
Nach den Simulationsrechnungen der Forscher wurde dabei vor allem Material aus den oberen Schichten der Erde ins All geschleudert. Dort bildete es regelrechte Ringe, die schließlich zu einzelnen kleinen Monden verklumpten. Phasenweise dürften etliche Monde über den Himmel der Erde gezogen sein. Im Laufe der Jahrmillionen sind die Minimonde schließlich zu einem Objekt verschmolzen.
Diese Theorie steht im Gegensatz zur bisher populärsten Idee der Mondentstehung: Danach hat ein etwa marsgroßer Körper die junge Erde in einem flachen Winkel getroffen. Die bei dieser Kollision in die Umlaufbahn geschleuderte Materie wurde dann zum Mond. Allerdings müsste der Einschlag unter einem ganz speziellen Winkel und bei einem bestimmten Tempo geschehen sein. Ansonsten wäre nicht zu erklären, weshalb der Mond chemisch fast dem Erdmantel gleicht, den äußeren Schichten unseres Planeten.
Die neue Theorie erklärt die Zusammensetzung von Erde und Mond etwas besser. Doch auch sie hat Schwächen: Womöglich waren deutlich mehr als dreißig Einschläge nötig, um den Mond wachsen zu lassen – das klingt wenig plausibel. Für mehr Klarheit könnten neue Bodenproben vom Mond sorgen, insbesondere von seiner Rückseite. Mit etwas Glück lässt sich dann entscheiden, ob der Mond mit einem Schlag entstanden ist – oder Stück für Stück.