Donnerstag, 12.12.2019
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
StartseiteSport Aktuell„Das System wird mit Füßen getreten“26.10.2017

NADA-Symposium„Das System wird mit Füßen getreten“

In Bonn haben führende internationale Anti-Doping-Experten im Fall des russischen Staatsdopings erneut Konsequenzen vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gefordert. Auf einer Diskussionsveranstaltung der Deutschen Anti-Doping-Agentur (NADA) sprach sich NADA-Präsidentin Andrea Gotzmann für einen Ausschluss der russischen Mannschaft von den kommenden Winterspielen aus.

Von Holger Kühner

Die Vorstandsvorsitzende der NADA, Andrea Gotzmann, äußert sich am 01.06.2016 in Berlin vor Journalisten. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) stellt im Otto Bock Science-Center in Berlin ihre Bilanz für das Jahr 2015 vor (picture alliance / dpa Alexander Heinl)
Andrea Gotzmann, Präsidentin der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), sieht zu viele Interessenskonflikte in Sportverbänden. (picture alliance / dpa Alexander Heinl)
Mehr zum Thema

Anti-Doping-Agenturen Harsche Kritik am IOC

DLF-Sportgespräch "Das Sportsystem braucht Sündenböcke"

Doping in Russland Cash für das Olympia-Ticket?

Film über russisches Staatsdoping Die Flucht eines Verschwörers

Die Chefin der nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), Andrea Gotzmann, ärgert sich, dass es immer noch keine Sanktionen gegen das russische Dopingsystem gibt. Dreieinhalb Monate vor Beginn der nächsten Olympischen Winterspiele im koreanischen Pyeongchang ist immer noch nicht klar, ob und wenn ja, welche russischen Athleten starten dürfen.

Rechtfertigung für einen Ausschluss

Beim NADA-Symposium in Bonn erneuerte Gotzmann die Forderungen der 17 führenden Anti Doping-Agenturen Russland komplett auszuschließen. "Das, was wir über Sotchi auch über den Whistleblower Grigori Rodschenkow gehört haben, wie dort massiv Proben manipuliert wurden, wie systematisch dort gedopt wurde, ich glaube schon, dass das rechtfertigt, dass hier ein nationales olympisches Komitee ausgeschlossen wird",  so Gotzmann.

Kritik äußerte Gotzmann auch an den vielen Interessenskonflikten in Sportverbänden. Viel zu viele Funktionäre säßen in viel zu vielen Gremien. Gotzmann: "Wir sehen natürlich auch unsere Arbeit in Schwierigkeiten gebracht, wenn international das System mit Füßen getreten wird."

IOC will eigene Untersuchungen vorlegen

Im November will das Internationale Olympische Komitee (IOC) Ergebnisse eigener Untersuchungen vorlegen. Mit einem Komplettausschluss des russischen Teams von den Olympischen Spielen rechnet kaum noch jemand.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk