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Nach dem Anschlag auf Kirche in Nordfrankreich Was tun gegen die Angst?

Nach dem Anschlag auf eine katholische Kirche in Nordfrankreich appelliert der evangelische Theologe Peter Dabrock dafür, "sich nicht von Angst übermannen zu lassen". Gefühle der Unsicherheit sollten nicht verleugnet werden, sagte Dabrock im Deutschlandfunk, würden sie aber überhandnehmen, "hätten die Terroristen gewonnen".

Peter Dabrock im Gespräch mit Susanne Fritz | 27.07.2016

Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates
Der evangelische Sozialethiker Peter Dabrock (Deutscher Ethikrat/Foto: Reiner Zensen)
Peter Dabrock plädierte dafür, angesichts der Bedrohungslage möglichst viele "Rationalitätsfilter" einzuschalten. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Anschlags zu werden, sei extrem gering. Es sei eine wichtige Aufgabe der Kirche, nicht den Hass der Religionen untereinander zu schüren. Dabrock begrüßte erste Stellungnahmen seitens katholischer Würdenträger.
Es müssten gemeinsam Diskurse auch über das "Gewaltpotenzial" geführt werden, das in jeder Religion stecke. Nur so könne dieses Gewaltpotenzial "minimalisiert werden" und "Religion zu einem menschen- und gesellschaftsdienlichen Phänomen" werden. Religionen hätten auch ein "friedensstiftendes Potenzial". Peter Dabrock ist Professor für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Uni Erlangen-Nürnberg und auch Vorsitzender des Deutschen Ethikrates.
Das vollständige Interview können Sie mindestens sechs Monate nachhören.