Balkan
Nach Angriff auf kosovarische Polizisten: Serbien meldet Festnahme des mutmaßlichen Drahtziehers Radoicic

Das serbische Innenministerium hat die Festnahme des mutmaßlichen Drahtziehers des Angriffs auf Polizisten im Nordkosovo vermeldet. Der kosovarisch-serbische Spitzenpolitiker und Geschäftsmann Radoicic sei für 48 Stunden in Untersuchungshaft genommen und der Belgrader Staatsanwaltschaft übergeben worden.

03.10.2023
    Eine Nahaufnahme von Milan Radoicic
    Der kosovarisch-serbische Spitzenpolitiker und Geschäftsmann Radoicic hatte sich zu dem Angriff auf die Polizisten-Patrouille bekannt. (AFP / ANDREJ ISAKOVIC)
    Zuvor habe es Durchsuchungen gegeben. Die kosovarische Regierung fordert Radoicic' Auslieferung, nachdem sich dieser zu dem Überfall am 24. September bekannt hatte. Dort war ein serbischer Kommandotrupp in Nordkosovo eingedrungen und hatte sich Kämpfe mit der Polizei geliefert. Vier Menschen kamen ums Leben. Die kosovarische Außenministerin Gervalla-Schwarz hatte am Montag im Deutschlandfunk die Vorwürfe bekräftigt, dass die Regierung in Belgrad hinter dem Angriff stehe.

    USA begrüßen angekündigte Truppenreduzierung Serbiens

    Der Vorfall löste neue Spannungen zwischen Kosovo und Serbien aus. International wurde eine Zunahme der Gewalt befürchtet. Belgrad kündigte inzwischen an, die Truppen an der Grenze zum Kosovo wieder zu reduzieren. Die USA begrüßten den Schritt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington sagte jedoch, man warte noch auf eine Bestätigung. Er forderte beide Seiten auf, zum Dialog zurückzukehren.
    Diese Nachricht wurde am 03.10.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.