Frauenthemen zu politisieren. Aber dadurch, dass ich meine eigenen Interessen verfochten habe, ist daraus Frauenpolitik geworden. Ich habe nicht über Unterdrückung geredet, sondern gegen meine eigene Unterdrückung gekämpft. Und so sind viele Frauen aufgestanden und haben sich gegen ihre Unterdrückung gewehrt.

Angesichts ihrer Ambitionen grenzt solche Bescheidenheit geradezu an Koketterie. Denn Wangari Maathai ist ein politischer Vulkan. 1997 hat sie sich – vergeblich – als Präsidentschaftskandidatin beworben. Aber vor knapp zwei Jahren ist sie mit 98 Prozent der Stimmen in ihrem Wahlkreis ins Parlament geschickt worden, und Präsident Mwai Kibaki hat sie als stellvertretende Umwelt-Ministerin in sein Kabinett geholt. Mehr Macht und Einfluss, ja, das war und ist ihr Ziel. Aber jetzt erlebt sie auch, dass die ungewohnte Regierungsverantwortung eine zweischneidige Angelegenheit ist.

Manchmal ist es wirklich nicht einfach das zu tun, was du tun musst. Wenn du plötzlich in der Regierung bist, dann musst du auf so viele Dinge Rücksicht nehmen.

Ein paar Tage nach der Entscheidung des Nobel-Komitees hat Präsident Kibaki ihr ein verlockendes Angebot gemacht: Die Ernennung zur Ministerin ohne Geschäftsbereich - ein Aufstieg in den luftleeren Raum. Wangari Maathai hat dankend abgelehnt. Die "Mutter der Bäume" will ihre Bodenhaftung nicht verlieren.

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