US-Friedensplan
Nahost-Experte Steinberg: Hamas wird nicht bereit sein, Waffen abzugeben

Der Islamwissenschaftler Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik hat sich skeptisch zu den Erfolgsaussichten des amerikanischen Friedensplans im Gazastreifen geäußert. Er sagte im Deutschlandfunk, die Terrororganisation Hamas habe ihre Kontrolle in Teilen des Küstengebietes inzwischen wieder konsolidiert.

    Luftbild der Zerstörung im Viertel Sheikh Ridwan in Gaza Stadt: Zerbombte Häuser, einige sind nur noch Schutt und Asche. Auf einer Straße laufen Menschen, die nach dem Waffenstillstandsabkommen unter schwierigsten Bedingungen überleben.
    Der Wiederaufbau des Gazastreifens wird eine Aufgabe der Technokratenregierung sein. (picture alliance / Anadolu | Mahmoud Abu Hamda)
    Sie werde unter keinen Umständen bereit sein - wie im Friedensplan vereinbart - ihre Waffen abzugeben. Gleichzeitig gebe es in Israel Pläne für einen erneuten Militäreinsatz im Gazastreifen, sagte Steinberg. Regierungschef Netanjahu habe die Zerschlagung der Hamas versprochen. Dieses Ziel sei bisher nicht erreicht werden.
    "Die Interessen der beiden wichtigsten Akteure sind nicht miteinander in Einklang zu bringen", so Steinberg. Der Erfolg der Friedensbemühungen hänge entscheidend davon ab, wie viel Druck die US-Regierung auf die Konfliktparteien ausübe.
    Nach Angaben des amerikanischen Sondergesandten Wittkoff befindet sich der Friedensplan für den Gaza-Streifen in der zweiten Phase. Eine palästinensische Übergangsregierung für den Gazastreifen unter Schirmherrschaft der USA und Ägyptens hat inzwischen ihre Arbeit aufgenommen. Das aus 15 Experten bestehende Komitee soll das in weiten Teilen zerstörte Gebiet vorläufig verwalten und die dortige Grundversorgung organisieren.
    Diese Nachricht wurde am 16.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.