
+++ Sonntag, 1. März
+++ Ausschreitungen im Irak und Pakistan
In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben Demonstranten versucht, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf. Sie setzten nach Angaben von Augenzeugen scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein.
Die Nachrichtenagentur AP meldet, in der pakistanischen Hauptstadt Karachi hätten hunderte Demonstranten das US-Konsulat gestürmt.
+++ Staatsfernsehen: Generalstabschef Mussawi getötet
Der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Mussawi, ist dem iranischen Fernsehen zufolge bei Angriffen auf den Iran ums Leben gekommen. Außerdem wurde der Tod von Verteidigungsminister Nasizadeh bestätigt.
+++Katz nennt Tod Chameneis Frage der Gerechtigkeit
Chamenei sei "zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der iranischen Terrorfestung" eliminiert worden, erklärte der israelische Verteidigungsminister in Onlinediensten. "Gerechtigkeit ist geschehen, und die Achse des Bösen hat einen schweren Schlag erlitten", betonte Katz.
+++ Tausende trauern in Teheran um Chamenei
Nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts des Iran, Chamenei, haben sich tausende Menschen in der Hauptstadt Teheran zu einer Kundgebung versammelt. Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer skandierten auf dem zentralen Enghelab-Platz "Tod den Vereinigten Staaten" und "Tod Israel", wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichten. Viele von ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch.
+++ Im Iran soll nach der Tötung von Religionsführer Chamenei vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen
Das erklärte ein Berater Chameneis, wie staatliche iranische Medien berichten. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen demnach Präsident Peseschkian, der Justizchef sowie ein Mitglied des Wächterrats übernehmen. Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt. Laut der iranischen Verfassung müsse der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen und vorstellen.
+++ In Israel haben am frühen Morgen erneut die Sirenen geheult
Es seien Raketen aus dem Iran in Richtung Israel abgefeuert worden, gab die israelische Armee bekannt. Die Luftwaffe sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den Anweisungen des Heimatschutzkommandos zu folgen. Zuvor hatten israelische Kampfflugzeuge ihre Angriffswellen gegen militärische Ziele im Iran fortgesetzt.
+++ Irans Revolutionsgarden kündigen Rache für den Tod Chameneis an
"Die Mörder des Imams der Nation werden einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe nicht entgehen", zitiert die Deutsche Presse-Agentur aus einer Erklärung.
+++ Iranische Staatsmedien bestätigen Tod Chameneis
Entsprechend berichteten unter anderem die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Fars. Chamenei sei in den frühen Morgenstunden des Samstags als "Märtyrer" getötet worden, hieß es. Es wurde eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen.
Als geistliches Oberhaupt Irans führte Chamenei mehr als drei Jahrzehnte lang die Islamische Republik. Den Posten hatte er 1989 nach dem Tod von Republikgründer Ajatollah Ruhollah Khomeini übernommen.
Bereits zuvor war nach Berichten über Chameneis Tod in Teheran spontan Jubel ausgebrochen, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt. Die Nachricht sei unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können.
+++ Die israelische Luftwaffe hat im Iran nach eigenen Angaben mehr als 30 weitere Ziele angegriffen.
Dutzende Kampfflugzeuge hätten eine weitere Angriffswelle gegen ballistische Raketenstellungen und die Luftabwehrsysteme im Westen und im Zentrum des Iran abgeschlossen, hieß es. Man werde die Angriffe zur Schwächung der iranischen Militärkapazitäten fortsetzen.
+++ Samstag, 28. Februar
+++ Der UNO-Sicherheitsrat ist wegen der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran und die iranischen Gegenschläge zu einer Sondersitzung zusammengekommen.
Generalsekretär Guterres sprach zur Sitzungseröffnung von einer unkontrollierbaren Situation am Golf und im Nahen Osten. Er rief alle beteiligten Staaten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Der iranische Vertreter im Sicherheitsrat bezeichnete die Angriffe auf sein Land als ungesetzlichen Vorgang. Israel und die USA hätten mit dem Beschuss von Zivilisten Kriegsverbrechen begangen.
Die USA sehen den Angriff auf den Iran dagegen von internationalem Recht gedeckt. Die Vereinigten Staaten hätten in enger Abstimmung mit Israel rechtmäßige Maßnahmen gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen ergriffen, sagte der amerikanische UNO-Botschafter Waltz bei einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats in New York. Artikel 51 der UNO-Charta verankert das Recht eines Landes auf Selbstverteidigung.
+++ Netanjahu: Viele "Anzeichen" für Tod von Irans geistlichem Oberhaupt Chamenei, Trump spricht von Tod
"Heute Morgen haben wir in einem gewaltigen Überraschungsschlag die Anlage von Chamenei im Herzen Teherans zerstört und es gibt viele Anzeichen, dass dieser Tyrann nicht mehr am Leben ist", sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache. Israelischen Berichten zufolge wurde Chameneis Leiche gefunden. Aus Teheran gab es keine Bestätigung. Das Büro des Ajatollahs wurde lediglich in iranischen Staatsmedien mit folgenden Worten zitiert: "Der Feind greift zur psychologischen Kriegsführung, das sollte allen bewusst sein." US-Präsident Donald Trump erklärte Chamenei dagegen auf seiner Plattform Truth Social für tot. Aus dem Iran liegt dafür keine Bestätigung vor.
+++ Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel ist am Abend eine Person in Tel Aviv getötet worden.
Wie mehrere Medien berichten, wurden zudem mehr als 20 Menschen verletzt.
+++ Israel: Mehrere Vertreter der iranischen Militärführung getötet
Israelischen Angaben zufolge sind bei den Angriffen mehrere führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten seien unter anderem der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung dafür.
+++ Iran: "Zahl der bei einem Raketenangriff getöteten Schülerinnen auf 108 gestiegen"
Bei einem Raketenangriff im Süden des Irans sind nach iranischen Angaben mindestens 108 Schülerinnen getötet worden. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Dutzende weitere Schülerinnen seien verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. In der Provinz Hormusgan liegen mehrere Marinestützpunkte der iranischen Streitkräfte.
+++ US-Demokraten kritisieren "illegalen" Angriff im Iran
Der demokratische Senator Markey verurteilte Trumps Angriffsbefehl auf den Iran als "illegal und verfassungswidrig". Der Anführer der Demokraten im Senat, Schumer, forderte eine Unterrichtung des Kongresses über den Militäreinsatz durch die Trump-Regierung. "Das amerikanische Volk will keinen weiteren endlosen und kostspieligen Krieg im Nahen Osten, wenn es zu Hause so viele Probleme gibt", erklärte Schumer.
+++ Bundeskanzler Merz hat den Iran scharf kritisiert und ein sofortiges Ende der iranischen Angriffe gefordert.
In einer Erklärung rief der Kanzler Teheran "nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen". Der Iran müsse zudem "auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen" sowie "die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung beenden". Darüber hinaus betonte Merz der Mitteilung zufolge, Deutschland sei nicht an den Angriffen auf den Iran beteiligt gewesen.
+++ Demonstrationen in mehreren deutschen Städten nach Angriffen auf das iranische Regime.
Nach Angaben der Polizei zogen in Berlin am Nachmittag rund 1.600 Menschen bei einem Demonstrationszug durch die Stadt. In Frankfurt versammelten sich rund 2.000 Menschen in der Innenstadt. Dort soll es bei einer Kundgebung Berichten zufolge Applaus für die militärische Intervention der USA gegeben haben. Auch in München haben zahlreiche Menschen gegen die Führung des Irans demonstriert. In Hamburg waren nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks mehr als 5.000 Exil-Iraner auf den Straßen.
Diese Nachricht wurde am 01.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
