Brandanschlag
Nach tagelangem Stromausfall in Berlin: Fachleute legen Vorschläge zum Schutz von Infrastruktur vor

Rund sechs Monate nach dem mehrtägigen Stromausfall in Teilen Berlins haben dort Experten Handlungsempfehlungen zum Schutz der kritischen Infrastruktur vorgelegt. Der Regierende Bürgermeister Wegner stellte den Bericht vor. Er enthält sieben zentrale Vorschläge sowie mehr als 150 Einzelmaßnahmen.

    Eine uniformierte Person steht neben einem THW-Fahrzeug auf der Straße. Es schneit stark, die umliegenden Gebäude sind dunkel.
    Experten nach dem tagelangen Stromausfall: Berlin muss Katastrophenschutz deutlich stärken (Archivbild). (imago / Mauersberger )
    Unter anderem wird angeraten, die Stelle eines Resilienzbeauftragten auf Staatssekretärsebene zu schaffen. Er soll in der Senatskanzlei als ressort- und themenübergreifende strategische Schaltstelle fungieren. Außerdem wird die Einrichtung eines ständigen, technisch autarken Lage- und Krisenzentrums empfohlen. Es soll die bestehenden Lagezentren etwa von Feuerwehr und Polizei untereinander vernetzen und die Verbindung zum Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern gewährleisten. Nötig seien auch mehr Übungen als Vorbereitung auf Krisenfälle. 

    Vorschläge zur Stärkung der Resilienz in Berlin

    Die Kommission empfiehlt außerdem, sogenannte "Resilienzhubs" einzurichten. Gemeint sind damit Versorgungsknoten, in denen knapp werdende Produkte wie Medikamente gelagert und verteilt werden können. Diese sollen, soweit möglich, selbst Energie erzeugen können. Empfohlen werden zudem "Katastrophenschutz-Leuchttürme", die als wohnortnahe Anlaufstellen dienen sollen, sowie sogenannte Kiezboxen. Dabei geht es um kleinteilige Kommunikations- und Informationsknoten im Quartier.

    Mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag traf Berlin im Januar

    Im Januar war es nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde zu einem viertägigen Stromausfall im Südwesten Berlins gekommen. Davon waren rund 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbebetriebe betroffen. Die Täter sind noch unbekannt; es wird ein linksextremistischer Hintergrund vermutet.
    Der Stromausfall habe eine Reihe von Schwachstellen im Umgang damit offengelegt, heißt es in dem nun vorgestellten Bericht. Sie reichten von unzureichender Kommunikation mit der Bevölkerung bis zu Mängeln bei der Notstromversorgung.

    Hör-Tipp

    Unser Landeskorrespondent Sebastian Engelbrecht berichtet von der Pressekonferenz in Berlin: Diese Lehren sollte Berlin aus dem Stromausfall ziehen
    Diese Nachricht wurde am 06.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.