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StartseiteCorso"Auch Algorithmen entwickeln Empathie"28.05.2018

Netzkünstler Hans Bernhard"Auch Algorithmen entwickeln Empathie"

Braucht die Kunst noch menschliche Kuratoren? Nein, findet Netzkünstler und Kunstprofessor Hans Bernhard. Bei den unzähligen Künstlern weltweit, bräuchten menschliche Ausstellungsmacher Hilfe von Maschinen, sagte er im Dlf. Auch eine Weltkunstschau wie die Documenta könnte davon profitieren.

Hans Bernhard im Corsogespräch mit Adalbert Siniawski

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Hans Bernhard, Professor für Netz an der Kunsthochschule für Medien Köln, steht an einer Wand mit Wellenmuster im DLF-Funkhaus (Deutschlandradio/Adalbert Siniawski)
Hans Bernhard, Professor für Netz an der Kunsthochschule für Medien Köln, im DLF-Funkhaus (Deutschlandradio/Adalbert Siniawski)
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Die Kunst wird von künstlicher Intelligenz beflügelt: Im NRW-Forum in Düsseldorf fand am Wochenende der Meta Marathon statt - da gab es 42 Stunden lang Performances, Filme, Konzerte, Workshops und Gespräche zum Thema K.I., unter anderem mit Kunstprofessor und Netzkünstler Hans Bernhard. "The Next Documenta Should Be Curated By A Machine", hieß es. Die nächste Documenta nicht von einem Menschen, sondern kostengünstig und effizient von einer Maschine kuratieren zu lassen - eine Provokation?

Wir haben noch länger mit Hans Bernhard gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs 

"Wir arbeiten an einem Projekt, wo das möglich ist", sagte Hans Bernhard im Deutschlandfunk. Es gehe nicht darum, dass eine Künstliche Intelligenz, ein Algorithmus, eine Maschine oder ein Roboter das komplett eigenständig mache. Aber weil es weltweit zehntausende von Künstlern mit Millionen von Werken gebe, bräuchten die Menschen Hilfestellungen. "Das ist nicht mehr handhabbar." Es gehe darum, den großen Datenpool zu verwenden und Dinge sichtbar zu machen, die für Menschen nicht sichtbar seien. "Die Kunst ist tot auf der Ebene."

Datenkraken wie Google - mit seinem Cultural Institute, einer virtuellen, offenen Kunstdatenbank - sollten verstaatlicht werden. "Wenn wir es nicht jetzt machen, ist es vorbei." Im digitalen Kunstbereich sei Google mittlerweile führend. "Die ziehen sich alles rein, was es gibt am Markt." Die Kunst brauche mehr Unabhängigkeit, forderte Bernhard.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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