
Die Wähler hätten das Mandat erteilt, ein neues Kapitel in der Geschichte Ungarns aufzuschlagen, betonte Magyar. Das Parlament in Budapest war zuvor zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen und hatte Magyar zum Ministerpräsidenten gewählt. Seine konservative Tisza-Partei verfügt in dem Abgeordnetenhaus über eine Zweidrittelmehrheit und kann somit umfassende Veränderungen voranbringen. Mit dem Wahlsieg Mitte April beendete sie die 16-jährige Regierungszeit des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Orbán.
Vor Amtsantritt hatte Magyar angekündigt, gegen Korruption vorzugehen, das Gesundheitswesen zu verbessen und unter anderem das Mediensystem neu aufzustellen. Er versprach auch, die Beziehungen zur Europäischen Union zu verbessern. Ende April war Magyar bereits nach Brüssel gereist, um bei Kommissionspräsidentin von der Leyen für die Freigabe eingefrorener EU-Gelder zu werben.
Brüssel hält wegen Verstößen gegen die Rechte von LGBTQ-Menschen sowie Eingriffen in die Unabhängigkeit der Gerichte unter Orban EU-Gelder in Milliardenhöhe für Ungarn zurück. Um eine Freigabe zu erreichen, muss Magyar in Budapest Reformen durchsetzen. Die EU hofft außerdem, dass die neue Regierung Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine mitträgt, statt sie wie Orban zu blockieren.
Diese Nachricht wurde am 09.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





