Crans-Montana
Brandkatastrophe durch Tischfeuerwerk ausgelöst - noch 80 Verletzte in Lebensgefahr

Die Brandkatastrophe in der Silvesternacht im Schweizer Skiort Crans-Montana ist nach Erkenntnissen der Ermittler durch ein Tischfeuerwerk ausgelöst worden. Nach Angaben der Walliser Kantonsregierung kamen bei dem Unglück 40 Menschen ums Leben, 119 wurden verletzt - die meisten so schwer, dass sie weiter in Lebensgefahr schweben.

    Menschen bringen Blumen und Briefe in die Nähe der abgeriegelten Bar, in der das Feuer ausgebrochen war.
    Trauer nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana. (Antonio Calanni / AP / dpa /)
    Die Verletzten werden in auf Brandwunden spezialisierten Kliniken in Genf und Lausanne, aber auch im Ausland behandelt, einige in Deutschland. Auch Italien und Polen haben Hilfe angeboten. Viele der Opfer haben nach Angaben von Ärzten nicht nur äußere, sondern auch innere Verbrennungen erlitten. Die Behandlung dürfte oft Monate dauern.
    Nach Angaben der Behörden sind die meisten der Opfer Schweizer Staatsbürger, insgesamt 25 kommen aus Frankreich und Italien. Ob sich Deutsche unter den Opfern befinden, ist weiter unklar. Wie die örtlichen Behörden mitteilten, kann es Tage dauern, bis die Namen aller Opfer festgestellt sind. Experten nutzten dafür auch Zahn- und DNA-Proben. Man müsse sich "100-prozentig sicher" sein, bevor man die Familien informiere, hieß es weiter.

    Tischfeuerwerk setzte Decke in Brand

    Unterdessen scheint die Ursache für das Unglück geklärt. Generalstaatsanwältin Pilloud sagte bei einer Pressekonferenz, ein Tischfeuerwerk sei zu nah an die Decke der Bar gekommen. Diese habe daraufhin Feuer gefangen. Nun werde geprüft. ob die Brandschutzvorschriften in der Bar eingehalten wurden. Der Brand war während einer Silvesterfeier in den frühen Morgenstunden ausgebrochen.
    Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit Tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht.

    Internationale Anteilnahme

    Der Fall löste international Bestürzung aus. Bundeskanzler Merz, Frankreichs Präsident Macron, Österreichs Kanzler Stocker und die italienische Ministerpräsidentin Meloni drückten ihr Mitgefühl aus. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft stehe mit den Schweizer Behörden in engem Kontakt.
    Merz schrieb in einem Kondolenztelegramm an den Schweizer Bundespräsidenten Parmelin, "ich möchte Ihnen, dem schweizerischen Volk und den betroffenen Familien mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die von dieser Tragödie betroffen sind."
    Parmelin sprach von einer der schlimmsten Tragödien in der Geschichte seines Landes. "Wir sind bestürzt." Er bedankte sich für das Engagement der Rettungskräfte und die Solidarität der Öffentlichkeit.
    Diese Nachricht wurde am 02.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.