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StartseiteCampus & KarriereNeue Lebensmittel-Uni gegründet05.07.2011

Neue Lebensmittel-Uni gegründet

Hamburg School of Food Science will Betriebswirtschaft ins Studium integrieren

An der heute gegründeten Hamburg School of Food Science sollen vor allem Methoden zur Analytik von Lebensmittel entwickelt werden, sagt Markus Fischer, Direktor des Instituts für Lebensmittelchemie. Aber auch die Lehre soll nicht zu kurz kommen.

Markus Fischer im Gespräch mit Ulrike Burgwinkel

Studierende der Lebensmittelchemie sind in erster Linie angesprochen. (AP - Timur Emek)
Studierende der Lebensmittelchemie sind in erster Linie angesprochen. (AP - Timur Emek)

Ulrike Burgwinkel: Ein heißes Thema: Lebensmittelsicherheit! Aufruhr in den Medien, Verunsicherung bei den Verbrauchern. Derzeit ist es immer noch der ziemlich rätselhafte EHEC-Keim, der für Aufregung sorgt. From Farm to Fork, also vom Erzeuger zum Verbraucher - das ist jetzt nicht ganz so eingängig übersetzt - soll an der Uni Hamburg ausgebildet und geforscht werden. Die Hamburg School of Food Science wird heute gegründet. Federführend: Professor Markus Fischer, Direktor des Instituts für Lebensmittelchemie. Guten Tag nach Hamburg!

Markus Fischer: Guten Tag!

Burgwinkel: Herr Fischer, was genau soll denn die Hamburg School of Food Science leisten?

Fischer: Das Ziel der Hamburg School of Food Science ist: Sie sollen eine Grundlage bieten für exzellente Ausbildung im Bereich Lebensmittel und Ernährung und exzellente Forschung.

Burgwinkel: Für wen ist denn das Angebot gedacht?

Fischer: Studierende der Lebensmittelchemie sind hier in erster Linie angesprochen. Wir wollen moderne Ausbildung machen. Wir sind wirtschaftsnah; das heißt, wir wollen auch wirtschaftsnahe Ausbildung unserer Studierenden - unsere Absolventen sollen natürlich bestmögliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben!

Burgwinkel: Und an ein Output denken Sie ja wohl auch , weil Sie auch forschen!

Fischer: Die Hamburg School of Food Science ist ein Vier-Säulen-Modell, das heißt, wir haben vier grundsätzliche Stützen, auf denen die School aufgebaut ist: Die erste Säule ist die Stütze Lehre und Forschung - das heißt, in dem Fall sprechen wir direkt die Studierenden an beziehungsweise die Forschung im Bereich Lebensmittel und Lebensmittelsicherheit. Das heißt, was wir hier in erster Linie machen: Wir entwickeln Methoden zur Analytik von Lebensmitteln. Die zweite Säule, das ist unsere soziale gesellschaftliche Verantwortung; und zwar in dem Fall wollen wir Transfer und Translation wissenschaftlicher Ergebnisse. Transfer - eine Übertragung -, Translation - eine Übersetzung von Wissenschaft in klar verständliche Worte. Diese Säule hatten wir letztes Jahr im Oktober gegründet, das ist die Food and Health Academy public. In der Food and Health Academy werden Vorträge angeboten, Vorträge von Experten aus dem Bereich Lebensmittel, aus dem Bereich Wirtschaft, die einerseits sehr schwierige Themen in klar verständliche Worte übersetzen, und so Aufklärungsarbeit leisten. Die dritte Säule der Hamburg School of Food Science, die dient der Netzwerkbildung, und zwar der Interaktion mit anderen Universitäten, mit Instituten, aber auch die Interaktion mit Unternehmen - wir haben das Ganze unter dem Überblick des "Competence and Food integrated" bezeichnet. Nachdem wir uns wirklich gut positionieren wollen, auch wirtschaftsnah positionieren wollen, brauchen wir natürlich von außen auch entsprechenden Input, das heißt, wir haben ein sogenanntes Strategy-Board eingerichtet, das dient letztendlich der Beratung zur strategischen Ausrichtung der Hamburg School of Food Science. Im Strategy-Board sind zehn Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Lebensmittelwirtschaft, aber auch der Wissenschaft, zum Beispiel Professor Robert Huber, Nobelpreisträger Chemie, ist mit dabei, aber auch Professor Wittkowski, der Vizepräsident des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin. Das heißt, wir haben hier so eine Gruppe von Persönlichkeiten zusammengefasst gewinnen können, die sich letztendlich beratend für die Idee der Hamburg School of Food Science einsetzen werden.

Burgwinkel: Die Namen sind jetzt alle auf Englisch. Aber ich nehme an, die Vorträge halten Sie in deutscher Sprache!

Fischer: Ja, wir halten natürlich die Vorträge in deutscher Sprache, obgleich natürlich in der Ausbildung die englische Sprache und auch in der Wissenschaft natürlich die englische Sprache eine immer stärker werdende Rolle spielt.

Burgwinkel: Und was Ihre Veröffentlichungen angeht, oder Ihre öffentlichen Stellungnahmen möglicherweise?

Fischer: Unsere Veröffentlichungen im Bereich Forschungen sind natürlich in wissenschaftlichen internationalen Journalen, also auch hier - weil Sie vorher die englische Sprache angesprochen haben. Wir sind natürlich international aufgestellt, anders geht es gar nicht mehr, finden sich eben in internationalen Journalen, und wenn wir irgendwelche Stellungnahmen abgeben, dann sind die beispielsweise in Tageszeitungen et cetera.

Burgwinkel: Und dann heißt das aber auch, dass im Rahmen dieses Studiums an der Hamburg School of Food Science auch so was wie Kommunikationswirtschaft oder Marketingstrategien mit gelehrt werden.

Fischer: Was wir natürlich auch wollen: Wir sind ein öffentlich relevanter Bereich, wir sind aber auch ein wirtschaftsnaher Bereich, das heißt, was bislang nicht gemacht wird - und das ist wirklich das neue an der Hamburg School of Food Science -, wir wollen auch zum Beispiel Betriebswirtschaft mit ins Studium integrieren. Wir wollen rechtliche Aspekte mit ins Studium integrieren, et cetera.

Burgwinkel: Professor Markus Fischer über die heute gegründete Hamburg School of Food Science. Herzlichen Dank für die Informationen!

Fischer: Bitte sehr!

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