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StartseiteSport AktuellProbleme gibt es genug25.03.2020

Neue Olympia-PlanungProbleme gibt es genug

Nach der Absage der Olympischen Spiele für den Sommer 2020 sucht das Internationale Olympische Komitee mit Hochdruck nach einem Ausweichtermin. Eine neue Taskforce soll alle Probleme lösen, die mit der Verschiebung entstehen - und das sind nicht wenige.

Von Maximilian Rieger

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Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, posiert für ein Foto in Lausanne, Schweiz. (picture alliance / Kyodo)
IOC-Präsident Thomas Bach ist sich auch nach der Kritik um die Verschiebung der Olympischen Spiele seines Amtes sicher (picture alliance / Kyodo)
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Here we go – Los geht’s. Das ist der Name einer neuen Task Force, die das Internationale Olympische Komitee gegründet hat – und die nun die Aufgabe hat, die Probleme zu lösen, die mit der Verschiebung der Sommerspiele entstehen. Und Probleme gibt es genug. Zunächst muss überhaupt ein Datum gefunden werden. 
IOC-Präsident Thomas Bach und Japans Premier Shinzo Abe hatten sich darauf geeinigt, die Spiele bis spätestens Sommer 2021 durchzuführen – damit könnten die Spiele auch schon im Frühling stattfinden, wie Bach auf Nachfrage bestätigt.

"Es gibt keine Beschränkung nur auf den Sommer. Alle Optionen liegen auf dem Tisch, inklusive einer Austragung vor oder im Sommer 2021."

Konsequenzen für den Sportkalender 2021

Egal ob Frühling oder Sommer – die Verschiebung wird Konsequenzen auf den Sportkalender 2021 haben. In den olympischen Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik stehen zum Beispiel Weltmeisterschaften an – Bach deutet an, dass die Verbände ihren Kalender anpassen müssten.

Ein weiteres Problem: Die Wohnungen für das olympische Dorf, in dem die Sportlerinnen und Sportler untergebracht werden sollen, sind für die Zeit nach Olympia bereits verkauft. Eine Lösung für dieses Problem habe er nicht, so Bach – das IOC werde aber alles dafür tun, dass es ein olympisches Dorf geben werde. Dies sei aber nur eine von tausenden Fragen. 

"Das wie ein großes Puzzle. Alle Stücke müssen passen. Wenn man ein Stück rausnimmt, dann ist das ganze Puzzle zerstört. Deswegen beneide ich die Mitglieder der Task Force nicht um ihre Aufgabe."

Immerhin – die Sponsoren hätten laut Bach schon ihre volle Unterstützung signalisiert. Eine der wenigen guten Nachrichten für den IOC-Präsidenten, der seit Tagen von Athletenorganisationen für seine Kommunikation kritisiert wird. Denn noch Anfang März hatte Bach gesagt, weder die Wörter "Verschiebung" noch "Absage" würden innerhalb des IOC diskutiert – was angesichts der schon damals steigenden Zahl der Infizierten für Verwunderung gesorgt hatte. 

Volle Kraft voraus

Und noch am Wochenende hatte das IOC verkündet, sich weitere vier Wochen Zeit für eine Entscheidung zu lassen – woraufhin Athletinnen und Athleten, die nicht so lange in Ungewissheit leben wollten, den öffentlichen Druck verstärkt hatten. Dies sei aber nicht der Grund für die Verschiebung gewesen, so Bach. Den Ausschlag hätte die steigende Zahl der Infizierten in Afrika gemacht. Auf die Frage, ob er seinen Kurs der vergangenen Wochen bedauere, antwortet Bach: "Nein, denn was wir gesagt haben war, dass wir zuversichtlich waren, dass unsere japanischen Partner sichere Spiele im Juli organisieren würden. Dazu standen wir und stehen es auch jetzt für die verschobenen Spiele."

Volle Kraft voraus, das scheint jetzt das Motto des IOC-Präsidenten zu sein. Von Demut ist in der Pressekonferenz wenig zu spüren, stattdessen formuliert Bach vollmundig die Aufgabe, die die Spiele in Tokio nun erfüllen sollen.

"Was wir hoffen und wofür wir arbeiten ist, dass diese Olympischen Spielen eine Feier der Menschheit werden kann, nachdem sie diese beispiellose Herausforderung bewältigt hat."

Und auch auf die Deutschlandfunk-Frage, ob er angesichts der Kritik an seiner Person an einen Rücktritt gedacht habe, hat Bach eine sehr kurze und klare Antwort.

"Haben Sie jemals daran gedacht, als IOC-Präsident zurückzutreten?"
"Nein"

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