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StartseiteSportgesprächGeld und Spiele08.12.2019

Nachlese zur DOSB-MitgliederversammlungGeld und Spiele

Der Bundesinnenminister kündigte auf der Mitgliederversammlung des DOSB Geld für die Sanierung von Sportstätten an. Wie hängt diese Ankündigung mit einer möglichen deutschen Olympiabewerbung zusammen? Darüber diskutierten die Sportjournalisten Anno Hecker, Robert Kempe und Johannes Aumüller im Dlf.

Robert Kempe, Anno Hecker und Johannes Aumüller im Gespräch mit Marina Schweizer

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Dasv Logo des Deutschen Olympischen Sportbundes. (picture alliance / dpa-Zentralbild / Britta Pedersen)
Millionen für die Sportstätten-Sanierung - mit dieser Ankündigung überraschte Bundesinnenminister Horst Seehofer auf der DOSB-Mitgliederversammlung. (picture alliance / dpa-Zentralbild / Britta Pedersen)
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Bundesinnenminister Horst Seehofer sorgte für eine Überraschung, als er bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auf marode Sportstätten zu sprechen kam und ein Vorhaben ankündigte: Einen sogenannten "Goldenen Plan" für den Sportstättenbau.

"Wichtiger als Olympische Spiele in Deutschland"

Einen solchen "Goldenen Plan" gab es bereits zwei Mal: einmal nach dem Krieg in Westdeutschland und einmal nach dem Mauerfall, erklärte Anno Hecker, Sportchef bei der"Frankfurter Allgemeinen Zeitung" im Deutschlandfunk-Sportgespräch: "Wenn der Innenminister das ernst meint, dann kommt auf den deutschen Steuerzahler ein Milliardenprogramm zu", so Hecker, "das ihm aber aus meiner Sicht sehr zugute kommen kann - zumindest demjenigen Steuerzahler, der an Sport interessiert ist. Ich halte das für absolut notwendig und auch für wichtiger als Olympische Spiele in Deutschland."

Im Dlf-Sportgespräch diskutierten diesmal:

  • Anno Hecker, Sportchef bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"
  • Robert Kempe, freier Sportjournalist u.a. für Deutschlandfunk und WDR
  • Johannes Aumüller von der "Süddeutschen Zeitung"

Auf die Basis zugehen - und die Bevölkerung

Dass die Ankündigung Seehofers im Zusammenhang mit einer möglichen deutschen Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer Spiele gesehen werden müsse - darin waren sich alle einig.

Es gebe derzeit deutliche Bestrebungen, Olympische Spiele nach Deutschland zu holen, sagte Robert Kempe - das werde jedoch nur funktionieren, wenn man auch auf die Basis und auf die Bevölkerung zugehe. Vertreter aus dem Breitensport etwa hätten schon lange auf den "Notstand" deutscher Sportstätten hingewiesen. 

"Deutscher Sport international nicht gut aufgestellt"

"Wenn es eine deutsche Olympiabewerbung für 2032 geben sollte", ergänzte Johannes Aumüller, dann bleibe nach derzeitigem Kenntnisstand "tatsächlich nur noch Rhein-Ruhr". Eine mögliche Bewerbung der Region wird von einer Initiative aus Wirtschaft und inzwischen auch Politik beharrlich vorangetrieben. 

Das alte System geregelter Bewerbungsverfahren bestehe jedoch nicht mehr - auch darin waren sich alle drei Fachjournalisten einig. Stattdessen befinde man sich heute "in einer ständigen Dialogphase mit dem IOC", so dass IOC-Präsident Bach "noch viel viel mehr Einfluss darauf hat, welche Stadt Olympiastadt wird."

Der DOSB, so ergänzte Robert Kempe, müsse "aufpassen, dass er diesen Dialog mit dem IOC nicht verpasst". Nach Einschätzung von Anno Hecker jedoch ist der deutsche Sport "international nicht gut aufgestellt."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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