Sport Aktuell 16.10.2019

Nach Rassismus-Vorfall in BulgarienVerhaftungen von Fans und DurchsuchungenVon Andrea Beer

Beitrag hören Bulgarische Fußballfans rufen rassistische Sprüche während des Qualifikationsspiels gegen England in Sofia. (Imago / David Klein)Bulgarische Fußballfans rufen rassistische Sprüche während des Qualifikationsspiels gegen England in Sofia. (Imago / David Klein)

Ermittlungen, Rücktritt und eine Entschuldigung: Nach den rassistischen Vorfällen beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England sitzen einige mutmaßlich Beteiligte bereits in Untersuchungshaft. Mit Verspätung entschuldigte sich nun auch Bulgariens Nationaltrainer Krassimir Balakov.

Und die bulgarische Polizei fahndet nach weiteren Fußballfans, die im Sofioter Stadion an den rassistischen Ausfällen beteiligt waren. Im reichen Sofioter Stadtteil Bojana durchsuchten Spezialeinheiten zur Bekämpfung organisierter Kriminalität zudem die Zentrale des bulgarischen Fußballverbands und beschlagnahmten dort viele Dokumente. Zuvor war der Präsident des Fußballverbands Borislav Michajlov auf politischen Druck hin zurückgetreten, der Verbandsvorstand will den Rücktritt am Freitag annehmen.

Borislaw Michajlow (imago images / Aleksandar Djorovic) (imago images / Aleksandar Djorovic)Chef des bulgarischen Fußballverbands zurückgetreten
Der Druck war zu groß geworden: Nach den rassistischen Ausfällen bulgarischer Fans beim EM-Qualifikationsspiel gegen England ist der Präsident des bulgarischen Fußballverbands zurückgetreten. Die Vorfälle hatten heftige Kritik ausgelöst.

Nationaltrainer Balakov entschuldigt sich

Mit Verspätung entschuldigte sich inzwischen auch der bulgarische Nationaltrainer Krassimir Balakov für die Hitlergrüße und die rassistischen Äußerungen der bulgarischen Hooligans. Angesichts der Beleidigungen entschuldige er sich als Nationaltrainer bei den englischen Spielern und allen, die sich verletzt fühlten, erklärte Balakov in einer Pressemitteilung.

Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro erwartet

Direkt nach dem Spiel hatte der frühere Spieler des VfB Stuttgart noch gemeint, "absolut nichts" von rassistischen Schmährufen gehört zu haben und stattdessen englische Fans beschimpft. Der bulgarische Fußballverband muss sich zudem auf eine saftige Strafe der UEFA einstellen, die bereits ein Verfahren eingeleitet hat. Erwartet wird eine Geldbuße in Höhe von 100.000 Euro sowie zwei Spiele ohne Publikum.

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